Halterner decken Defizite im Straßenverkehr bei Fahrradklima-Test auf

hzFahrradklima-Test

Beim ADFC-Fahrradklima-Test haben schon 244 Halterner mitgemacht. Das zeigt: Fahrradfahren ist beliebt in Haltern - aber es gibt noch Luft nach oben in puncto Sicherheit, meint der ADFC.

Haltern

, 18.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrradfahren ist ein Thema, das die Halterner beschäftigt - so interpretiert jedenfalls Otto Rohde vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) die hohe Teilnahme von Halternern beim aktuellen Fahrradklima-Test. 244 Personen aus Haltern haben bislang an der bundesweiten Umfrage teilgenommen, die unter anderem nach Komfort, Sicherheit, und Infrastruktur für Radfahrende fragt.

„Das macht mich als ADFC-Sprecher natürlich stolz und auch sehr dankbar“, sagt Otto Rohde aus der noch jungen Ortsgruppe Haltern, die sich 2019 gegründet hat. „Fahrradfahren hat in Haltern einen hohen Stellenwert - nicht nur bei Touristen, Viele sind Tag für Tag mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs“, sagt er.

Das sei ein Grund für die vergleichsweise gute Teilnahme am Fahrradklima-Test. Mindestens 50 Personen sollen in Klein- und Mittelstädten die Fragen beantworten, damit die Ergebnisse in der Auswertung berücksichtigt werden. Viele andere Städte liegen noch weit darunter. Die ADFC-Ortsgruppe Haltern hatte in den vergangenen Wochen mit einem Stand mehrmals auf dem Marktplatz Werbung für den Test gemacht - auch da seien direkt viele Umfragebögen ausgefüllt worden, sagt Otto Rohde. Insgesamt haben in Nordrhein Westfalen bisher 41.000 Personen an der Befragung teilgenommen.

Wunder Punkt an der Recklinghäuser Straße

Die gute Teilnahme in Haltern mache aber auch deutlich, dass es in Haltern Bedarf gebe, einzelne Defizite im Straßenverkehr zu kritisieren, sagt Otto Rohde. „Man muss aber sagen, dass es bislang - auch, weil wir erst so eine junge Ortsgruppe sind - nur wenige Punkte gibt, wo wir den Finger in die Wunde legen“, sagt er.

Die Recklinghäuser Straße zwischen Haltern und Hamm-Bossendorf sei da so eine Stelle - „gefährlich und unübersichtlich“. Zwar hatten das Thema auch viele Kommunalpolitiker während des Wahlkampfes auf ihrer Agenda, allerdings ist für diese Landesstraße Straßen.NRW verantwortlich.

Die Stadt befürwortet Pläne für einen so genannten „Wender“, einen ovalförmigen Kreisverkehr, die die Verkehrsströme entzerren und auch für Radfahrende sicherer machen soll. Otto Rohde sagt, es seien sicherlich noch bessere, fahrradfreundlichere Lösungen möglich, wenn man sich an Ideen aus den Niederlanden orientiere. Doch die seien teuer und damit kaum realistisch. Allein der Wender würde nach Berechnungen der beauftragten Ingenieurgesellschaft etwa 1,6 Millionen Euro kosten.

Sichere Wege als Beitrag zum Klimaschutz

„Wichtig ist uns, dass die Aufteilung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer angemessen geregelt wird - es geht nicht darum, den Autofahrern etwas wegzunehmen“, sagt Otto Rohde. Dennoch sei auch der mit dem Umstieg aufs Rad verbundene Klimaschutz ein wichtiges Thema. „Und das lässt sich eben nur durch praktische Maßnahmen erreichen“, sagt Rohde. „Welche das ganz konkret sein müssen, wollen wir durch die Befragung herausfinden.“

Beim letzten Fahrradklima-Test 2018 schnitt Haltern hinsichtlich der Fahrradfreundlichkeit mit Platz 101 von 311 Städten eher mittelmäßig ab. Die Ergebnisse der neuen Befragung sollen im Frühjahr 2021 veröffentlicht werden. Bis dahin will auch die Ortsgruppe sich genauer anschauen, auf welchen Fahrrad-Strecken es Handlungsbedarf gibt und mit dem neuen Rat der Stadt in den Austausch gehen.

„Wegen der aktuellen Coronalage müssen wir jetzt aber wahrscheinlich etwas gebremster an die Sache gehen“, meint Rohde. Eigentlich hatte die Ortsgruppe noch Aktionen auf dem Marktplatz geplant, um für die Teilnahme beim ADFC-Fahrradklima-Test zu werben. Die Umfrage läuft online aber bis zum 30. November noch weiter.

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