Die Pädagogen der Grundschulen wurden in der Seestadthalle geimpft. © Wiethoff

Halternerin drängt: Wann werden Lehrer weiterführender Schulen geimpft?

Lehrer der weiterführenden Schulen warten auf ihre Impfungen. So wie Sandra Pruß. Sie unterrichtet - wenn die Schulen nicht geschlossen haben - wöchentlich 223 Schülerinnen und Schüler.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wünscht sich, dass Lehrerinnen und Lehrer auch der weiterführenden Schulen beim Impfen gegen das Coronavirus vorgezogen werden. Zurzeit ist aber noch nicht absehbar, wann diese Gruppe in NRW geimpft werden kann. Eine höhere Priorisierung gilt aktuell nur für die Lehrer an Grund- und Förderschulen, weil diese den gebotenen Corona-Abstand oft nicht einhalten können.

Sandra Pruß aus Haltern allerdings fehlt die Transparenz, wann wer geimpft wird. „Und auch die Hoffnung, vielleicht doch früher an der Reihe zu sein“, wie sie sagt. Sie hat ihren Hausarzt angesprochen und auch bei anderen Praxen nachgefragt. Jeder Mediziner habe eine andere Priorität. Sandra Pruß gehört zur Impfgruppe 3, für die es noch keine Warteliste gibt. Sie würde sich mit einer Impfung sicherer fühlen. Die Lehrerin unterrichtet an einer weiterführenden Schule (nicht in Haltern) und hat wöchentlich 223 unterschiedliche Schüler.

Mehrere hundert Mails treffen beim Kreis ein

Nicht alle im Kollegenteam wollten geimpft werden, sie allerdings schon, betont sie. Doch Geduld ist gefragt. Nach Auskunft des Kreises Recklinghausen erhält zunächst die Prioritätengruppe 2 Impftermine, gleichzeitig werden Anträge von Bürgern mit Vorerkrankungen, die dann beim Hausarzt oder im Impfzentrum geimpft werden, gesichtet. Mehrere hundert Mails treffen täglich beim Kreis ein, über 10.000 müssen noch bearbeitet werden.

„Der Kreis bestellt so viel Impfstoff wie möglich“, betont Sprecherin Svenja Küchmeister, aber es werde erschreckend wenig vom Land zugeteilt. „Wir wissen nie, wie viele Dosen wir erwarten können, die Schwankungen bei der Zuteilung sind extrem.“ Ziel sei natürlich, so schnell wie möglich viele Menschen zu impfen. Und da verlassen sich nun alle auf die Versprechungen der Politik: Dass bis zum 21. September alle Impfwilligen Impfangebote erhalten.

Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen Nordrhein-Westfalens organisieren eine Petition an das Schulministerium. Sandra Pruß hat sich der Aktion angeschlossen – so wie über 24.000 weitere Pädagogen auch.

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Redaktion Haltern
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Elisabeth Schrief