Zurück vom Hochwassereinsatz: Sebastian und Patrick (r.) Höhnerhaus von der DLRG Haltern. © Jürgen Wolter
Unwetter

Halterner DLRG-Truppe bei dramatischer Rettungsaktion vor Ort

Verzweifelte Menschen auf Häuserdächern und Lastwagen, die Familien auf der Ladefläche transportieren: Einheiten der DLRG Haltern erlebten die Unwetterkatastrophe hautnah mit.

Als die Bootstruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Haltern am Mittwoch (14. Juli) um 22 Uhr alarmiert wurde, musste es schnell gehen. „Es war so dramatisch, dass wir keine Vorlaufzeit hatten“, erklärt Gruppenführer Sebastian Höhnerhaus. Der 34-Jährige leitet eine Einheit mit sogenannten Strömungsrettern.

Ohne Zahnbürsten und Wechselklamotten machte sich die Bootstruppe gemeinsam mit einer weiteren Tauchereinheit aus Haltern auf den Weg nach Kamen (Kreis Unna).

Die beiden je fünfköpfigen Halterner Einheiten waren vom DLRG-Landesverband um Hilfe gerufen worden. In Kamen angekommen, ging es nach einem kurzen Aufenthalt im Bereitstellungsraum für die Bootstruppe weiter nach Hagen.

In einer der am heftigsten von Tief „Bernd“ betroffenen Städte Nordrhein Westfalens war die Lage beim Eintreffen der Hilfskräfte aber bereits unter Kontrolle gebracht. „Da dachten wir noch, unser Einsatz dauert vielleicht 12 Stunden“, sagt Sebastian Höhnerhaus.

Hilflose Menschen mussten per Hubschrauber gerettet werden

Doch Donnerstagmittag ging es schon weiter. Der Wasserrettungszug aus Haltern bekam die Aufgabe, eine Einheit im Raum Köln/Bonn abzulösen. „Die Kollegen waren bei unserem Eintreffen fix und fertig, die konnten einfach nicht mehr“, erzählt der Einsatzleiter.

Am Einsatzort in einer kleinen Ortschaft bot sich den Rettungskräften ein dramatisches Bild.

Familien und ältere Menschen wurden auf Lastwagen von Hilfsorganisationen aus dem Krisengebiet gebracht – über den Köpfen der Halterner Bootstruppe schwirrten Helikopter. „Personen saßen auf Dächern und mussten von den Hubschraubern befreit werden“, berichtet Sebastian Höhnerhaus.

Das besondere an der Szenerie sei außerdem gewesen, dass nur wenige Kilometer zuvor nichts auf ein solches Hochwasser hingewiesen hätte. Zur Vorbereitung auf den Einsatz war das Team auf einem Kaufhaus-Parkplatz zusammengekommen. Dort gingen die Menschen ungestört ihrem Alltag nach.

„Das nur fünf Kilometer weiter die Katastrophe wartete, war ein bizarres Bild“, erinnert sich der Gruppenführer. Erst am Freitagmorgen (16. Juli) kehrte seine Einheit zur Geschäftsstelle an der Hullerner Straße zurück.

Tauchtruppe versucht sich nach Erftstadt durchzukämpfen

Die Tauchtruppe hingegen kehrte bislang noch nicht zurück. Weil viele Sendemasten umgeknickt sind, ist das Funknetz in den betroffenen Gebieten stark eingeschränkt.

Wie der Leiter der Verbandskommunikation in Haltern, Markus Treder, mitteilte, versuchte die Einheit zuletzt in eine überschwemmte Stadt zu kommen. „Die haben das große Problem, dass sie wegen der Wassergeschwindigkeit teilweise gar nicht in die Städte rein kommen“, so Markus Treder.

Als das Funknetz zuletzt aufgebaut werden konnte, war der Tauchtrupp dabei, „sich nach Erftstadt durchzukämpfen.“

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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