Corona: Großmütter nähen für Halterns Abiturienten Masken „Abi 2020“

hzSchulen wieder auf

Am Donnerstag begann wieder der Unterricht für die Abschlussschüler der weiterführenden Schulen. Am Gymnasium sorgte eine Aktion von zwei Großmüttern für große Freude.

Haltern

, 23.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Abi 2020“ steht auf der Atemschutzmaske, die Abiturientin Nathalie Meinhard vom Josef-König-Gymasium zunächst nur fürs Foto trägt. 120 dieser Masken haben ihre beiden Omas genäht, speziell für den Abschluss, der in diesem Jahr wegen der Corona-Krise unter ganz besonderen Vorzeichen steht.

Nathalie gehört zu den 117 Schülern, die sich ab Donnerstag wieder zum Unterricht am Gymnasium einfanden. An der Hauptschule waren es 55, an der Realschule 160. Die Schulleiter Dagmar Perret, Ulrich Wessel und Frank Cremer zogen insgesamt ein positives Fazit: „Es hat gut funktioniert“, so Frank Cremer. „Wir sind froh, dass wir unsere Schüler wiedergesehen haben, auch wenn es natürlich eine seltsame Situation ist, mit Schutzmaske zu unterrichten und mit kleinen Gruppen von Schülern die großen Abstände einzuhalten. Die Schüler waren aber sehr diszipliniert“.

Getrennte Eingänge und Händedesinfektion

Sie werden jeweils in Kleingruppen bis zu maximal 15 Schülern unterrichtet, sie betreten die Schule über getrennte Eingänge, benutzen getrennte Toiletten und desinfizieren sich am Eingang die Hände. Zunächst werden an allen drei weiterführenden Schulen nur die Entlassschüler unterrichtet, das heißt am Gymnasium die Abiturienten, deren Erscheinen freiwillig ist, und an der Realschule und der Hauptschule die 10-er Abschlussklassen.

Unterricht mit Abstand: Der Leistungskurs Sozialwissenschaften am Gymnasium.

Unterricht mit Abstand: Der Leistungskurs Sozialwissenschaften am Gymnasium. © Jürgen Wolter

„Ab dem 4. Mai würden dann auch die Schüler, die 2021 Abi machen, wieder in den Unterricht zurückkehren. Ob das so sein wird, hängt aber von der nächsten Runde der Ministerpräsidenten der Länder mit der Kanzlerin ab, die am 30. April darüber entscheiden wird, ob es mit der Öffnung weitergeht oder nicht“, sagt Ulrich Wessel, Leiter des Joseph-König-Gymnasiums.

Schulen planen mehrgleisig

Den Betrieb mit einem Jahrgang zu organisieren, sei noch kein Problem gewesen, schwieriger werde es, wenn wieder mehr Jahrgänge kommen, so die drei Schulleiter. „Wir haben natürlich einen Plan in der Schublade, für den Tag, wenn wir mehrere Jahrgänge beschulen müssen, aber wir wissen noch nicht, ob es dazu kommt“, so Dagmar Perret von der Joseph-Hennewig-Schule.

So ist es richtig: Händedesinfektion und Maskentragen war an allen drei weiterführenden Schulen angesagt.

So ist es richtig: Händedesinfektion und Maskentragen war an allen drei weiterführenden Schulen angesagt. © Jürgen Wolter

Abschlussfeiern wird es nach den Prüfungen, die am 12. Mai beginnen, natürlich auch nicht in der bekannten Form geben. „Bei uns werden die Zeugnisse in drei Veranstaltungen mit je maximal 39 Schülern und zwei ihrer Angehörigen verliehen“, sagt Ulrich Wessel.

Am Gymnasium hatte sich die Aktion der beiden Omas von Nathalie Meinhard schnell herumgesprochen. Eine Tafel Schokolade mit der Aufschrift „Merci“ hatten andere Schüler schon für sie im Sekretariat abgegeben. „Ich habe den Schülern schon gesagt, sie sollen diese Masken unbedingt aufheben“, so Ulrich Wessel. „Von diesem Abitur werden sie später noch ihren Kindern und Enkeln erzählen können.“

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