Brütende Hitze: So erleichtern Sie ihrem Haustier den Sommer

hzAbkühlung fürs Haustier

Viele Halterner wünschen sich bei Temperaturen um die 30 Grad eine Abkühlung - den tierischen Mitbewohnern geht es da nicht anders. Damit sich Haustiere im Sommer wohlfühlen, gibt es einige Tipps.

Haltern

, 01.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und sorgt dafür, dass Sonnenanbeter voll auf ihre Kosten kommen. So mancher Halterner kühlt sich bei einem Ausflug zum See ab. Doch nicht nur die Menschen, sondern auch ihre Haustiere freuen sich über eine Erfrischung.

Dabei ist nicht jede gut gemeinte Kühlungsmaßnahme auch wirklich förderlich, warnt Hundeexpertin Sandra Latt, Betreiberin des Futtergeschäftes Hundehappen an der Münsterstraße: „Wenn Sie ihrem Hund nasse Handtücher auf den Rücken legen, bewirken Sie genau das Gegenteil von dem, was Sie wollen. Es entsteht Dunstwärme und der Hund kann einen Hitzschlag bekommen. Man baut damit ein Gewächshaus für den Hund.“

Immer von unten nach oben kühlen

Stattdessen solle man das Tier immer von unten kühlen, also eine Kühlmatte oder das nass-kalte Handtuch auf den Boden legen. So könne das Tier selber entscheiden, ob es das Angebot annehmen möchte. Wer seinen Hund mit dem Wasserschlauch abkühlen möchte, sollte ähnlich vorgehen, also Immer von den Beinen aus kühlen: „Sie kippen sich vermutlich auch keinen Eimer Wasser über den Kopf oder springen ins eiskalte Wasser. Der Kreislauf des Hundes reagiert da ganz ähnlich.“

Gut gemeint, aber manchmal am Ziel vorbei sei das Scheren von Hunden. Manchen Rassen täte man damit keinen Gefallen. Ob ein Hund zum Scheren geeignet sei oder nicht, hinge vor allem mit der Unterwolle zusammen. „Hunde brauchen ihr Deckhaar auch als Sonnenschutz. Wenn das fehlt, können sie einen Sonnenbrand bekommen“, so Latt.

Vorsicht vor asphaltierten Wegen

Das gelte übrigens auch für schwach pigmentierte Hundenasen. Daher sollte man bei diesen Hunden besonders darauf achten, dass sie sich nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten. Bei 30 Grad sollte auch kein Hund am Fahrrad mitlaufen, meint Latt: „Der Hund ist ein treues Wesen. Er will seinem Besitzer gefallen und würde für ihn durchs Feuer gehen. Viele Hunde laufen fröhlich mit und merken dann irgendwann, dass der Kreislauf schlapp macht.“

Besonders kritisch seien Spaziergänge in der Mittagshitze auf asphaltierten Wegen: „Hunde können sich derbe die Pfoten am Boden verbrennen. Besser ist es, auf Sand- oder Schotterwegen zu laufen.“

Hunde nicht alleine in der Sonne lassen

Außerdem wichtig: Hunde sollten im Sommer nicht im Auto gelassen oder vor dem Laden in der prallen Sonne angebunden werden. „Auch nicht für ein paar Minuten. Das kann ganz böse enden“, appelliert Latt. Neben all den Dingen, die man im Sommer nicht tun sollte, hat Latt auch ein paar Tipps, um den Tieren die warmen Tage zu versüßen:

  • In der Stever können Hunde schwimmen - weniger schwimmfreudige Exemplare freuen sich immerhin über abgekühlte Pfoten.
  • Lange Spaziergänge möglichst in die Morgen- und Abendstunden verlegen
  • Auf größeren Touren Wasser und einen Napf mitnehmen - Es gibt Faltnäpfe und Flaschen mit ausklappbarem Napf für unterwegs.
  • Der Hund kühlt sich vor allem über die Schnauze ab. Für die Kühlung von innen gibt es Hundeeis. Das gibt es fertig zu kaufen, kann aber auch selbst hergestellt werden. Ob mit Joghurt und Obst oder mit Brühe - unzählige Rezepte gibt es dafür im Internet.

Abkühlung für Katze, Kaninchen und den Vogel

Doch nicht nur für Hunde gibt es Möglichkeiten zur Abkühlung. Tipps für Katze, Kaninchen und Kanarienvogel gibt Kevin Schulz, Mitarbeiter der Halterner Fressnapf-Filiale:

  • Für Schatten im Freilaufgehege sorgen! Für Freigängerkatzen empfiehlt sich indes eine Katzenklappe, da die Tiere häufig schnell von ihren Spaziergängen zurückkehren und zurück ins kühle Haus wollen. So muss der Besitzer nicht an der Tür lauern.
  • Beim Essen und Trinken sind Katzen häufig kompliziert. Damit sie im Sommer genug Flüssigkeit aufnehmen, kann man tricksen: Es gibt kleine Brunnen, die zum trinken animieren sowie Wasser mit Geschmack (Huhn, Ente, Fisch), das etwas interessanter schmeckt als pures Wasser.
  • Nagern und Kaninchen sollte man im Sommer vorrangig Frischfutter geben - denn auch das enthält viel Wasser.
  • Für Hunde gibt es Kühlbandanas - das sind Halstücher, die nass gemacht werden und durch ihre Textur besonders kühlen. Theoretisch passe die kleinste Größe auch Katzen, sagt der Fressnapfmitarbeiter.
  • Für Wildvögel im Garten, aber auch für den Wellensittich daheim gibt es Badebecken. „Kanarienvögel baden in der Regel richtig gerne“, sagt der Fachmann. Der Käfig sollte nach Möglichkeit nicht am Fenster stehen, weil die Hitze der Sonne durch das Glas verstärkt wird. Wo es möglich ist, können die Vögel auch frei im Raum fliegen, um sich selber kühle Ecken zu suchen.

Ponies kommen mit der Hitze klar

Auch Pferde müssen mit der Hitze fertig werden. Das können sie aber in der Regel ganz gut alleine, findet Maria Drüing vom Reitstall Granat: „Man sollte sich daran orientieren, was die Tiere in der Natur machen würden.“ Schattenplätze auf der Weide seien wichtig. Zudem kämen ihre Ponies auch nachts nach draußen - dort sei es angenehmer als in einer kleinen Box.

Wer im Sommer ausreiten möchte, sollte dies auf die Morgen- oder Abendstunden verschieben - oder in den Wald gehen. Aktuell sei es in der Mittagszeit noch angenehm kühl im Schutze der Bäume. Erst bei längeren Hitzeperioden wie in den letzten Sommern heizen sich auch die Wälder auf.

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