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In der Kraftsport-Szene sind sie bestens bekannt. Jetzt gründen Mollie Hoss und Martin Kuhne in Hullern eine Highland-Games-Gruppe. Wir zeigen die beiden beim Training im Kilt.

Hullern

, 23.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Steinstoßen, Hammerwerfen und nicht zuletzt der berühmte Baumstamm-Überschlag: Das sind einige Disziplinen der Highland-Games, die ihren Ursprung im schottischen Hochland haben. Martin Kuhne und Mollie Hoss wollen diese Sportart in Hullern etablieren und suchen Interessenten für eine Trainingsgruppe.

Deshalb laden sie für Sonntag (26. Mai) zum Schnuppertraining an den Sportplatz in Hullern ein. Ab 15 Uhr kann jeder ausprobieren, wie sich die Gewichte weit- und hochwerfen lassen. Einen Kilt - den klassischen karierten Schottenrock - muss man dabei (noch) nicht tragen, obwohl er traditionell die Originalsportbekleidung ist. Mollie Hoss und Martin Kuhne haben sich zum Fototermin schon standesgemäß gekleidet.

Der Sachse und die Amerikanerin

Die beiden wohnen erst seit Februar in Hullern. Martin Kuhne stammt aus der Nähe von Leipzig, Mollie Hoss ist US-Amerikanerin. Beide haben in der Kraftsportszene jeweils national als auch international einen Namen. Berufliche Gründe haben sie nach Haltern verschlagen.

„Mollie arbeitet in der landwirtschaftlichen Forschung in Dülmen, ich im Einzelhandel“, berichtet Martin Kuhne. Außerdem ist er im Deutschen Highland-Games-Verband (DHGV) als Bundeshauptkampfrichter tätig, kümmert sich dort um die Schiedsrichter-ausbildung und überträgt Änderungen des internationalen Regelwerks in die deutschen Statuten.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Highland-Games in Hullern

Martin Kuhne und Mollie Hoss wollen in Hullern eine Highland-Games-Gruppe gründen. Für Sonntag (26. Mai) laden sie zum Schnuppertraining auf den Hullerner Sportplatz ein.
23.05.2019
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Martin Kuhne beim "Weight for Distance"© Jürgen Wolter
Martin Kuhne beim "Weight for Distance"© Jürgen Wolter
Martin Kuhne beim "Weight for Distance"© Jürgen Wolter
Mollie Hoss beim Gewichtweitwurf© Jürgen Wolter
Mollie Hoss beim Gewichtweitwurf© Jürgen Wolter
Martin Kuhne schwingt den Hammer© Jürgen Wolter
Mollie Hoss beim Gewichthochwurf© Jürgen Wolter
Martin Kuhne beim "Weight for Distance", dessen Technik dem Diskuswurf ähnlich ist.© Jürgen Wolter
Martin Kuhne und Mollie Hoss wollen Highland Games nach Hullern bringen.© Jürgen Wolter

Kennen gelernt haben sich die beiden im Oktober 2017 bei den Weltmeisterschaften im Mas-Wrestling in Ungarn. Bei dieser Sportart sitzen sich die Kontrahenten, getrennt durch ein Brett, gegenüber und versuchen, sich gegenseitig mit vollem Körpereinsatz über das Brett zu ziehen.

„Mollie wollte in der Highland-Games-Szene in den USA einsteigen“, sagt Martin Kuhne. „Dadurch sind wir miteinander ins Gespräch gekommen.“

Plausch mit Arnold Schwarzenegger

Ende 2017 besuchte Mollie Martin Kuhne in Leipzig - und blieb. Im nächsten Jahr waren beide auf Einladung von Arnold Schwarzenegger zu den Arnold Games in die USA eingeladen und trafen den „Terminator“ und Ex-Gouverneur sogar persönlich. Inzwischen ist auch Mollie Hoss in der deutschen Highland-Games-Szene bekannt.

