Ampullen mit dem Corona Impfstoff von Biontech Comirnaty, Astrazeneca und Moderna © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Schutzimpfung

Halterns Apotheker helfen bei der Verteilung von Corona-Impfstoff

Auch die Apotheker in Haltern sind in die Abgabe von Impfstoff zum Schutz vor dem Coronavirus eingebunden. Das Auslieferungssystem ist kompliziert.

Nicht nur Halterns Hausärzte, auch die Apotheker in der Stadt sind im Dauerstress, denn über sie wird die Anlieferung des Impfstoffs für die Corona-Schutzimpfungen vor Ort abgewickelt. Die Apotheken versorgen die Hausarztpraxen, für die sie Arzneimittel des Sprechstundenbedarfs bereitstellen, nun auch mit Impfstoff.

Verfahren werde nach einem komplizierten Bestellsystem, das für eine gerechte Verteilung der begehrten Impfstoffe sorgen soll, erklärt Dr. Hannes Müller, Filialleiter der Römer-Apotheke und Mitglied im Vorstand der Bundesapothekerkammer, auf Anfrage. Die ersten Lieferungen des Vakzins Comirnaty vom Hersteller Biontech sind in dieser Woche nach Haltern gekommen.

Der Bedarf an Impfdosen wird lange nicht gedeckt

Maximal konnten pro Praxis 48 Dosen bestellt werden (das sind fünf Flaschen). Es sei aber für die Ärzte in Haltern noch weniger ausgeliefert worden, als bestellt wurde, teilt Hannes Müller mit. Die Nachfrage vor Ort kann noch nicht befriedigt werden, weil in der Woche nach Ostern bundesweit nur knapp eine Million Dosen für die Hausärzte zur Verfügung stehen.

Im rechnerischen Durchschnitt bekommt jede Praxis bundesweit pro Woche zunächst nur 26 Dosen des Impfstoffs gegen das Coronavirus, es sollen aber bald deutlich mehr werden.

Auch Astrazeneca gelangte in die Hausarztpraxen

Über einen Sonderweg in Nordrhein-Westfalen haben die Halterner Ärzte aber auch Dosen mit dem Vakzin des Herzstellers Astrazeneca erhalten. Diese waren kurzfristig frei geworden, weil der Impfstoff nur noch über 60-Jährigen gespritzt werden darf. Der Impfstoff wurde vom Impfzentrum Recklinghausen an die Praxen abgegeben.

Hannes Müller sagt, die Organisation mit Einbindung der Apotheken bei der Verteilung des Biontech-Vakzins funktioniere gut. Er spricht aber auch von einem „unfassbaren Bürokratieaufwand“. In dieser Woche habe er dafür viele Stunden investieren müssen, die den Betrieb der Römer-Apotheke zusätzlich beanspruchen. Ähnlich sehe die Situation auch in den Halterner Hausarztpraxen aus.

Bei dem Weg des Biontech-Impfstoffs von der Bestellung im Großhandel bis zur Abgabe an den einzelnen Patienten müsse außerdem eine enge zeitliche Taktung eingehalten werden. Wenn der bei minus 70 Grad tiefgekühlte Impfstoff aufgetaut werde, sei er nur noch fünf Tage haltbar. Die Ärzte hätten jeweils nur von Dienstag bis Freitag Zeit, die jeweils aktuelle Lieferung an Impfdosen zu verabreichen.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff
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