Maria Sandhofe, David Schütz und Anne Buschkamp vom Pfarreirat St. Sixtus mit einer der Regenbogenfahnen, die von den katholischen Halterner Kirchtürmen wehen. © privat
Regenbogenfahnen an Kirchen

Halterns Pfarrei setzt ein Zeichen für Offenheit und gegen Verbote

Als sichtbares Zeichen des Widerspruchs gegen die römische Position hängen an vielen Kirchtürmen Regenbogenfahnen. Diesem Zeichen hat sich die katholische Pfarrei St. Sixtus angeschlossen.

Die Glaubenskongregation des Vatikans hat vor einigen Wochen die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verboten. Das hat bei zahlreichen Gemeinden und Kirchenmitgliedern eine Welle des Protestes ausgelöst. Auch Pfarrer Michael Ostholthoff meldete sich gegenüber unserer Redaktion zu Wort und lehnte das Verbot eindeutig ab.

Als sichtbares Zeichen des Widerspruchs hängen seit einiger Zeit an vielen Kirchtürmen Regenbogenfahnen. Diesem Zeichen hat sich nun auch die katholische Pfarrei St. Sixtus angeschlossen.

Pfarreirat: „Alle Menschen sind willkommen“

„Wir haben uns die Zeit genommen, uns intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen“, erläutert David Schütz, Mitglied des Pfarreirats. Daher wurden zu einem Erfahrungsaustausch des Gremiums Iris Horstmann, die Diversitätsreferentin des Bistums Münster, sowie Markus Gutfleisch vom Verein „Homosexuelle und Kirche“ eingeladen.

„Mit der Entscheidung, nun auch hier bei uns die Regenbogenfahnen zu hissen, wollen wir als katholische Kirche in Haltern klarstellen: Alle Menschen sind uns willkommen – unabhängig davon, wie sie ihre Liebe zueinander ausdrücken oder welche Brüche sie in ihren Lebensläufen mitbringen“, erläutert Schütz und versichert: „Die Menschen, die das wünschen, erhalten bei uns auch den Segen für ihre Partnerschaft. Zugleich setzen wir uns dafür ein, dass ein offener Austausch über dieses Thema stattfindet.“

Fest angedacht (aber noch ohne konkreten Zeitpunkt) ist ein Segnungsgottesdienst für Liebende, zu denen explizit auch gleichgeschlechtliche Paare eingeladen sind. Danach wird es vor allem darum gehen, auf vielfältigen Ebenen das Gespräch zu suchen – mit Einzelpersonen und vielleicht auch mit Organisationen – und zu hören, was die Menschen bei diesem Thema bewegt.

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Elisabeth Schrief

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