Gefährliches Edelgas: Halterner misst Radon-Konzentration in seinem Haus

hzRadon-Messung in Haltern

Dirk Klaus misst in seinem Haus die Radon-Konzentration. Das radioaktive Edelgas kann nach einer Haus-Sanierung unter Umständen nicht entweichen. Experten warnen vor tödlichen Risiken.

von Thomas Schlüter

Haltern

, 20.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man sich intensiv mit energetischer Sanierung auseinandersetzt, kommt man um das Thema Radon-Messung nicht herum“, meint Dirk Klaus. Der Halterner Ratsherr hat vor acht Jahren sein Haus umfangreich saniert. Dadurch sollten Energieverbrauch und -kosten deutlich gesenkt werden.

Dr. Jochen Kemski, Sachverständiger für Radon, erklärt: „Radon gelangt aus dem Erdreich über Risse im Fundament in Gebäude und kann sich hier anreichern“. Eine Abdichtung der Gebäudehülle wirke wie ein „Käseglocke“ - weniger Energie entweiche, aber ebenso weniger Schadstoffe. Daher tendierten sanierte Gebäude zu höheren Radon-Konzentrationen.

„Bei einer erhöhten Radon-Konzentration steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken“, warnt Dr. Kemski. Ein Zielwert in Gebäuden sei 100 Becquerel pro m³. „Ab einer Radon-Konzentration in der Raumluft von 1000 Bq/m³ ist das Lungenkrebsrisiko doppelt so hoch“.

Radon-Messgeräte sind teuer

Dirk Klaus hatte schon lange über eine Radon-Messung nachgedacht. „Die Messgeräte kann man käuflich erwerben, sie sind allerdings sehr teuer.“ Dann erfuhr er in der Halterner Zeitung vom Aufruf des Bundesamtes für Strahlenschutz, das freiwillige Teilnehmer für eine Radon-Messung suchte. Nun bot sich die willkommene Gelegenheit einer kostenlosen Radon-Messung.

„Ich habe mich sofort für eine Teilnahme beworben. Zwei Tage später kam die Bestätigung per Mail, weitere zwei Tage darauf kamen die Messgeräte per Post.“

Zwei Messgeräte mit Detektoren

Bei den Messgeräten handelt es sich um zwei Plastikdosen (Durchmesser: 7 cm, Höhe: 1,5 cm). Diese benötigen keinen Strom, machen keinen Lärm und strahlen nicht. Eine kleine Plastikfolie im Gehäuse, die Spuren von Radon aufnimmt, dient als Detektor.

Die Messgeräte werden nun für ein Jahr in zwei verschiedenen Räumen aufgestellt. Auf der Website eines Sachverständigenbüros, das die Studie durchführt, musste Dirk Klaus außerdem Angaben zu Gebäude, Aufstellungsorten und Messbeginn machen.

Geringer Aufwand

Weiteren Aufwand hat der Halterner mit der Messung vorerst nicht. In einem Jahr schließlich muss er die Messgeräte an das Sachverständigenbüro zurückschicken. Anschließend wird Klaus per Mail über die tatsächliche Radon-Konzentration in seinem Haus informiert.

Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sind auf der Website des zuständigen Sachverständigenbüros zu finden.

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