Unangenehmes Brummen in Wohnung bringt Halternerin zur Verzweiflung

hzTieffrequenter Schall

Ein unangenehmes Brummen in der Wohnung lässt eine Halternerin nicht mehr zur Ruhe kommen. Selbst Ohrstöpsel helfen nicht. Ein Fachmann spricht von tieffrequentem Schall. Wo kommt der her?

Haltern

, 15.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit gut neun Jahren wohnt die Halternerin im Erdgeschoss eines Dreifamilienhauses an der Josef-Paris-Straße. Bislang hat sie sich dort sehr wohl gefühlt, doch seit dem 10. Januar findet sie keine Ruhe mehr. Mit Unterbrechungen nimmt sie, die nicht mit Namen genannt werden möchte, seither ein leises, unangenehmes Brummen verbunden mit einem tieffrequenten Schall in ihrer Wohnung wahr. „Nicht kontinuierlich“, sagt sie, „aber teilweise nächtelang oder auch mal tagsüber. Ich bin so verzweifelt.“ Es sei so, als ob irgendwo eine Bassbox wummert, sucht sie einen Vergleich.

Schwingungen übertragen sich über das Kopfkissen

„Was passiert hier?“, fragte sie sich, als sie spät abends am 10. Januar nach Hause kam und erstmals das Brummen an ihre Ohren drang. Das Geräusch hörte nicht auf. Die Halternerin übernachtete aus Not bereits mehrmals bei ihren Eltern, weil sie nachts selbst mit Ohrstöpseln nicht schlafen kann. Denn die Schwingungen des Brummtons übertragen sich sogar aufs Kopfkissen.

Die Halternerin ist vollzeitbeschäftigt. Wegen der geraubten Ruhe ist sie inzwischen ziemlich erschöpft. „Allmählich geht dieser Zustand an die Substanz“, beschreibt sie gegenüber der Halterner Zeitung ihren gerade nervenaufreibenden Alltag.

Halternerin zog schon viele Fachleute zu Rate

Eine Ursache für den monotonen Geisterton konnte bisher nicht lokalisiert werden. Die Halternerin schaltete alle Geräte vom Netz - der Ton blieb. Sie kontaktierte einen Elektriker, einen Heizungs- und Sanitärfachmann, den Energieversorger Gelsenwasser - es brummt weiter. Sie hat im Haus und in der Nachbarschaft recherchiert, niemandem ergeht es wie ihr. Für den zu Rate gezogenen Sanitär- und Heizungsbauer Ortmann aus Haltern ist die Situation auf seinen Arbeitsalltag bezogen ein Einzelfall, wie er auf Nachfrage sagt. Aus seinem Arbeitsalltag kann er lediglich berichten, dass bei einer falsch eingestellten Wärmepumpe störende Schallwellen entstehen können. Auch er steht vor einem Rätsel.

Dass sie ein ausgesprochen gutes Gehör hat, wird der Halternerin nun zum Verhängnis. Bei tieffrequentem Schall handelt es sich um Luftschallwellen, die unterhalb von 100 Hertz und damit eigentlich außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegen. „Meine Mitbewohner hören das Brummen gar nicht, meine Mutter auch nicht.“

Moderne Heiztechniken könnten die Verursacher sein

Die Fachleute ahnen, dass die Ursache in modernen Heiztechniken liegen könnte. Wärmepumpen oder Mini-Blockheizkraftwerke, Poolpumpen, Klimaanlagen oder Lüftungsgeräte können tieffrequenten Lärm und unangenehmes Brummen erzeugen und den Schall weithin übertragen.

Auf Anraten eines Coesfelder Ingenieurbüros für Schall-Akustik und Schwingungsmessungen führt die Betroffene nun ein Lärmprotokoll. Notfalls wird sie ein Gutachten in Auftrag geben, damit die Ursache ermittelt wird.

Wer spürt sonst noch den tieffrequenten Schall?

Bis dahin geht sie selbst weiter auf die Suche. Die Halternerin möchte gerne wissen, ob in ihrem Umfeld sonst noch jemand dieses Brummen hört. Oder, ob ein Hausbesitzer möglicherweise zufällig ab dem 10. Januar eine Wärmepumpe, Lüftungsanlage, Klimaanlage, ein Mini-Blockheizkraftwerk oder ähnliches in der Innenstadt in Betrieb genommen hat? Die Halterner Zeitung stellt gern den Kontakt her.

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