Handwerker im Halterner Sixtus-Altenheim: Vorgriff auf Gesamtsanierung

hzAltenwohnhaus St. Sixtus

In die Sanierung des Altenwohnhauses St. Sixtus werden gerade über 500.000 Euro investiert. Viel Geld, das nicht verloren ist, wenn in etwa fünf Jahren eine große Lösung kommt.

Haltern

, 25.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor 26 Jahren ging das Altenwohnhaus St. Sixtus als Pilotprojekt an den Start. 72 Bewohner leben seither inmitten der Stadt in für heutige Verhältnisse großzügig entworfenen Räumen. Seit Jahren plant die Katholische Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus Haltern gGmbH einen Umbau an der Gartenstraße.

Unter anderem auch, weil die acht Doppelzimmer nicht mehr gestattet und die Zimmer der Bewohner laut Pflegerichtlinie zu groß sind. Damals galt eine Aufenthaltsfläche von 57 Quadratmetern pro Bewohner, heute ist sie auf 50 Quadratmeter reduziert.

Gesamtsanierung ist im laufenden Betrieb nicht möglich

Seit vier Wochen sind Handwerker im Haus, aber erst einmal nehmen sie nur die notwendigsten Veränderungen in Angriff. „Eine Gesamtsanierung des Altenwohnhauses ist im laufenden Betrieb nicht möglich“, erklärt Geschäftsführer Johannes Böcker. Doch an den Plänen für eine große Lösung wird gearbeitet.

Johannes Böcker ist Interims-Geschäftsführer der katholischen Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna.

Johannes Böcker ist Interims-Geschäftsführer der katholischen Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna. Sein Auftrag ist unter anderem, Pläne für die Gartenstraße zu entwickeln. © Elisabeth Schrief

Zunächst einmal vergab die Gesellschaft die Arbeiten für die Modernisierung der Infrastruktur. Eine neue Beleuchtung wirft nun helles Licht in den Eingangsbereich sowie in die Esszimmer der Wohngruppen, die Sicherheitsbeleuchtung wird noch ausgetauscht, neue Küchenzeilen dagegen wurden bereits eingebaut und auch die Dienstplätze der Pflegekräfte sind komplett renoviert. Aktuell verkabeln die Handwerker das Haus neu: Die Brandmeldeanlage ist gekoppelt an die Telefonanlage und den Personenruf. Neu ist ebenso der Eingang selbst. Er öffnet sich bei Gefahr jetzt als Flucht- und Rettungsweg automatisch.

Handwerker verkabeln das Altenwohnhaus St. Sixtus neu und legen dafür mehrere Kilometer Kabel in passend zugeschnittene Versorgungsschächte.

Handwerker verkabeln das Altenwohnhaus St. Sixtus neu und legen dafür mehrere Kilometer Kabel in passend zugeschnittene Versorgungsschächte. © Elisabeth Schrief

„All diese Arbeiten zwecks Verbesserung der Infrastruktur, die noch bis Ende September dauern, sind ein Vorgriff auf die Gesamtsanierung“, betont Johannes Böcker. Die Beseitigung der Doppelzimmer sind ein Hauptauftrag, das Haus wird später aber auch anders zugeschnitten und jedes Zimmer erhält neue Bäder. All diese Arbeiten mit Eingriffen in die Statik seien mit viel Baulärm und Dreck verbunden. Ein Zustand, der den Bewohnern nicht zuzumuten sei. Die sollen stattdessen umziehen.

Die Dienstzimmer der Pflegekräfte wurden komplett renoviert.

Die Dienstzimmer der Pflegekräfte wurden komplett renoviert. © Elisabeth Schrief

Der Kreis hat im vergangenen Jahr den Pflegeplan neu aufgestellt. Demnach wird in Haltern ab 2023 der Bau eines weiteren Altenheimes mit 80 Plätzen möglich sein. Die Altenwohnhaus-Gesellschaft hat sich darauf beworben. Geplant ist ein Haus im westlichen Stadtteil von Haltern, es könnte 2025 fertig sein. Dann ziehen die Bewohner von der Gartenstraße ins neue Quartier, während das alte Haus ein Betätigungsfeld der Handwerker wird.

Parallel plant die Katholische Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus Haltern gGmbH ein Wohnprojekt mit 17 Wohnungen (Betreutes Wohnen) an der Johannesstraße.

Der Eingangsbereich des Altenwohnhauses St. Sixtus ist durch ein neues Beleuchtungskonzept viel heller geworden.

Der Eingangsbereich des Altenwohnhauses St. Sixtus ist durch ein neues Beleuchtungskonzept viel heller geworden. © Elisabeth Schrief

Johannes Böcker wird noch bis Ende September an den Projekten beteiligt sein, dann ist seine Zeit als Interims-Geschäftsführer beendet. Der 66-Jährige hat in zwei Jahren viel auf den Weg gebracht.

Wieder fast normale Öffnungszeiten im Altenwohnhaus

Die Corona-Pandemie hat ihn zusätzlich vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Johannes Böcker spricht von einer „hohen Anspannung“ des Mitarbeiterteams und schweren Zeiten für Demenzkranke während des Lock-Downs in den Altenwohnhäusern. Zum Glück habe es keine Infektion gegeben - weder unter den Bewohnern noch unter den Mitarbeitern.

Inzwischen haben die beiden Häuser an der Gartenstraße und auf dem Annaberg wieder relativ normal geöffnet. Besuche sind zwischen 10 und 12 Uhr sowie 14 und 18 Uhr erlaubt. Die Bewohner dürfen außerdem sechs Stunden am Tag das Haus verlassen.

Künftig eine Doppelspitze

Altenwohnhaus-Gesellschaft sucht Kaufmann

Die Gesellschaft Katholische Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus schreibt zum 1. Oktober die Stelle eines kaufmännischen Geschäftsführers aus. Johannes Böcker, von 2011 bis 2018 Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld, kam 2018 als Interims-Geschäftsführer und geht Ende September. Die Tätigkeit in Haltern war für Johannes Böcker als Freiberufler eine Aufgabe auf Zeit, bei der er sich neben allen alltäglichen Aufgaben verstärkt auf die Personalentwicklung und den Umbau des Altenwohnhauses St. Sixtus konzentrierte. Die Verantwortung für die Gesellschaft wird ab dem 1. Oktober 2020 von zwei gleichberechtigten Geschäftsführern wahrgenommen. Für die vorwiegend betriebswirtschaftlichen Verantwortungsbereiche sucht die Gesellschaft einen Geschäftsführer in Teilzeit.
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