Hohe Kosten, keine Einnahmen: Corona sorgt im Wildpark für Probleme

Wildpark Granat

Über 500 Tiere müssen im Naturwildpark Granat gefüttert und gepflegt werden. Wegen des Coronavirus fehlen aber sämtliche Einnahmen. Nicht das einzige Problem von Betreiber Holger Beckmann.

Haltern

, 11.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Holger Beckmann betreibt den Naturwildpark Granat.

Holger Beckmann betreibt den Naturwildpark Granat. © Jürgen Wolter

Rotwild und Damwild, Luchse und Wölfe, Wildkatzen, Kängurus, Nandus und Emus: Über 500 Wildtiere können, zum Teil freilaufend, im Naturwildpark Granat besucht werden. Sie alle müssen gefüttert und gepflegt werden. Da durch die Corona-bedingte Schließung sämtliche Einnahmen weggefallen sind, steht der Park vor Problemen.

„Die monatlichen Futterkosten belaufen sich auf rund 3000 Euro“, sagt Betreiber Holger Beckmann. „Wir verfüttern etwa 30 Tonnen Futter im Monat. Außerdem brauchen die Tiere Pflege, ich kann also meine acht Mitarbeiter auch nicht in Kurzarbeit schicken.“

Naturwildpark Granat kann Kosten auf Dauer nicht alleine stemmen

Mehrfach gab es in den letzten Wochen Anrufe von Besuchern, die fragten, ob sie den Park mit Spenden unterstützen können. „Das hat uns sehr gefreut und deshalb haben wir uns entschlossen, eine Spendeninformation auf unsere Homepage naturwildpark.de zu setzen“, so Holger Beckmann.

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Dort heißt es: „Für Gastronomen, Händler, Hoteliers und viele andere ist das ein existenzbedrohendes Szenario: Keine Einnahmen, aber trotzdem weiterlaufende Kosten. Genau so ist es bei uns, wir mussten ja auf behördliche Anweisung hin komplett schließen und stehen nun vor der Herausforderung, hunderte Tiere weiterhin mit Futter zu versorgen. Das können wir alleine nicht stemmen.“ Zurzeit sei noch genügend Futter vorhanden, aber der Vorrat schrumpft.

Wer den Tierpark unterstützen möchte, kann auf das Konto mit der IBAN DE91 4035 0005 0011 5538 23 bei der Sparkasse Rheine einen Spendenbetrag überweisen. “Es gibt aber auch die Möglichkeit, Gutscheine zu kaufen, die man dann später einsetzen kann, wenn wir wieder öffnen. Die Schließung wird ja auch irgendwann wieder aufgehoben“, so Holger Beckmann.

„Bier trinken hilft“

Es gibt noch ein weiteres Problem: Holger Beckmann sieht einen möglichen Futterengpass auf den Park zukommen. „Hauptbestandteil des Futters, das wir verfüttern, ist Treber, und der beginnt jetzt knapp zu werden.“

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Treber ist ein “Abfallstoff“, der beim Bierbrauen entsteht. Nach dem Auskochen des geschroteten Malzes mit Wasser bleibt ausgelaugtes Malz zurück. Aus der gewonnenen Flüssigkeit, der Würze, wird das Bier hergestellt. Das ausgelaugte Malz bleibt übrig. Treber enthält viele Nährstoffe wie zum Beispiel Eiweiß, Malzzucker, Spurenelemente, Enzyme, Vitamine und Ballaststoffe.

„Da die Brauereien weniger Umsatz machen und ihre Produktion drosseln, fällt auch weniger Treber an. Da hilft Bier trinken“, so Holger Beckmann mit einem Augenzwinkern. Er hofft, dass die Schließung nicht zu lange dauert. „Wir könnten die Zahl der Besucher im Park begrenzen“, sagt er. „Im weitläufigen Gelände gibt es keine Probleme, Abstand zu halten.“

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