Im Lavesumer Horst sind drei von fünf Storchenkinder groß geworden. © STEFFE
Weißstörche

Halterner Störche haben Nachwuchs verloren – Experte nennt Ursache

Weißstörche sind gern gesehene Gäste in Haltern wie im ganzen Land. Die Brutzeit 2021 ist fast zu Ende. Es gibt traurige Nachrichten aus Lippramsdorf: Die Storchenkinder sind tot.

Die Störche sind bei Eis und Schnee gekommen, schon im Februar machte ihnen das frühlingshafte Wetter das Leben leicht. „Futter wie Kleinsäuger, vor allem Mäuse, war ausreichend vorhanden“, sagt Niels Ribbrock.

Inzwischen ist die Brutzeit fast zu Ende. Dazu gibt es nicht nur gute Nachrichten. „Es ist an vielen Neststandorten noch nicht abschließend geklärt, wie die Brut verlaufen ist“, erklärt Niels Ribbrock von der Biologischen Station Recklinghausen auf Nachfrage. In Lippramsdorf jedenfalls ist die Brut komplett ausgefallen, das Nest im Freiheiter Brauk ist leer. Das Storchenpaar hat vermutlich Eier ausgebrütet, aber der Nachwuchs hat nicht überlebt. Hier hatte der Heimatverein 2007 einen Horst aufgestellt, 2010 ließ sich das erste Storchenpaar dort nieder.

Niels Ribbrock: Endgültige Zahlen im Laufe des Sommers

Niels Ribbrock sind momentan im Kreis Recklinghausen 18 Weißstorch-Bruten bekannt. „Davon haben vier Bruten einen Totalausfall zu beklagen. In Haltern sind neben den Bruten am Prickingshof drei weitere Bruten gestartet worden.“ In Lavesum sind drei von fünf Jungstörchen groß geworden. In Lippramsdorf hat es einen Komplettausfall gegeben. In Bergbossendorf hält sich ein Jungstorch im Nest auf. Bei anderen Bruten im Kreis sitzen nur noch ein oder zwei Jungstörche im Nest.

Ein volleres Nest mit drei oder mehr Jungstörchen ist laut Ribbrock 2021 eher die Ausnahme. „Der Bruterfolg scheint vor allem durch die nass-kalte Witterung im Mai niedrig zu sein“, bedauert er. Die endgültigen landesweiten Zahlen, die von den unterschiedlichen ehrenamtlichen Betreuer gemeldet würden, lägen normalerweise im Laufe des Sommers vor.

Auf dem Prickingshof ist die größte Brut des Kreises

Auf dem Prickingshof in Sythen brüten fast 50 Prozent der Störche des Kreises Recklinghausen und der Großteil der Halterner Paare. Rolf Behlert betreut die Weißstorch-Bruten dort. „17 Paare haben außerhalb der Voliere auf dem Hof gebrütet“, sagt Rolf Behlert. Sie haben ihre Nester auf dem Dach der Voliere, in Eichenbäumen oder auf Thuja-Sträuchern (immergrüne Heckenpflanzen) beispielsweise. Es handele sich, so Naturfotograf und Naturschützer Rolf Behlert, um wildlebende Störche, die nicht beigefüttert werden. In der Voliere selbst leben nur noch zwei Storchenpaare. In den nächsten Tagen wird der Sythener den Bruterfolg prüfen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Weißstörche stark gestiegen. In den Lippeauen beispielsweise lassen sich die Paare wegen eines reich gedeckten Tisches gerne nieder. „Wir haben inzwischen in NRW mehr Weißstörche als vermutlich je zuvor“, sagt Michael Jöbges von der AG Weißstorch der nordrhein-westfälischen Ornithologengesellschaft. Die Brutbestände seien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Michael Jöbges begleitet in jedem Jahr die Beringung des Nachwuchses in Haltern.

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Elisabeth Schrief

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