Halterner Gymnasiasten bewerten Stever und das neue Klassenzimmer

Blaues Klassenzimmer

Der Unterricht im Blauen Klassenzimmer an der Stever hat begonnen. Als Erste forschten hier die Gymnasiasten des Biologie-Leistungskurses. Sie haben noch Verbesserungsvorschläge.

Haltern

03.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die jungen Biologen fingen Libellen- und Eintagsfliegenlarven.

Die jungen Biologen fingen Libellen- und Eintagsfliegenlarven, Wasserläufer, Rückenschwimmer, verschiedene Muscheln und Schnecken, aber auch „höhere“ Tiere wie einen Flusskrebs, Frösche und Fische, untersuchten sie und setzten sie zurück in die Stever. © Joseph-König-Gymnasium

Der Lippeverband und die Stadt weihten am 9. September das Blaue Klassenzimmer an der Stever direkt gegenüber der TuS-Sportanlage ein. In einer Art Amphitheater mit terrassenförmig angeordneten Natursteinblöcken haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, anschaulichen Unterricht im Freien mit Bezug zum Element Wasser zu erleben. Die Ersten, die nach der Eröffnung das besondere 220 Quadratmeter große Klassenzimmer nutzten, waren Schülerinnen und Schüler des Biologie-Leistungskurses vom Joseph-König-Gymnasium.

Mit ihrem Lehrer Dr. Markus Walz untersuchten sie das Fließgewässer. Ziel der Freilanduntersuchung war, die Gewässergüte der Stever zu ermitteln. Hierzu gab es drei Stationen, an denen in Kleingruppen gearbeitet wurde. An der Station „Ökomorphologie“ wurden das Bachprofil, die Fließgeschwindigkeit und die Substratverhältnisse des Gewässergrunds untersucht.

Wasserläufer, Schnecken, Flusskrebse: Viel Leben in der Stever

Größter Schwierigkeitsgrad: Dr. Markus Walz hatte eine neun Meter lange Angel mitgebracht. Mit dieser sollte eine möglichst vollständige Tiefenbestimmung über die Stever hinweg erfolgen. Bei der „biologischen Gewässergütebestimmung“ kescherten die Gymnasiasten verschiedene Tiere aus dem Bach, bestimmten diese, ermittelten den Saprobienindex und damit die Gewässergüte. Dazu erklärt Dr. Walz: „Hierbei kann man anhand von bestimmten Zeigerorganismen auf die Belastung des Gewässers mit organischen Verbindungen schließen.“

Der Biologie-Leistungskurs von Dr. Markus Walz war die erste Schülergruppe, die das neue Blaue Klassenzimmer an der Stever für Unterricht im Freien nutzte.

Der Biologie-Leistungskurs von Dr. Markus Walz war die erste Schülergruppe, die das neue Blaue Klassenzimmer an der Stever für Unterricht im Freien nutzte. © Joseph-König-Gymnasium

Die jungen Biologen fingen Libellen- und Eintagsfliegenlarven, Wasserläufer, Rückenschwimmer, verschiedene Muscheln und Schnecken, aber auch „höhere“ Tiere wie einen Flusskrebs, Frösche und Fische. Alle Organismen wurden natürlich schonend behandelt und anschließend wieder in die Stever gesetzt.

Bei der „physikalisch-chemischen Wasseranalyse“ wurde eine sensorische Beschreibung des Bachwassers durchgeführt (Farbe, Geruch, etc.). Weiterhin wurden der pH-Wert, die Temperatur und schließlich die Phosphat-, Nitrit- und Nitratkonzentrationen des Wassers bestimmt.

Plenum verteilt die Note „gut“ und macht Vorschläge

Im abschließenden Plenum auf den Sandsteinbänken wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen vorgestellt und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt.

Anhand der verschiedenen Untersuchungen konnte der Leistungskurs schließlich feststellen, dass die Gewässergüte der Stever die Note „gut“ verdient hat.

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Ebenso gut fiel die Bewertung des „Blauen Klassenzimmers“ aus. Biologielehrer Dr. Walz und seine Schülerinnen und Schüler waren sich einig: wenn dieses noch mit unter anderem Tischen oder Keschern ausgestattet wird, ist es ein empfehlenswerter außerschulischer Lernort, der sicherlich noch viele Kinder und Jugendliche für die Biologie und die Natur begeistern wird.

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