Halterner Grundschulrektorin zu Schulstart: „Das war etwas gruselig“

Corona-Lockerungen

Seit Donnerstagmorgen gehen Halterner Viertklässler wieder in die Schule. Mit Maske, Abstand und einem mulmigen Gefühl im Bauch. Das haben auch die Lehrer angesichts der neuen Situation.

Haltern

, 11.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Schüler tragen Masken - freiwillig.

Die Schüler tragen Masken - freiwillig. © picture alliance/dpa

Für die Viertklässler, die seit Donnerstag wieder in die Schule gehen, wird es der wohl denkwürdigste Schulbeginn ihres Lebens gewesen sein. Sie durften nicht fröhlich aufeinander zu rennen, sich nicht zur Begrüßung in den Arm nehmen oder die Nähe der Lehrerin suchen. Stattdessen trugen sie Alltagsmasken und mussten mehr als einen Meter Abstand halten. Alles ist anders an diesem 7. Mai, und das an allen Halterner Grundschulen.

Wenig Emotionen bei der Begrüßung

„Es war schon etwas gruselig“, sagt Veronika Beher, Leiterin der Silverbergschule und Sprecherin der Halterner Grundschulen. „Die Schüler haben sich gefreut, einander wiederzusehen, aber sie haben sich nicht mit viel Emotionen begrüßt.“ Grundsätzlich habe man den ersten Tag gut überstanden, sagt Silverbergschul-Konrektor Julian Lewe. „Die Stimmung aber hat sich erst am Ende des Unterrichtstages aufgelockert.“

Die Grundschule Silverbergschule in der Germanikusstraße.

Die Grundschule Silverbergschule in der Germanikusstraße. © Hans Blossey

In der Silverbergschule habe man die Schüler gruppenweise auf den Schulhof einbestellt, zu unterschiedlichen Startzeiten. Dann wurden sie in die Klassenräume gebracht, wo sich dann jedes Kind zuerst die Hände gewaschen habe. An ihrem Platz durften die Schüler dann die Masken ablegen, berichtet Beher.

Jede Schule habe entsprechend ihrer Räumlichkeiten ein Hygienekonzept erstellt und mit Vertretern des Schulträgers abgesprochen. Die Rahmenbedingungen seien dabei gleich, Unterschiede gebe es zum Beispiel bei der Zahl der Eingänge. Danach richte sich, wer Einbahnstraßenregelungen schaffen könne und wer nicht.

Unterrichtsplan bis zu den Sommerferien

Ab Montag startet dann in allen Grundschulen der Unterricht nach einem rollierenden System. „Jedes Kind soll mindestens einmal in der Woche in die Schule“, sagt die Silverbergschul-Rektorin. Den Tag wolle man nutzen, um die Kinder darauf vorzubereiten, den Rest der Woche alleine zu Hause zu lernen“, so Beher. Die Eltern hätten einen Unterrichtsplan bis zu den Sommerferien bekommen.

Zurzeit fahre man ein Drei-Säulen-Modell, erklärt die Schulleiterin. Neben dem Präsenzunterricht laufe die Notbetreuung und die OGS an Präsenztagen weiter. „Die Notgruppen werden allerdings immer größer, das ist eine echte Herausforderung für jede Schule.“ Mehr Notbetreuung heiße mehr Räume, mehr Lehrkräfte, die dort gebraucht würden. Einige Lehrer gehörten auch zur Risikogruppe. An der Silverbergschule seien es zwei, die aber freiwillig zum Unterricht erschienen. „Ich bin über 60 und deshalb eine davon“, sagt Veronika Beher. Sie sei zwar vorsichtig und mache nicht alles mit, aber: „Ein mulmiges Gefühl bleibt.“

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