Elf Rollen Wasserleitungen wollen Volker Huvermann (l.) und Frank Müller (r.) in die Hochwassergebiete transportieren. © Bücker
Flutkatastrophe

Hilfsprojekt: Halterner wollen 3000 Meter Rohre in die Flutregion bringen

3028 Meter Wasserleitungen für die Nothilfe in Bad Münstereifel sollen von Haltern in die Krisenregion transportiert werden. Für dieses Vorhaben suchen die Organisatoren noch Unterstützung.

„Wir brauchen noch Spediteure und Fachfirmen für die Brunnenbohrung und Installation der Leitungen vor Ort“, sagt Volker Huverman und Frank Müller. Die beiden Geschäftsführer der SET Pipes GmbH in Haltern haben ein Hilfsprojekt gestartet. Ihr Ziel ist es, dringend benötigte Baustoffe in die Krisenregion zu liefern. Die Flutkatastrophe, die im Juli weite Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zerstörte, hat eine landesweite Solidarität mit den Opfern des Hochwassers ausgelöst.

Rohre für den Heizungs- und Sanitärbereich

Die Idee sei ihnen ganz spontan gekommen, berichteten die Unternehmer. Aufgrund ihrer Tätigkeit seien sie europaweit mit einer Vielzahl von Baufirmen vernetzt. Bei ihrer Firma hat es kürzlich eine Umstellung der Produktpalette gegeben, sodass das Unternehmen nun einen Restbestand von mehr als 3000 Metern Rohre für den Heizungs- und Sanitärbereich abzugeben hat. Für die Versorgung mit Wasserleitungen im Katastrophengebiet will die Firma die Materialien nun kostenfrei zur Verfügung stellen.

„Es nutzt den Menschen wenig, wenn Toaster und Mikrowellen gespendet werden, es aber beispielsweise keinen Strom gibt, um sie zu betreiben. Wenn wir Ersthilfe leisten können, dann machen wir das gerne“, erzählt Frank Müller, der mit seiner Firma bereits im Winter 2006 Nothilfe in Ochtrup geleistet hat, als gewaltige Schneemassen den Ort eine Woche lang von der Außenwelt abgeschnitten hatten und die Menschen dort mitten im Winter ohne Heizung und Strom waren. „Diesmal ist die Katastrophe noch viel schlimmer. Neben den menschlichen Tragödien liegt die komplette Infrastruktur lahm. Das Ausmaß und das Leid möchte man sich gar nicht vorstellen.“

Unzählige Anrufe getätigt

Seit Mitte der letzten Woche verbringt Volker Huvermann seine Zeit hauptsächlich am Telefon. Unzählige Anrufe hat er getätigt, um weitere Unternehmen „ins Boot“ zu holen, mindestens ebenso viele stehen noch an. Von Haltern aus werden die insgesamt elf Rollen (jeweils bis zu 2,30 Meter hoch und rund 300 Kilo schwer), auf denen die Rohre aufgewickelt sind, per LKW zunächst nach Frechen gebracht.

Dort werde sie ein befreundeter Unternehmer, Nao Tajima, Inhaber der Event Mobile Frechen GmbH, in Empfang nehmen und auf seinem Gelände unweit der Krisengebiete zwischenlagern, so Huvermann. „Von dort aus werden wir weiter planen und die Verteilung organisieren, sobald sich Firmen gefunden haben, die die Brunnenbohrungen, Verlegung und Installation der Wasserleitungen übernehmen.“

Sollten für den Transport keine Gelder generiert werden können, wollen Volker Huvermann und Nao Tajima die Kosten aus eigener Tasche übernehmen. Die Realisierbarkeit des Projekts werde sich in den nächsten Wochen zeigen. „Wir bleiben auf jeden Fall am Ball“, sind die beiden Organisatoren zuversichtlich.

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Journalistin und Fotografin wollte ich schon während der Schulzeit werden. Trotzdem bin ich erst nach vielen Umwegen zur Zeitung gekommen. Die Berichterstattung über die Ereignisse in der großen weiten Welt haben meinen Horizont erweitert, der Lokaljournalismus meinen Blick auf die wesentlichen Dinge vor der eigenen Haustür.
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Antje Bücker

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