Halterner Unternehmen produzieren Infektionsschutzscheiben

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Viele Firmen mit Kundenkontakt haben sie inzwischen aufgestellt: Durchsichtige Schutzscheiben aus Glas oder Plexiglas werden auch von Halterner Firmen hergestellt.

Haltern

, 03.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie schützen die Kassierer an der Supermarktkasse, die Verkäufer in der Apotheke oder die Arzthelferinnen in der Praxis: Viele Betriebe trennen ihre Mitarbeiter, die Kundenkontakt haben, inzwischen mit Schutzscheiben von den Besuchern, um Tröpfcheninfektionen mit dem Coronavirus vorzubeugen.

Die Nachfrage ist hoch, deshalb haben sich auch Halterner Unternehmen darauf eingestellt: Sie stellen Schutzscheiben aus Glas oder Plexiglas her. Eine davon ist die Firma Lichtwerbung Schmalöer. „Ob wir Werbetafeln und Schilder aus Plexiglas herstellen oder Spuck- und Niesschutz, das ist im Prinzip kein großer Schritt“, sagt Patrick Schmalöer. „Wir arbeiten also nicht branchenfremd, wenn wir die Scheiben herstellen, denn Plexiglas gehört zu den Materialien, mit denen wir täglich umgehen.“

Viele Arztpraxen gehören zu den Kunden

Bisher kamen seine Kunden hauptsächlich aus dem medizinischen Bereich: Krankengymnasten, Arztpraxen oder Ergotherapeuten gehörten dazu. „Wir fertigen den Schutz individuell nach den Kundenwünschen an“, sagt Patrick Schmalöer. „Alternativ auch in Carbon, dann sind die Scheiben auch schlagfest.“

Auch Glasermeister Nicolas Pennekamp hat bereits Schutzscheiben gefertigt. „Es gab einige Anfragen, sowohl von Ärzten als auch aus dem Lebensmittelbereich“, sagt er. „Das waren allerdings Einzelfälle, es gibt keine große Nachfrage. Große Ladenketten lassen solche Einrichtungen eher von ihren Ladenbauern herstellen. Für uns ist das ein kleiner Zusatzmarkt, der aber umsatzmäßig nicht wirklich ins Gewicht fällt. Wir haben aber auf anderen Baustellen auch noch gut zu tun.“

Thekenschutz für Arztpraxen hat unter anderem die Glaserei Fimpeler angefertigt.

Thekenschutz für Arztpraxen hat unter anderem die Glaserei Fimpeler angefertigt. © Privat

Für die Glaserei Fimpeler hatten die Schutzscheiben zwischenzeitlich durchaus einen größeren Stellenwert in der Fertigung. „Als das Thema Coronavirus aufkam, haben wir zunächst in den Kliniken des KKRN (Katholisches Klinikum Ruhr Nord) die Empfangsbereiche geschützt“, sagt Hermann Fimpeler. „Danach häuften sich dann die Anfragen.“

Schutzscheiben sollen rückbaubar sein

Auch bei Fimpeler waren vor allem Arztpraxen unter den Kunden. „Die meisten wollten natürlich, dass der Schutz möglichst schnell geliefert wird. Wir hatten noch Restbestände einer Profilserie aus Plexiglas, die wir verarbeiten konnten, mussten uns dann aber auf die Suche nach Neumaterial machen, denn Plexiglas ist zurzeit sehr gefragt“, so der Glasermeister.

Plexiglas sei das bessere Material als Glas, weil die Schutzeinrichtungen nach der Krise auch wieder rückbaubar sein sollten. „Sie werden verklebt und können problemlos wieder entfernt werden“. Inzwischen lasse die Nachfrage aber auch wieder nach.

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