Diakonin Lena Schäfer (mit Sohn Jona), Presbyterin Christiane Oldemeyer und Pfarrerin Merle Vokkert laden zum „Start Up“ ein. © Jürgen Wolter
Start Up

Halterner Gemeinde sucht Ideen: „Anders Gottesdienst – Kirche á la Carte“

Die evangelische Gemeinde Haltern möchte neue Gottesdienstformen ausprobieren. Gemeindemitglieder und Halterner Bürger sind gefragt, dazu Ideen einzubringen.

Am Freitag, 24. September, lädt die evangelische Gemeinde Haltern um 17 Uhr zu einem „Start Up“ ins Paul-Gerhardt-Haus ein. Dabei soll kein neues Unternehmen gegründet werden, aber es sollen Ideen gesammelt werden, Ideen zu dem Thema: Welchen Gottesdienst habe ich mir immer schon mal gewünscht?

„Die Corona-Pandemie hat uns die Möglichkeit gegeben, stärker konzeptionell zu arbeiten“, sagt Pfarrerin Merle Vokkert. Dabei entstand das Vorhaben, das Spektrum der Gottesdienstformen der Gemeinde zu erweitern. Die Konzepte will das Presbyterium aber nicht einfach vorgeben, sie sollen zusammen mit den Gottesdienstbesuchern und gerade auch mit denen, die keine Gottesdienste mehr besuchen, gesammelt werden. Das Motto dabei: „Anders Gottesdienst – Kirche á la Carte“.

Taufe im eigenen Garten

„Es geht uns auch gerade darum, diejenigen anzusprechen, die mit der bisherigen Gottesdienstform nicht mehr viel anfangen können. Wir wollen erfahren, was ihnen fehlt und vor allem, welche Art Gottesdienst sie gern mal feiern würden“, so Diakonin Lena Schäfer. „Vielleicht möchte jemand einen Rock-Gottesdienst in der Erlöserkirche oder einen Film-Gottesdienst im Hof des Paul-Gerhardt-Hauses? Vielleicht möchten einige gern öfter Gottesdienste in der Natur feiern oder an anderen Orten? Wir sind zunächst einmal für alle Vorschläge offen.“

Da hat die evangelische Gemeinde schon einiges ausprobiert. Es gab zum Beispiel Taufgottesdienste an der Stever und am Mühlenbach. „Am Blauen Klassenzimmer blieben auch viele Passanten stehen und haben den Gottesdienst verfolgt“, erinnert sich Merle Vokkert. Ähnliche Impulse wünschen sich die Pfarrerin und die Diakonin auch von anderen Formen. „Das könnte auch dazu beitragen, die Gemeindezentren wieder mehr zu beleben, weil sie sich für bestimmte Formen vielleicht besonders eignen“, so Lena Schäfer.

Gottesdienst in völliger Dunkelheit?

Taufgottesdienste bietet die evangelische Gemeinde übrigens schon jetzt auch im heimischen Garten an. Und eine Idee für einen besonderen Gottesdienst gibt es schon von den Jugendlichen der Gemeinde: ein Gottesdienst in Dunkelheit, ähnlich wie bei einem „Dinner in the Dark“, bei dem man nichts mehr sieht, sondern nur noch hört.

„Genauso vorstellbar ist aber auch ein Gottesdienst nach strenger Liturgie, wir denken in alle Richtungen und sind gespannt auf die Vorschläge“, sagt Merle Vokkert. Und sie betont: „Natürlich wird es auch weiterhin normale Gottesdienste geben, die Sonderformen sollen sie ergänzen.“

Nach dem „Start Up“ am 24. September sollen die ersten Ideen Anfang 2022 umgesetzt werden. Auch für die Video-Gottesdienste werden weiterhin Ideen und auch Mitmacher gesucht. „Die laufen weiter und sind weiterhin gut frequentiert“, so Merle Vokkert. Durch die Corona-Pandemie hat die Gemeinde aber Stamm-Gottesdienstbesucher verloren. „Gerade Ältere kommen zum Teil nicht wieder“, sagt Merke Vokkert. „Sie nutzen aber erstaunlich oft die Online-Angebote.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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