Lehrer müssen die Testflüssigkeit für die Selbsttests der Schüler abfüllen. © picture alliance/dpa

Halterner Schüler müssen sich auf Corona testen lassen: Machen alle mit?

An den Haltern Schulen besteht für die anwesenden Schülerinnen und Schüler zwei Mal wöchentlich Corona-Testpflicht. Wir haben nachgefragt, ob es auch Testverweigerer gibt.

Schülerinnen und Schüler müssen sich zwei Mal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft das in den Halterner Schulen jetzt reibungslos. Es gibt nur einen Testverweigerer.

An den weiterführenden Schulen sind zurzeit nur die Abschlussklassen im Präsenzunterricht. „Bei uns kommen zurzeit 63 Schüler“, sagt Dagmar Perret, Leiterin der Joseph-Hennewig-Hauptschule. „Dazu noch einige Kinder in der pädagogischen Betreuung, maximal 26.“ Zwei Mal in der Woche müssen sie sich per Selbsttest auf Covid19 testen.

Das funktioniert an der Hauptschule inzwischen reibungslos. „Vor den Osterferien, als es noch freiwillig war, wollten einige Schüler das nicht, inzwischen sind aber alle dabei“, sagt Dagmar Perret. Positiv getestete Schüler habe es bisher nicht gegeben.

Auch „Bürgertests“ sind möglich

Am Halterner Gymnasium sind zurzeit nur die Schüler der Q1 (zurzeit 122) und der Q2 (117), die ihre Abschlussklausuren schreiben, anwesend. Auch hier klappt das Testen reibungslos. „Die Schüler können hier am Test teilnehmen, sie können aber auch einen Bürgertest vornehmen lassen, sich also an einer anderen offiziellen Teststelle testen lassen, und müssen das Ergebnis dann vorlegen. Es darf nicht älter als 48 Stunden sein“, sagt Schulleiter Ulrich Wessel. Testverweigerer gibt es am Gymnasium nicht. Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer müssen sich natürlich zwei Mal pro Woche testen oder testen lassen.

An der Halterner Realschule kommen zurzeit 139 Schülerinnen und Schüler der

Abschlussklassen zum Präsenzunterricht. Lediglich einer weigert sich, an den Tests teilzunehmen. „Dieser Schüler/diese Schülerin darf am Präsenzunterricht deshalb nicht teilnehmen“, sagt Schulleiter Frank Cremer. Auch ein individueller Distanzunterricht wird nicht angeboten. An Prüfungen und Klausuren darf er/sie aber teilnehmen. „Dafür müssen wir dann einen Extraraum für die Klausur zur Verfügung stellen“, sagt Frank Cremer.

Grundschüler sind gewissenhaft bei der Sache

Nur die Kinder der Notbetreuung kommen zurzeit in die Grundschulen. „Das sind bei uns 35, einige bleiben auch zur OGS-Betreuung bis in den frühen Nachmittag“, sagt Veronika Beher, Schulleiterin der Silverbergschule und Sprecherin der Halterner Grundschulen. Die anwesenden Kinder werden an jedem zweiten Tag getestet. Die, die am Vortag nicht da waren, werden auf jeden Fall getestet. „Es ist schon spannend zu sehen, wie gewissenhaft die Kinder bei den Tests bei der Sache sind“, sagt Beher. Ab Mitte Mai sollen an Grundschulen aber einfachere Lolli-Tests eingeführt werden, die dann von Labors ausgewertet werden.

Das Testverfahren sei zwar zeitaufwändig, habe sich aber inzwischen gut eingespielt, finden alle Schulleiter übereinstimmend. „Schwierig ist, dass die Lehrer die Testflüssigkeit abfüllen müssen, da wäre ein einfacheres Verfahren wünschenswert“, sagt Frank Cremer. „Ansonsten läuft es aber, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.“

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter