Halterner Parteien äußern Kritik an Überlegungen

Flüchtlingsunterkunft auf AV8

Die Überlegungen, im alten Schachtgebäude Auguste Victoria 8 eine Landesunterkunft für 1000 Flüchtlinge einzurichten, werden von Lokalpolitikern kritisch gesehen. Der CDU-Ortsverband und mit ihm die Lippramsdorfer CDU-Ratsmitglieder Franz Schrief und Franz Tönnis sowie auch die ortsansässigen Ratsmitglieder Kai Surholt (FDP) und Johannes Föcker (WGH) schickten Briefe zur Bezirksregierung Münster.

LIPPRAMSDORF

, 15.01.2016, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Halterner Parteien äußern Kritik an Überlegungen

Der Schacht AV 8 ging 1982 in Betrieb, am 31. Dezember 2015 ist er Geschichte. Das Gelände zwischen Burg Ostendorf und Lippe soll auf Wunsch der Politik nicht wieder renaturiert werden.

"Wir sprechen uns für eine Hilfe von in existenzielle Not geratenen Menschen aus anderen Ländern aus und möchte unseren Beitrag leisten - ohne jedoch überfordert zu werden", schreibt Vorsitzender Thomas Radzun stellvertretend für seinen CDU-Ortsverband an Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller.

"Der Standort ist aufgrund des vorhandenen Platzes logistisch vorteilhaft, hat aber Nachteile wegen der unmittelbaren Nähe zum Wohnumfeld und den notwendigen Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf die künftige Deichbaustelle und den Rückbau des Schachtes", gibt Thomas Radzun zu bedenken. Außerdem fehle in der Siedlung "Untere Freiheit" mit 800 Einwohnern die nötige Infrastruktur. Geschäfte befänden sich Kilometer entfernt, Haus- und Zahnarztpraxis in Lippramsdorf seien schon jetzt mehr als ausgelastet. Die Polizeipräsenz sei zu gering.

CDU: Für und Wider darstellen

"Wir wollen grundsätzlich keine Ängste schüren", sagte Thomas Radzun am Freitag gegenüber der Halterner Zeitung. Der CDU gehe es darum, das Für und Wider darzustellen, damit die Bezirksregierung eine abgewogene Entscheidung treffe. Die Partei findet aber auch, dass der Ortsteil Lippramsdorf in der Vergangenheit alle Belastungen des Bergbaus ertragen und über Jahrzehnte seinen Beitrag zum Wohle des Landes geleistet habe.

Thomas Radzun: "Es erscheint besser, eine geringere Anzahl von Menschen in angemessenem Verhältnis zu den Möglichkeiten des Dorfes unterzubringen und im Gegenzug auch die Bereitschaft und den Willen vieler Dorfbewohner zu nachhaltigen Hilfestellungen zu nutzen."

Tolerantes Miteinander

FDP und WGH bitten die Bezirksregierung ebenfalls darum, die Lippramsdorfer nicht zu überfordern. "Das Dorf ist geprägt von einem sehr sozialen, hilfsbereiten und toleranten Miteinander, eine Unterkunft in dieser Größe sehen wir jedoch sehr kritisch", schreiben Kai Surholt und Johannes Föcker.

Ihre Parteien wünschen sich von der Bezirksregierung eine bessere Verteilungsgerechtigkeit. "Wir wollen unseren sozialen und menschlichen Beitrag leisten, dafür bedarf es aber Entscheidungen, die mit Vernunft und Weitsicht getroffen werden." Mögliches Konfliktpotenzial sehen FDP und WGH wegen der Ausrichtung des Ortsteils auf den Tourismus, wegen des Deichbaus und Schachtrückbaus sowie aufgrund von Behinderteneinrichtung und Kindergarten in der Nachbarschaft. "Durch die hohe Fluktuation der Asylsuchenden können wir von Problemen ausgehen."

Lesen Sie jetzt