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Halterner Judokas veranstalteten Aktionstag, um für den Notfall fit zu sein

hzJudo-Club Haltern

Die Judokas wollen fit sein, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten. „Erste Hilfe kann jeder“, sagt Dieter Drees. Beim Aktionstag zeigte sich, dass das auch Überwindung kosten kann.

Haltern

, 07.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Veteranen des Judo-Clubs Haltern organisierten in der Sporthalle an der Drususstraße eine Aktion „Notfallverhalten schulen - Erste Hilfe“. Sie wollen als Sportler eine Vorbildfunktion übernehmen. Gleichzeitig luden sie am Sonntag (7. April) weitere Interessenten ein, ihre Kenntnisse aufzufrischen. „Wir müssen in der Lage sein, im Notfall sofort richtig zu reagieren, zu reanimieren und dabei einen kühlen Kopf zu bewahren,“ erklärte Dieter Drees vom Judo-Club. Die Gewissheit, vorbereitet zu sein, sei ein beruhigendes Gefühl. Das gelte auch außerhalb der Matte.

Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst sowie Arzt Bernd Zöfelt schulten die Judokas und ihre Gäste. „Wir wollen sattelfest sein, um für einen Notfall gerüstet zu sein“, betonte Hans Gondzik, einer der Organisatoren. Bernd Zöfelt zeigte deshalb zunächst Erkennungsmerkmale, mit denen man eine Notfall-Situation schnell bewerten kann und erläuterte, welche erste Hilfe angebracht ist.

Halterner Judokas veranstalteten Aktionstag, um für den Notfall fit zu sein

Der Malteser Hilfsdienst und Mediziner Bernd Zöfelt (3.v.r.) gaben wichtige Tipps zur Handhabung eines Defibrillators. © Elisabeth Schrief

Mit den Ehrenamtlichen des Malteser Hilfsdienstes übten die Judokas außerdem die richtige Lage und das Wiederbeleben eines Patienten sowie die Handhabung eines Defibrillators. „Meinen letzten Erste-Hilfe-Kurs habe ich anlässlich meiner Führerscheinprüfung gemacht. Und das ist viele Jahre her“, erzählte eine Teilnehmerin. Sie war dankbar für die Schulung, wird aber noch einen achtstündigen Kurs beim Malteser Hilfsdienst anhängen. Es koste schon Überwindung, sekundenschnell zu helfen, wenn man unsicher sei, sagte ein anderer Teilnehmer.

Halterner Judokas veranstalteten Aktionstag, um für den Notfall fit zu sein

Die Erfolgschancen einer Wiederbelebung sind umso größer, je früher die Herzdruckmassage einsetzt. Die Teilnehmer des Aktionstages lernten diese mithilfe einer Puppe. © Elisabeth Schrief

Judoka Jürgen Chmielek erinnerte an das tragische Geschehen an einem Gymnasium in Karlsruhe, wo ein 18-Jähriger im Sportunterricht zusammengebrochen war und schwere Hirnschäden davon getragen hatte. Zwar wurde der Notarzt gerufen, aber keine Erste Hilfe angewandt. Acht Minuten Bewusstlosigkeit ohne jegliche Laienreanimation haben das Leben des Abiturienten zerstört. „Einem Menschen nicht zu helfen, ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Jürgen Chmielek.

Dirk Nitsche von der Feuerwehr ist selbst schon auf der Straße angehalten worden, weil Erste Hilfe notwendig wurde. „Das Vertrauen in die Feuerwehr ist natürlich besonders groß“, sagt er. Deshalb werden Feuerwehrkameraden regelmäßig geschult. Beim Aktionstag demonstrierte Dirk Nitsche mit seinem Team, was passiert, wenn ein Verletzter ins Krankenhaus muss. Dazu brachten die Feuerwehrleute - wie auch der Malteser Hilfsdienst - ein einsatzbereites Rettungsfahrzeug mit und gewährten einen Blick ins Innere.

Halterner Judokas veranstalteten Aktionstag, um für den Notfall fit zu sein

Ist jemand bewusstlos, atmet aber normal, dann ist stabile Seitenlage angesagt. Auch das wurde trainiert. © Elisabeth Schrief

Die Veteranen des Judo Clubs, alle über 55 Jahre alt, waren sich einig darüber, dass es eine wichtige Erfahrung für alle war, sich schulen zu lassen. Die Aktion soll auf jeden Fall wiederholt werden. Außerdem verabredeten sie mit Matthias Mersmann vom Malteser Hilfsdienst, Schulungen für Übungsleiter zu initiieren. „Erste Hilfe zu leisten, kostet vielleicht zunächst Überwindung, aber wir wollen nicht nur in unserem Sport fit sein“, bekräftigte Dieter Drees.

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