Im Einzelfall können Schulen ihre Schüler ins Homeschooling schicken. © picture alliance/dpa
Distanzunterricht

Halterner Schulleiter zur Möglichkeit des Distanzunterrichts

Ist Schulministerin Gebauer umgeschwenkt, wenn sie jetzt den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht für möglich erklärt? Halterner Schulleiter sehen das unterschiedlich.

Wenn Präsenzunterricht in einer Schule aufgrund hoher Corona-Infektions- oder Quarantänezahlen nicht mehr möglich ist, sei der Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht möglich, sagt jetzt NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Gebauer hatte der Stadt Solingen kürzlich untersagt, Klassen wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen zu halbieren und die Schüler im Wechsel daheim und in der Schule zu unterrichten. Hat sie jetzt ihre Position geändert oder nur präzisiert? Wir haben bei Halterner Schulleitern nachgefragt.

„Es scheint eine Konkretisierung zu sein“

„Ihre Aussage scheint jetzt nicht die große Kehrtwende zu sein“, sagt Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums. Die Schulen hätten bereits die Möglichkeit gehabt, in Einzelfällen in den Distanzunterricht zu gehen. „Es scheint eine Konkretisierung zu sein“, so Wessel. Das sieht auch Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule so. Dagmar Perret, Schulleiterin der Joseph Hennewig Hauptschule, befürwortet Präsenzunterricht: „Die Schüler brauchen auch den Lehrer als Ansprechpartner. Aber es kann natürlich sein, dass wir in Situationen kommen, in denen wir auf Distanz unterrichten müssen.“

Präsenzunterricht soll so lange wie möglich beibehalten werden

„Wir wollen den Präsenzunterricht solange wie möglich beibehalten“, sagte Yvonne Gebauer in der aktuellen Stunde im Landtag am Freitag. Schülern würden Bildungschancen genommen, wenn man sie ins Homeoffice schicke. Die Kultusminister wollten kein flächendeckendes Wechselmodell.

Grundsätzlich begrüßt Veronika Beher, Schulleiterin der Silverberg-Grundschule und Sprecherin der Halterner Grundschulen die Möglichkeit, zwischen Präsenz- und Distanzunterricht wechseln zu können. „Voraussetzung ist, dass das die Schulen individuell entscheiden können“ so Beher, „denn die Schulleiter kennen am besten die Situation in ihrer jeweiligen Schule.“

An der Silverbergschule sei der Präsenzunterricht zurzeit noch gut regelbar, so Beher. „Das liegt auch daran, dass unsere Eltern sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgehen.“ An der Grundschule Lippramsdorf müssten dagegen zurzeit sieben Klassen von vier Lehrern unterrichtet werden. „Da kann kein normaler Präsenzunterricht erfolgen“, so Beher. „Wenn Klassen auf Distanz unterrichtet werden, heißt das ja nicht, dass wir sie vergessen. Wir unterrichten auf anderen Wegen.“

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Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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