Jule Soll freut sich auf ihre FSJ-Zeit in Uganda. © Antje Bücker
Von Haltern nach Nagaseke

Halternerin Jule Soll verbringt ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Uganda

Für Jule Soll aus Haltern geht es nach Afrika. Nach langer Ungewissheit, ob es wegen Corona überhaupt klappen würde, kommt die Abreise nun doch überraschend kurzfristig.

Das Freiwillige Soziale Jahr führt junge Erwachsene zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung in die weite Welt, wo sie einen Freiwilligendienst in sozialen Bereichen leisten. Das hat sich auch Jule Soll aus Lavesum lange gewünscht.

„Vor etwa vier Jahren hat meine Cousine ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Ruanda absolviert. Ich fand das so spannend, dass ich mir schon damals vorgenommen habe, nach dem Abitur ebenfalls als FSJlerin nach Afrika zu gehen“, erzählt sie. Ihr erster Wunsch war Tansania. Dort wollte sie in einem Projekt mit Kindern mitarbeiten.

Bewerbung unter erschwerten Bedingungen

Coronabedingt konnte es allerdings nicht stattfinden, auch ein ähnliches Projekt in Südafrika musste ausfallen. Wegen Corona mussten auch die sonst üblichen Spendensammel-Aktionen der FSJler, die den jeweiligen Projekten zugutekommen, ausfallen, bedauert die Lavesumerin.

Das Bistum Münster, bei dem Jule Soll sich beworben hatte, konnte ihr dann allerdings die Mitarbeit in einer Schule in Uganda anbieten. Mit zwei weiteren jungen Frauen aus Hiltrup und Münster, die sie bereits bei Vorbereitungsseminaren kennengelernt hat, flog sie am Mittwoch in die ländliche Region Nagaseke, wo sich die Schule befindet und die drei Frauen während ihrer Zeit vor Ort einen Bungalow bewohnen.

Alltag im Nagaseke, Wochenende in Kampala

„Die Schule ist etwa 70 Kilometer von Kampala, der Hauptstadt Ugandas entfernt. Die Wochenenden werden wir in Kampala bei Gastfamilien verbringen“, berichtet Jule Soll weiter.

In diesem Jahr hat sie ihre Schulzeit mit dem Abitur am Joseph-König-Gymnasium in Haltern abgeschlossen; das kommende Jahr wird sie damit verbringen, afrikanische Schulkinder zu begleiten. Die Schülerinnen und Schüler des Internats in Nagaseke sind zwischen drei und 18 Jahren alt und stammen überwiegend aus bildungsfernen Familien. Sie wird den Lehrern zunächst in den Vorschulklassen über die Schulter schauen und sich dann in ihre Aufgabengebiete einarbeiten.

Die Landessprache ist Suaheli, die Sprache der Region Luganda, unterrichtet wird aber auf Englisch. Auch von den Deutschen wird erwartet, dass sie sich untereinander auf Englisch verständigen, damit niemand sich ausgegrenzt fühlt.

Ihre Familie daheim in Lavesum wird ihr sicher fehlen, dass sie Heimweh bekommt, glaubt sie allerdings nicht. „Dazu bleibt mir wahrscheinlich gar keine Zeit. Die vielen neuen Eindrücke und Aufgaben werden mich sicher erst mal sehr beschäftigen. Ich freue mich auf Afrika“, sagte sie im Vorfeld ihrer Reise. Nach ihrer Rückkehr möchte sie ein Studium im sozialen Bereich beginnen.

Über die Autorin
Journalistin und Fotografin wollte ich schon während der Schulzeit werden. Trotzdem bin ich erst nach vielen Umwegen zur Zeitung gekommen. Die Berichterstattung über die Ereignisse in der großen weiten Welt haben meinen Horizont erweitert, der Lokaljournalismus meinen Blick auf die wesentlichen Dinge vor der eigenen Haustür.
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Antje Bücker

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