Am Ende des Römerwegs soll ein Baugebiet entstehen. © Jürgen Wolter
Neues Wohnprojekt

Hamm-Bossendorf wächst weiter – Bedenken wegen Verkehr und Lärm

Ein privater Investor möchte am Römerweg in Hamm-Bossendorf Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohneinheiten bauen. Doch SPD und Grüne sehen das sehr kritisch.

Der Ortsteil Hamm-Bossendorf mit seinen rund 2100 Einwohnern soll weiter wachsen. Neben den Katharinenhöfen auf dem ehemaligen Dickerhoff-Gelände soll ein weiteres Wohnquartier am Römerweg seitlich der L 551 (Recklinghäuser Straße) entstehen. Auf 9000 Quadratmetern möchte ein Investor Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu 30 Wohneinheiten bauen.

Im Flächennutzungsplan ist der Bereich bereits als Wohnbaufläche dargestellt. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte am 3. Dezember über die Aufstellung des Bebauungsplanes „Am Schulte Hülsen“, die frühzeitige Bürgerbeteiligung und öffentliche Auslegung der Pläne ab. SPD und Grüne sehen das Vorhaben sehr kritisch.

SPD: „Die Pläne sind nicht ausgereift genug“

„Wir werden dem Vorhaben nicht zustimmen“, kündigte Beate Pliete (SPD) gleich zu Beginn der Diskussion an. Diese Ablehnung gründet darauf, dass der SPD eine eingehende Prüfung der Verkehrsführung fehlt und sie Bedenken wegen der Lärmemissionen durch Recklinghäuser Straße und Bossendorfer Damm hat. „Die Hamm-Bossendorfer sind im Bereich Flaesheimer Straße und Bossendorfer Kreuz künftig bereits durch die neuen Katharinenhöfe enorm belastet“, sagte Beate Pliete.

Mit dem neuen Projekt sei zusätzlicher erheblicher Verkehr zu erwarten. Sie vermisse eine alternative Planung mit Anbindung an die Recklinghäuser Straße, so Pliete. Die aktuelle Planung sieht eine Erschließung nur über den Römerweg vor. Weil auch keine Lärmschutzwand zwischen Autobahnzubringer und Siedlung in Erwägung gezogen werde, stellte Beate Pliete fest: „Uns sind die Pläne nicht ausgereift genug.“

Grüne: „Weitere Abstimmungen sind nötig“

Die Grünen stimmten dem Bebauungsplan zwar zu, sind aber zunächst gegen die öffentliche Auslegung. Der Investor habe bereits etliche Gutachten beigefügt, das sei auffallend gut, sagte Martin Stork, von Beruf Stadtplaner. Und doch seien noch Abstimmungen nötig, zum Beispiel zu externen Ausgleichsflächen, zu Lärmeinwirkungen oder zum Umgang mit den dort laut Umweltbericht schutzwürdigen Böden.

Sowohl Ingo Stapperfenne, Fachbereichsleiter im städtischen Planungsamt, als auch Vorsitzender Ralf Bürgers (CDU) wiesen darauf hin, dass man erst ganz am Anfang des Verfahrens stehe. Nach Rücklauf der öffentlichen Anregungen und Einwände könnten die Planungen im Detail besprochen werden. CDU, Wählergemeinschaft und FDP stimmten den Plänen zu.

Für Anbindung an L551 müssten Bäume gefällt werden

Allerdings wünscht sich auch die WGH laut Dr. Heinz-Werner Vißmann ebenso wie die SPD eine Anbindung an die Recklinghäuser Straße. Christian Kiski (FDP) machte auf den schlechten Zustand des Römerweges aufmerksam und kritisierte die Ausweisung von nur zwölf öffentlichen Stellplätzen im neuen Wohngebiet. Aber laut Ingo Stapperfenne ist ein Ausbau des Römerweges nicht erforderlich, es gebe auch ausreichend Stellplätze. Im Übrigen sei das zu erwartende Verkehrsaufkommen nicht sehr hoch.

Bezüglich der Anbindung an die Recklinghäuser Straße gab er zu bedenken, dass dafür ein größerer Gehölzstreifen durchquert und eine Abstimmung mit Straßen.NRW notwendig sei. Das klang fast wie ein Alarmzeichen: Das Verhältnis zwischen Haltern und Bochum ist seit Jahren angespannt.

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Elisabeth Schrief

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