Halterner Schornsteinfegermeister erhält Gründungsprämie vom Land NRW

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Mitten in der Coronaphase machte sich der Halterner Schornsteinfegermeister Benjamin Buckstegge selbstständig. Eine Gründungsprämie des Landes erleichterte den Start.

Lippramsdorf

, 19.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 1. Juni dieses Jahres wagte Benjamin Buckstegge, Schornsteinfegermeister aus Lippramsdorf-Freiheit, den Sprung in die Selbstständigkeit - mitten in der Coronapandemie. Den Start erleichterte ihm eine Meistergründungsprämie des Landes, die er kürzlich von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwarth entgegen nehmen konnte.

Von Jahresbeginn bis Ende August erhielten 48 Meisterinnen und Meister, die sich im Handwerk des Kammerbezirks Münster selbstständig gemacht haben, die Meistergründungsprämie des Landes in Höhe von 7500 Euro als Zuschuss. Beim NRW-Meistertag in Solingen wurde die Prämie an 20 der Gründer übergeben.

„Diese Prämie ist ein Zuschuss zu den Gründungskosten“, erläutert Benjamin Buckstegge. „Sie wird gewährt, wenn man nachweisen kann, dass man Investitionskosten in Höhe von mindestens 15.000 Euro gehabt hat.“

Praktikum war der entscheidende Kick

Benjamin Buckstegge hat als Jugendlicher durch ein Praktikum den Arbeitsbereich des Schornsteinfegers kennengelernt. „Danach stand sofort für mich fest: Das will ich mal machen“, sagt er. Ein zweites Praktikum im KFZ-Gewerbe bestätigte ihn in seiner Entscheidung. „Das war nämlich gar nichts für mich.“

Benjamin Buckstegge stammt aus Herten-Westerholt, lebte lange in Marl und zog 2010 - der Liebe wegen - nach Lippramsdorf-Freiheit. Seine Ausbildung machte er bei Schornsteinfegermeister Enrico Poles in Marl, arbeitete dann, nach einigen kürzeren Stationen bei anderen Schornsteinfegern, 16 Jahre lang als Geselle bei Andreas Ewering. “Da gehörten neben Marl-Hamm und Sickingmühle auch Teile der Halterner Innenstadt sowie Lippramsdorf, Hamm-Bossendorf und Bergbossendorf zu unserem Bezirk“, sagt er.

Bezirk in Herten-Disteln

Als selbstständiger Schornsteinfegermeister ist Buckstegge jetzt zusammen mit einem Gesellen im Bezirk Herten-Disteln tätig. „Bezirke werden heute nur noch für sieben Jahre vergeben und nicht mehr lebenslang“, sagt Benjamin Buckstegge. Danach muss man sich neu dafür bewerben. Das wurde per Gesetz festgelegt, wie auch die grundsätzliche Öffnung des Marktes für Schornsteinfeger aus dem benachbarten Ausland.“

Die Coronasituation habe das Schornsteinfegerhandwerk nur gering getroffen, sagt Benjamin Buckstegge. „Wir sind als Branche bisher ganz gut da durchgekommen.“

Mehr Sorgen bereitet ihm der Mangel an Nachwuchskräften. „Viele Jugendliche peilen Abitur und Studium an und zu wenige kennen die Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk“, so Buckstegge. „Lernen war früher auch nicht so mein Ding, bis ich gemerkt habe, wie viel Spaß das Handwerk machen kann.“

Handwerk bietet gute Berufschancen

Ein Praktikum sei der beste Weg, einmal in so ein Berufsfeld hereinzuschnuppern, findet Benjamin Buckstegge. „Das ist besser, als eine Ausbildung anzufangen und dann nach ein paar Monaten zu merken, dass es nicht passt.“

Zum Schornsteinfegerhandwerk gehöre heute nicht mehr nur das Kaminfegen. „Viele Tätigkeiten haben mit dem Messen und Kontrollieren der Heizungs- und Brennanlagen zu tun.“ In den Bereichen Lüftungstechnik oder Energieberatung sieht er für das Handwerk neue zukunftsträchtige Perspektiven. „Sprecht einfach mal euren zuständigen Schornsteinfeger an!“, rät er jungen Interessenten am Beruf.

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