„Es gibt rund 8000 Aktive im Amateurbereich in Deutschland, die in 50 Vereinen organisiert sind“, sagt Martin Kuhne. „Außerdem eine B-Liga mit Semiprofis und eine A-Liga mit je 20 Männern und Frauen, für die man sich qualifizieren muss.“

Bei den letzten Deutschen Meisterschaften erreichten Martin Kuhne den 4. und Mollie Hoss den 3. Platz. „Und das, obwohl ich im ersten Wettkampf einen Fehler gemacht habe und null Punkte bekam“, erinnert sich Mollie schmunzelnd.

16 Turniere in ganz Deutschland werden die beiden 2019 besuchen.

Bis zu 50.000 Besucher kommen zu den Events

„Das sind zum Teil große Events mit Rahmenprogramm, zu denen 30.000 bis 50.000 Leute kommen“, so Martin Kuhne. „Zum Programm gehören schottischen Pipe-Bands (Dudelsack), Whikey-Tastings und vieles mehr. In der Szene kennt man sich, das ist fast wie eine große Familie“.

Diese Familie möchten die beiden Neu-Hullerner um ein paar Interessenten aus Haltern und Umgebung vergrößern. Beim Schnuppertraining am Sonntag, das um 15 Uhr beginnt, können die Besucher unverbindlich die klassischen Wettkämpfe der Highland-Games ausprobieren. „Sie gehen zurück auf die Zeit, in der die Schotten keine Waffen tragen durften. Da wurden Alltagsgegenstände umfunktioniert“, so Martin Kuhne.

Vorläufer der Leichtathletik

In den 1990-er Jahren wurden Highland-Games auch in Deutschland populär. „Hier wurden sie aber oft mit deutschen Spaß-Sportarten wie Fassrollen oder Baumstammslalom und Ähnlichem kombiniert“, so Martin Kuhne.

Bei den klassischen Highland-Games gibt es fünf Disziplinen: Beim Steinstoßen wird ein Stein geworfen, der bei den Männern 7,25 Kilogramm wiegt und bei den Frauen 3,6 Kilo. Die Technik ist dem Kugelstoßen ähnlich. Beim „Weight for Distance“ muss ein Gewicht (12,7 bzw. 6,3 Kilo) weit geschleudert werden. Ähnliches gilt für den Hammer, bei dem ein Gewicht von 7,25 Kilo an einer Stange, von 1,2 Metern befestigt ist. „Er wird mit einer Drehbewegung geschleudert, ähnlich dem Hammerwerfen in der Leichtathletik“, so Martin Kuhne. „Die Sportarten der Highland-Games sind gewissermaßen Vorläufer der modernen Leichtathletik.“

Weitere Disiziplinen sind das Gewichthochwerfen und die wohl bekannteste: der Baumstammüberschlag. „Dabei muss ein Baumstamm von sechs Metern Länge so geworfen werden, dass er sich einmal überschlägt“, erläutert Martin Kuhne.

Die beiden haben sich neben dem Sportplatz des SV Hullern ein Trainingsgelände eingerichtet. „Wir sind an den SV Hullern herangetreten und haben unsere Idee vorgestellt“, sagt Mollie Hoss. „Und wir sind supernett aufgenommen worden und man hat uns das Gelände, das zurzeit nicht genutzt wird, zu Verfügung gestellt.“

Training beim SV Hullern

Inzwischen sind beide Mitglieder des SV Hullern. Sollte eine Trainingsgruppe in Haltern zustande kommen, soll regelmäßig am Sportplatz trainiert werden. Die Trainingsgruppe könnte dann eine neue Abteilung des SV Hullern werden.

Martin Kuhne und Mollie Hoss fühlen sich im Halterner Osten sehr wohl. „Wir sind nicht unbedingt die Großstadtmenschen“, sagt Martin Kuhne. „Insofern gefällt es uns hier sehr gut.“ Zusammen mit Gleichgesinnten, die für den Amateurbereich trainieren, würden sie hier gern auch sportlich eine neue Heimat finden.

Wer nicht zum Schnuppertraining kommen kann, kann sich bei Martin Kuhne unter Tel. (0163) 4 70 34 05 informieren. Alle die mitmachen, sind übrigens, wie andere Sportler beim Probetraining auch, versichert.

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