Die Volksbank Südmünsterland Mitte gibt ab dem 25. Juni ihren Standort am Merschtor auf. © Lukas Runde
Volksbank Südmünsterland Mitte

Halterner Volksbank löst Filiale am Merschtor auf und vermietet neu

Die Volksbank Südmünsterland Mitte schließt ihre Filiale am Merschtor und verlagert Service wie auch Schließfächer zur Hauptstelle am Raiffeisenplatz. Einen Nachmieter hat sie schon gefunden.

Volksbank-Kunden, die ein Schließfach in der Filiale an der Merschstraße haben, erhielten in den letzten Tagen Post vom Vorstand. Hinter dem Titel „Ihr neues Schließfach – flexibel erreichbar“ verbirgt sich eine Neuorganisation, die nicht allen gefallen wird.

Ab sofort bietet die Volksbank Kunden mit einem Schließfach in der Merschstraße den „Umzug“ zur Hauptstelle am Raiffeisenplatz an. Denn „im Zuge der zukunftsfähigen Aufstellung unseres Filialnetzes, werden wir den persönlichen Service von der Filiale an der Merschstraße zum 25. Juni auf unsere Hauptstelle verlagern“, heißt es in dem Brief.

Moderne Schließfachanlage immer erreichbar

Dort befindet sich eine moderne Schließfachanlage, die flexibel – auch außerhalb der Öffnungszeiten – erreichbar ist. An der Merschstraße konnte der Kunde nur während der Schalterstunden an sein Schließfach, immer musste ein Mitarbeiter mit in den Keller.

Der Service von der Filiale an der Merschstraße wird auf die Hauptstelle am Raiffeisenplatz verlagert. © Harald Mundt © Harald Mundt

Die Aufforderung an die Schließfach-Kunden beinhaltet mehr. Die Zweigstelle am Merschtor, einst Hauptsitz und Schaltstelle der Volksbank Haltern, wird geschlossen. Nach einer Umbauphase von etwa sechs bis acht Wochen stehen dann dort in einem separaten Raum nur noch SB-Automaten zur Verfügung.

„Wie bereits im Rahmen der letzten Vertreterversammlung angekündigt, nimmt die Volksbank eine Optimierung ihres Filialkonzepts vor, um dieses zukunftsfähig zu gestalten“, nahm Bankvorstand Henning Henke gegenüber der Halterner Zeitung zu der Veränderung Stellung. Im Zuge des Gesamtkonzeptes der Bank habe die Filiale Merschstraße auf dem Prüfstand gestanden, das sei auch so offen kommuniziert worden, betont Henning Henke. Perspektivisch seien zwei Volksbank-Standorte in einer Stadt wirtschaftlich nicht tragbar. Zumal die beiden Häuser gerade einmal 500 Meter auseinander lägen.

Bankvorstand Henning Henke: „Das im vergangenen Jahr nach intensiver Diskussion beschlossene neue Filialkonzept wird nun zu Ende Juni 2021 abgeschlossen.“ © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Ist das nun das Ende des Gesamtfilialkonzeptes? Im vergangenen Jahr schloss die Volksbank Südmünsterland Mitte die Filialen in Lavesum, Hullern und Flaesheim, was zu großer Empörung von Kunden und Politik geführt hatte. „Es wird keine weiteren Überraschungen geben“, versichert Bankvorstand Henke. Lippramsdorf und Sythen bleiben unangetastet, dazu gibt es die Standorte Haltern-Mitte, Lüdinghausen, Olfen und Seppenrade.

Aus dem Bankgebäude wird ein Geschäftshaus

Für die in der Vergangenheit sehr gut laufende Zweigstelle hat die Volksbank bereits einen neuen Verwendungszweck. Sie hat einen Vertrag mit dem Haushaltswaren-Discounter Kodi unterschrieben. Dafür wird das Erdgeschoss umgebaut.

Seit im Februar 2020 im gemieteten Objekt an der Rekumer Straße ein Teil der Ladendecke eingestürzt war, gibt es kein Kodi mehr vor Ort. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Kodi ist schon lange auf der Suche nach einem geeigneten Geschäftslokal in Haltern. Mitten im laufenden Geschäftsbetrieb war am 15. Februar 2020 in der Halterner Kodi-Filiale die Decke auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern eingestürzt – mehrere Menschen wurden dabei leicht verletzt. Seitdem ist die Filiale an der Rekumer Straße geschlossen.

Mehrfach hatte das Unternehmen aus Oberhausen eine Wiedereröffnung angekündigt und musste sie doch immer wieder verschieben. Leider seien nach wie vor die baurechtlichen Voraussetzungen an der Immobilie Rekumer Straße seitens des Vermieters nicht geschaffen worden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage der Halterner Zeitung.

„Sicherlich werden wir zunächst mit unserer Nachricht keine Freudensprünge auslösen. Aber wir sind mit dieser aktuellen Entscheidung zukunftsfähig aufgestellt, trotz des Niedrigzinsniveaus“, betont Henning Henke. Es sei ein notwendiger Schritt gewesen. Die Mitarbeiter der Filiale Merschstraße sind entweder in den Ruhestand gegangen oder wechseln zum Raiffeisenplatz.

Während der Umbauphase stehen die SB-Schalter an der Merschstraße nicht zur Verfügung. Bald wird aus dem Bankgebäude ein reines Geschäftshaus mit Zahnarztpraxis, Steuerberatungsbüro und Kodi. Nur im Dachgeschoss befindet sich noch eine Wohnung.

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Elisabeth Schrief

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