„Reismann‘s gute Stube“, Keglerheim und Kompanielokal von Halterner Schützen, wird derzeit abgerissen. © Benjamin Glöckner
Am Gänsemarkt

Halterns Keglerstube in der Innenstadt macht Platz für ein Wohnprojekt

In der Halterner Innenstadt nahe dem Gänsemarkt steht der Abrissbagger. Er legt Reismann’s gute Stube mit ihren Kegelbahnen an den Grund, denn hier soll ein neues Wohnprojekt entstehen.

Zur Traditionsgaststätte Reismann an der Rekumer Straße gehörten auf der Rückseite im Garten an der Gaststiege jahrzehntelang zwei Kegelbahnen. Sie blieben auch nach Schließung des Wirtshauses 1990 und wurden als „Reismann’s gute Stube“ weitergeführt. Heinrich und Irmgard Reismann übergaben sie 2001 an die Pächter Karin und Marius Mory. Als diese in den Ruhestand gingen, übernahmen 2014 Christian Zehren und Andy Kleimann. Ihnen folgte 2017 Bernd Kramer. Zu den Stammgästen zählten vor allem Kegelvereine, gut 40 Clubs ließen dort regelmäßig die Kugeln rollen. Schon seit einiger Zeit war die Kegelstube geschlossen, jetzt wird alles aus dem Weg geräumt für ein neues Projekt.

Auf dem Grundstück entsteht unter Einbeziehung des früheren benachbarten städtischen Gartens ein Wohnhaus mit neun Wohnungen. Bauherr ist die Massivbau-Stock GmbH. Im April oder Mai – je nach Witterung – soll Baustart sein. „Wir planen ein Haus im Halterner Stil, das die Fassadenbilder der Innenstadt widerspiegelt“, kündigt Johannes Stock an.

Bauherr verspricht: Haus fügt sich gut ins Stadtbild ein

Es habe enge Abstimmungen mit der Politik, der Verwaltung und auch der Denkmalbehörde gegeben. Optisch wirke das zweigeschossige Objekt mit Dachausbau wie drei kleine Häuser. Die Außenfassade wird wechselweise geputzt und geklinkert – es ähnelt darin dem Mehrfamilienhaus am Alisowall, das ebenfalls Massivbau Stock gebaut hat. „Ich habe ein großes Interesse daran, dass sich das Haus gut ins Stadtbild einfügt“, betont Johannes Stock.

Auf dem 800 Quadratmeter großen Grundstück plant das Bauunternehmen ein KfW 40 Energiesparhaus mit Photovoltaik-Anlagen für Eigenstrom und Erdwärmeheizung. Dadurch reduzieren sich die Betriebskosten. Die Wohnungen sind zwischen 60 und 120 Quadratmeter groß und alle barrierefrei. Die großen Wohnungen verteilen sich auf zwei Ebenen.

Wohnungen werden vermietet, aber nicht verkauft

Verkauft werden sie allerdings nicht, nur vermietet. Begehrt sind sie schon jetzt, es gibt bereits Vorreservierungen. Vor allem von älteren Menschen, die sich kleiner setzen und barrierefrei wohnen möchten. „Wir möchten schönen Wohnraum in zentraler Lage schaffen, aber den Wunsch nach Eigentum können wir leider nicht bedienen“, so Johannes Stock.

Ein Ur-Gedanke sei der Bau von Kegelbahnen mit kleiner Gastronomie im Keller des Mehrfamilienhauses gewesen. „Ich bin selbst begeisterter Kegler“, gesteht der Halterner Unternehmer. Aber die Nachbarn hatten Bedenken, denen er dann gefolgt sei. Johannes Stock freut sich auch ohne Kegelbahnen auf die Realisierung: „An der Gaststiege wird ein tolles Objekt entstehen.“

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
Zur Autorenseite
Elisabeth Schrief

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.