Kyra Arnold (r.) und Michelle Dorendorf gehören zum Team, das den Account juenger_haltern der evangelischen Gemeinde betreibt. © Jürgen Wolter
„juenger_haltern“

Halterner Jugendliche auf Instagram: Kirche muss nicht langweilig sein

Sie wollen jungen Leuten ihre Kirche näher bringen: Fünf Jugendliche aus der evangelischen Gemeinde haben einen Instagram-Account auf den Weg gebracht - mit einem mehrdeutigen Namen.

Kirche sollte auf digitalen Wegen präsenter sein. Das finden fünf Jugendliche und junge Erwachsene aus der evangelischen Gemeinde Haltern. Deshalb haben sie im Januar dieses Jahres einen Instagram Account eingerichtet mit dem durchaus mehrdeutigen Namen „juenger_haltern“.

Jünger als der Durchschnitt der Gemeindemitglieder sind sie auf jeden Fall: Michelle Dorendorf, Kyra Arnold, Gudrun Weber, Jana Baden und Chiara Koop sind zwischen 17 und 22 Jahre alt. Und, dass sie so ein kleines bisschen in der Nachfolge der Jünger Jesu unterwegs sind, kann man auch nicht bestreiten: Auch sie versuchen – auf zeitgemäße Weise – an der Verbreitung von Gottes Wort mitzuwirken. Dabei geht es keineswegs trocken zu.

Junge Leute ab 13 im Blick

Die Initiative entstand im Ausschuss für Kinder und Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde. Dort haben die fünf jungen Frauen eine Social-Media-Gruppe gegründet. Dabei arbeiten sie eng mit Diakonin Lena Schäfer zusammen, die sich die Ausweitung digitaler Angebote in der evangelischen Gemeinde auf die Fahnen geschrieben hat.

„Kirche will ja gerade junge Leute ansprechen, aber das ist auf den traditionellen Wegen nicht immer möglich, schon gar nicht in Coronazeiten, wo die persönlichen Begegnungen immer weniger werden“; sagt Michelle Dorendorf, die Englisch und Theologie für das Lehramt studiert und Vorsitzende des Ausschusses ist.

Die Jugendlichen da abholen, wo sie medial sowieso unterwegs sind, das ist das Ziel. Dabei haben die Initiatorinnen die Gruppe junger Leute ab 13 im Blick und ein Konzept aufgegriffen, das es in der evangelischen Kirche von Westfalen unter dem Stichwort „Jünger“ schon gibt. Für Haltern füllen sie es mit eigenen Beiträgen.

So stellt sich die Gruppe auf ihrem Account vor.
So stellt sich die Gruppe auf ihrem Account vor. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

„Wir treffen uns einmal im Monat, um über neue Inhalte zu sprechen“, sagt Kyra Arnold. Zurzeit finden diese Treffen allerdings auf digitalem Weg statt.

Auf ihrem Account haben die jungen Frauen – dass keine Jungs oder Männer dabei sind, ist Zufall aber keine Absicht und darf sich gern auch ändern – einen ersten bunten Mix von Beiträgen gepostet.

„Zunächst einmal haben wir uns alle mit Foto und einem kurzen Statement vorgestellt“, sagt Michelle Dorendorf. Dort schreibt beispielsweise Jana Baden: „Glaube bedeutet für mich den Glauben an etwas Größeres als uns selbst. Jeder sollte unsere Gemeinde kennen, weil wir eine Gemeinschaft sind, die jeden akzeptiert und toleriert.“

„Was hat der Mond mit Ostern zu tun?“

Außerdem gibt es kurze Infotexte zu biblischen und christlichen Themen. So werden etwa die Fragen geklärt: „Was hat der Mond mit Ostern zu tun?“, „Muss Kirche langweilig sein?“ oder „Warum fasten Christen?“

Außerdem weisen die „juenger_haltern“ auf aktuelle Veranstaltungen in der Gemeinde hin und haben zuletzt Ergebnisse einer „Creation Week“ (einer Woche zum Thema Schöpfung) mit den Konfirmanden vorgestellt.

„Zurzeit haben wir noch hauptsächlich Textbeiträge, aber es gibt auch Videos und andere Formate“, sagt Michelle Dorendorf. „Das muss man auch ein bisschen üben und sich daran gewöhnen, solche Formate hochzuladen“.

136 Abonnenten hat „juenger_haltern“ inzwischen. „Damit sind wir nach nur wenigen Wochen durchaus zufrieden“, sagt Michelle Dorendorf. „Aber es sollen natürlich mehr werden.“

Wer Interesse hat, im Team der Seite mitzuarbeiten, kann sich direkt auf dem Account www.instagram.com/juenger_haltern/ oder bei der evangelischen Gemeinde Haltern näher informieren.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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