Spenden helfen der Schänke durch den Juni - Öffnung zurzeit undenkbar

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Günter und Sylvia Hildebrandt von der Schänke sind gerührt von der Spendenbereitschaft ihrer Gäste. Das Geld hilft zwar, die Ausgaben zu decken, an eine Öffnung ist trotzdem nicht zu denken.

Haltern

, 14.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen Corona musste Halterns Kultkneipe an der Lippstraße wie alle anderen gastronomischen Betriebe Ende März schließen. Zur wirtschaftlichen Not kam eine schwere Erkrankung hinzu, die Sorgen wuchsen Günter und Sylvia Hildebrandt über den Kopf. In dieser Ausnahmesituation zeigte sich, dass das Ehepaar in den vergangenen 17 Jahren mehr als nur Dienstleister für musikbegeisterte Kneipengänger war. „Wir sind eine große Familie geworden“, sagen die beiden über ihre Stammgäste. Die erkannten die schwierige Lage ziemlich schnell.

Patrick Kramer startete am 2. Mai über „Gofundme“ eine Spendenaktion unter dem Motto „Rettet unser Schänke-Wohnzimmer, aus eurem Wohnzimmer heraus“. Bis zum 14. Mai gingen 11.043 Euro an Spenden ein. Insgesamt läuft die Internet-Aktion 30 Tage lang. Die Auszahlung erfolgt wöchentlich.

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Dank der vielen Spender, aktuell 205, ist die Schänke erst einmal bis Juni gerettet. Von dem Geld können Günter und Sylvia die Pacht und die Nebenkosten bezahlen. Der Rettungsschirm der Bundesregierung deckt nur einen Teil der Fixkosten. Aber die Sympathiewelle für Günni und Sille rollt weiter: Am Freitag (15. Mai) wird das Rockbüro Haltern die Herzen der Hildebrandts und aller Zuschauer erwärmen.

Ein Musikfilm zu Ehren der Schänke mit bekannten Künstlern

„Die letzte Bar der Stadt“ heißt ein Musikfilm zu Ehren der Schänke, den André Haggeney, Patrick Kramer und Tom Rath mit Unterstützung weiterer Rockfans hauptverantwortlich produziert haben. Um 21.30 Uhr ist er auf dem YouTube Kanal „Schänke Rockt“ zu sehen. 30 Einsendungen von Bands haben die Verantwortlichen verarbeitet, darunter von der Rockband Ohrenfeindt aus St. Pauli oder Ferdy Doernberg (ein national wie international bekannter Multi-Instrumentalist), außerdem spielen sie Szenen und einen neu komponierten Schänke-Song ein. Zweieinhalb Stunden Gänsehautfeeling!

So viel Mitgefühl überwältigt Günter und Sylvia Hildebrandt. „Wir können nicht oft genug danken für die wirtschaftliche, aber auch die emotionale Unterstützung“, sagten Günter und Sylvia Hildebrand am Donnerstag im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Die Musik verbindet sie mit ihren Gästen, mit ihren Freunden, die in den 17 Jahren zu einer großen Familie zusammengewachsen sind. „Wir vermissen alle sehr“, sagt Sylvia Hildebrandt. Doch an eine Eröffnung der Schänke ist noch nicht zu denken.

Eine Wiedereröffnung zurzeit undenkbar, aber ein Ziel

Wirtschaftlich sei das nicht darstellbar. Da sind einerseits die hohen Auflagen wegen Corona: „Wir hätten deutlich weniger Umsatz aufgrund von Abstandsregelungen und baulichen Rahmenbedingen“, sagt das Ehepaar. Es könne maximal 30 Prozent des normalerweise üblichen Umsatzes erwirtschaftet werden. Das reiche für Pacht und Nebenkosten nicht.

In der Schänke an der Lippstraße, Halterns Kultkneipe, steckt viel Herz.

In der Schänke an der Lippstraße, Halterns Kultkneipe, steckt viel Herz. © Patrick Kramer

Andererseits wäre Sylvia Hildebrandt wegen der aktuell schweren Erkrankung ihres Mannes auf Personal angewiesen, das aber könne sie sich nicht leisten. „Die vielen Spender haben uns erst einmal eine große Last von den Schultern genommen“, ist Günter Hildebrandt erleichtert. Damit schaffe man es eine gewisse Zeit, vielleicht sogar bis zur Genesung, sich über Wasser zu halten.

Die Freundschaftsbeweise geben Hoffnung auf Zukunft

Günni, wie ihn seine Freunde nennen, ist von seiner Erkrankung gezeichnet. Bis zur Genesung werde es noch eine Weile dauern. „Aber diese Nähe, die wir trotz der verordneten Entfernung spüren, gibt mir die Hoffnung, dass es in der Schänke weitergeht.“ Das Ehepaar werde sich ein Konzept für eine Wiedereröffnung überlegen: „Da dürft Ihr alle sicher sein!“

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