Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Halterner Firma baut einen 2,30 Meter großen Mega-Bohrkopf für Abu Dhabi

hzWirtschaft

Die Herstellung von Bohrköpfen ist ein neuer Produktionszweig der Firma Mika Metallverarbeitungstechnik. Das Halterner Unternehmen hat zurzeit weitere große Pläne.

Haltern

, 05.03.2019 / Lesedauer: 3 min

In der Halle der Firma Mika Metallverarbeitungstechnik an der Annabergstraße hängt ein Bohrkopf von 2,30 Metern Durchmesser am Haken. Er wird in Abu Dhabi beim Bohren für Abwasserkanäle zum Einsatz kommen. Es ist der erste Bohrkopf, der die Produktionshalle verlässt. Das Halterner Unternehmen ist auf dem Sprung, in neue Größenordnungen vorzustoßen.

Gerade wird der Umzug auf ein neues Firmengelände vorbereitet. Gegenüber dem geplanten Park-and-Ride-Parkplatz am Ikenkamp sollen drei Produktionshallen von 4600 Quadratmetern Fläche entstehen. Auch ein Schweizer Partnerunternehmen will sich hier ansiedeln.

Als die Firma Mika 2007 aus der Taufe gehoben wurde, sah es nach solchen Dimensionen zunächst nicht aus. Markus Mika, Metallbauer und Zerspanungstechniker, dachte darüber nach, auf eigene Rechnung selbstständig zu arbeiten. Heute leitet er zusammen mit seinen Brüdern Martin und Lukas das Unternehmen. Alle drei waren 1989 aus Schlesien nach Haltern gekommen.

Ab 2010 startete die Firma Mika durch

Markus Mika erwarb eine gebrauchte Fräsmaschine in Bayern, die er in einer Halle an der Annabergstraße aufstellen wollte. „Die habe ich zunächst ohne Kreditzusage gekauft. Auf- und Abbau, Transport, darüber habe ich mir auch erst Gedanken gemacht, als es soweit war“, sagt Markus Mika und schmunzelt. Die Kreditzusage der Volksbank kam, Markus Mika erhielt erste Aufträge. Bald kam eine zweite Maschine dazu. „Das haben wir anfangs nach dem Job gemacht, denn wir waren alle noch angestellt“, so Markus Mika.

Doch dann stand ein Kunde auf der Matte, der größere Aufträge anbot. „Dafür brauchten wir eine große Maschine. Und die gab es nicht gebraucht“, so Markus Mika. 300.000 Euro standen zur Diskussion. Dann kam plötzlich die Kreditzusage der Stadtsparkasse, und die Maschine wurde bestellt. „Doch bevor sie geliefert wurde, kam 2009 der Wirtschaftseinbruch. Unser Kunde hatte plötzlich keine Arbeit mehr für uns“, so Markus Mika. „Und dann begann das Klinkenputzen“, ergänzt sein Bruder Martin.

Ein Jahr später startete das Unternehmen dann aber durch. „Alle Aufträge, die die Firmen zunächst zurückgehalten hatten, wurden jetzt doch vergeben. Es gab überall Nachholbedarf“, so Martin Mika. Inzwischen war die Firma Mika an die Annabergstraße 67 umgezogen, in eine Halle, die sie sich anfangs noch mit anderen Unternehmen teilte. Als erster hatte Markus Mika den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Heute gehören 20 Mitarbeiter zum Team, 10 weitere sollen noch in diesem Jahr dazukommen. Auch Ausbildungsstellen sollen neu geschaffen werden.

Bohrköpfe für den Mikrotunnelbau

Anfang 2019 übernahm die Firma den Bereich der „Rollenbohrwerkzeuge“ von der Firma Kolk aus Recklinghausen, die in Insolvenz gegangen war. „Wir haben von dort auch einige Mitarbeiter übernommen“, sagt Markus Mika, der selbst in dem Recklinghäuser Unternehmen gearbeitet hatte. „Die Bohrköpfe sind mir im Prinzip seit meiner Ausbildung vertraut“, so der Halterner Unternehmer.

Der erste bei Mika in Haltern hergestellt Bohrkopf wiegt rund acht Tonnen, das Auftragsvolumen umfasst 130.000 Euro. Bis zu vier Meter Durchmesser können die Bohrköpfe für den sogenannten Mikrotunnelbau haben. Sie sind einsetzbar bei der Bohrung von Abwasserrohren ebenso wie bei Trassen für die Erdkabel der Stromtrassen für Windenergie. „Auch im Bergbau haben wir inzwischen Kunden“, so Markus Mika: „Wir liefern nach Russland und nach Polen.“

Das Unternehmen ist inzwischen weltweit tätig. Mit den neuen Produktionshallen am Ikenkamp sind dann auch größere Aufträge durchführbar. Das Halterner Unternehmen steht in den Startlöchern. Die Mika-Brüder hoffen, dass bis Ende 2020 der Umzug an den neuen Standort abgeschlossen werden kann.

Lesen Sie jetzt