Halterner Schüler in Quarantäne warten seit Tagen auf Testergebnisse

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Zwei Klassen befinden sich seit Tagen in Quarantäne, weil es an ihrer Schule Corona-Fälle gab. Seitdem herrsche zum Teil große Ungewissheit, wie eine Schülerin nun mitteilt.

Haltern

, 06.10.2020, 17:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Alessa Terbrack aus Haltern besucht die 13. Klasse am Hans-Böckler-Berufskolleg in Haltern, um dort ihr Fachabitur mit Berufsausbildung zur Kaufmännischen Assistentin zu absolvieren. Am 24. September (Donnerstag), so erzählt die junge Frau, seien sie und ihre Klassenkameraden nach Hause geschickt worden. „Ein Lehrer wurde offenbar positiv auf das Coronavirus getestet“, erzählt sie.

Alessa Terbrack fühlt sich verunsichert.

Alessa Terbrack fühlt sich verunsichert. © privat

Sie und ihre Mitschüler seien am Nachmittag angerufen worden. „Man wollte wissen, inwieweit wir mit dem Lehrer in Kontakt waren. Von einer Lehrerin haben wir dann erfahren, dass eine weitere Schülerin positiv ist und wir in Quarantäne müssen und getestet werden sollen.“ Vom Ordnungsamt der Stadt Haltern sei schließlich per Post ein offizielles Schreiben über die Verfügung der Quarantänemaßnahme bis zum 8. Oktober gekommen.

Eine andere Klasse sei nach dem Vorfall von der Schulleitung vorsichtshalber vorläufig vom Unterricht befreit worden. „Und nachdem es dort auch einen positiven Fall gab, wurde auch diese Klasse unter Quarantäne gestellt.“

Einen Termin für einen Test aller betroffenen Schüler habe es zunächst aber nicht gegeben. Am Montag habe ihre Mutter deshalb beim Kreisgesundheitsamt angerufen. „Da hieß es dann, dass wir um 16 Uhr zur Schule kommen können, um uns dort in einem Raum testen zu lassen.“ Mobile Teams des Deutschen Roten Kreuzes hätten die Testung durchgeführt. „Das war am 28. September, also vor mehr als einer Woche. Ein Ergebnis habe ich aber immer noch nicht“, ist Alessa Terbrack verwundert.

„Total verunsichert“

Mittlerweile sei bekannt geworden, dass drei weitere Mitschüler positiv getestet wurden. „Sie haben offenbar schon Bescheid bekommen.“ Zwei kämen aus Haltern, eine aus Herten. „Alle anderen warten weiterhin auf das Ergebnis ihrer Testung. Man fühlt sich total verunsichert“, sagt Alessa Terbrack. „Irgendwie ist das alles sehr chaotisch.“

Zahlreiche Versuche, eine telefonische Auskunft beim Kreisgesundheitsamt zu erhalten, seien bislang fehlgeschlagen. „Am Donnerstag haben wir dann jemanden vom Halterner Ordnungsamt erreicht. Da hat man uns gesagt, dass man wahrscheinlich negativ ist, wenn man nicht informiert wird.“ Sie frage sich aber, wie verlässlich diese Aussage ist. „Symptome habe ich nicht, aber das muss ja auch nichts heißen.“

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Zwischenzeitlich hieß es, dass die Quarantänemaßnahme nochmal um ein paar Tage verlängert werden könnte. „Wie kann das sein? Irgendwie blickt man da überhaupt nicht mehr durch“, ist Alessa Terbrack verzweifelt.

Was sagt der Kreis zum dem kurios klingenden Fall?

„Wir können verstehen, dass in diesem Fall eine Unsicherheit herrscht“, sagt Kreissprecherin Svenja Küchmeister. In der vergangenen Woche habe man an Schulen und Kitas im Kreis über 2500 Testungen vornehmen müssen. „Es dauert einfach seine Zeit, bis alle Ergebnisse aus den Laboren vorliegen und wieder zugeordnet worden sind. Unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes, aber wir müssen mittlerweile aufgrund der vielen Testungen und der eingeschränkten Personalkapazitäten verstärkt nach Prioritäten abarbeiten.“

Alle werden über Ergebnis informiert

Der Fokus liege daher zunächst darauf, die Personen zu informieren, deren Ergebnis positiv ausgefallen ist. Küchmeister bittet um Verständnis. „Letztlich werden alle noch über ihr Ergebnis informiert. Nur leider kann das derzeit oft etwas dauern.“ Für die Quarantäne gelte grundsätzlich immer eine Frist von 14 Tagen, seit dem letzten möglichen Kontakt zu einer infizierten Person. Ab Freitag, wenn die Quarantäne endet, könnten die Schüler daher auch wieder zur Schule gehen. Grundsätzlich gelte aber zugleich auch: „Wer während einer Quarantänemaßnahme plötzlich über coronaspezifische Symptome klagt, sollte umgehend seinen Hausarzt kontaktieren.“

Die Schulleitung des Hans-Böckler-Berufskollegs hat am Mittwoch beschlossen, dass ihre aktuell unter Quarantäne stehenden Schüler erst nach den Ferien wieder zum Präsenzunterricht erscheinen sollen. „Für den Rest der Woche bleiben die beide Klassen im Homeschooling“, sagt Kathrin Ollas, Dependanceleiterin des Standorts Haltern. „Da wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen.“ Alle bisher bekannt gewordenen Corona-Fälle an der Schule, so sagt sie, seien nach bisherigen Erkenntnissen jeweils auf eine Ansteckung im privaten Umfeld der Schüler zurückzuführen.

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