Halterner Kosmetikerinnen betrübt über den zweiten Lockdown

hzCorona-Pandemie

Für Erika Becker hat sich die größte Sorge bewahrheitet: Im kompletten November müssen Kosmetikstudios wieder schließen. Der zweite Lockdown treibt ihr die Tränen in die Augen.

Haltern

, 30.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 35 Jahren führt Erika Becker die Altstadtparfümerie mit Kosmetikstudio am Gantepoth. Zeiten wie diese hat sie noch nie erlebt. Die Corona-Pandemie hat ihr als sogenanntem „körpernahen Dienstleister“ einen ersten Lockdown ab Mitte März und dann für fünf Wochen beschert, jetzt kommt der zweite, der für den ganzen November gilt. Ab Samstag (31. Oktober) bleibt das Studio geschlossen. „Das ist ein Elend und für mich völlig unverständlich“, reagiert Erika Becker. Tränen stehen in ihren Augen.

„Die Gastronomie und auch unsere Branche müssen dafür büßen, dass sich Menschen nicht an die Maskenpflicht und die Abstandsregeln halten und damit letztlich die hohen Infektionszahlen verschuldet haben“, sagt sie im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Gerade habe sie sich wirtschaftlich nach dem ersten Lockdown gefangen, nun müsse sie wieder schauen, wie sie ihre Existenz retten könne. Ihre große Hoffnung ist das Versprechen der Politik, 75 Prozent vom letzten November-Umsatz als Überbrückungshilfe auszuzahlen. Aber ihre Mitarbeiterin Yvonne Schlage müsse sie nun wieder in Kurzarbeit schicken.

„Wir sind die Falschen, die jetzt wieder leiden müssen“

Erika Becker will nicht missverstanden werden. Sie findet Einschränkungen richtig und befürwortet auch Strafen für diejenigen, die Hygieneregeln brechen. „Aber wir sind doch wieder die Falschen, die jetzt leiden müssen.“

Das Telefon im Studio stand am Donnerstag nicht still. Kunden fragten nach ihren Terminen oder wollten noch schnell in den letzten Stunden vor dem Lockdown eine Behandlung vereinbaren. Erika Becker und Yvonne Schlage arbeiteten sich selbst ebenfalls durch eine lange Liste. „Nicht alle Kunden haben Verständnis für die Schließung“, mussten sie erfahren. Andere versuchten, die Kosmetikerinnen zu trösten: „Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei“ oder (mitfühlend) „Wo haben Sie eine Spendenkasse stehen?“

Eduarda Feldhaus: „Hygieneregeln überaus ernst genommen“

Eduarda Feldhaus hat vor eineinhalb Jahren in Lippramsdorf-Mersch ihr Kosmetikstudio „Eduardas Beauty“ eröffnet, in dem sie zwei Tage die Woche Entspannung und Pflege anbietet. „Meine Kunden sind sehr traurig über die erneute Schließung“, erklärt die Kosmetikerin und Friseurmeisterin.

Sie habe Glück, weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Friseurmeisterin ein festes Einkommen habe und weder Miete noch Personalkosten zahlen müsse. „Mir geht es besser als anderen Kolleginnen. Aber auch ich habe viel Geld in meine Selbstständigkeit investiert.“ Dass die Schließung ausgerechnet die Kosmetikstudios und die Gastronomie treffe, kann Eduarda Feldhaus nicht verstehen.

„Das ist eine bittere Pille und absolut unverständlich. Denn wir arbeiten mit größter Sorgfalt und erfüllen teilweise die Auflagen über das geforderte Maß hinaus.“ Ein Trost seien die herzlichen Kunden, die Mut zusprächen und Möglichkeiten der Hilfe überlegten.

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