Die künftige Hoteldirektorin Karin Poppinga und Hubert Vornholt (r.), Direktor des Franz Sales Hauses, stellten im Februar 2020 in Haltern die Hotelpläne vor. Halterns Baudezernent Siegfried Schweigmann zeigt auf der Karte den Standort des neuen Inklusionshotels direkt am Seeufer. © Schrief
Am Stausee

Hotelbau in Haltern verzögert sich, dafür gibt es mehrere Gründe

Die Zeitpläne für das neue Hotel am Seeufer sind längst über den Haufen geworfen. Im Frühsommer 2022 sollte Eröffnung des dreiflügeligen Hauses sein, aber auf dem Baugrund tut sich nichts.

In der Nachbarschaft zum Seestern-Grundstück, direkt an den Ufern von Stausee und Stever, plant das Essener Franz Sales Haus, der soziale Dienstleister aus Essen, ein barrierefreies Inklusions-Hotel mit 80 Zimmern. 2018 stellte Vorstandsvorsitzender Hubert Vornholt erstmals die Pläne vor, 2020 mit detaillierten Planungen ein weiteres Mal. Auf dem Grundstück inmitten von viel Gestrüpp gibt es bislang aber nur einen Gast: Einen wilden Camper.

Doch Vorstandsvorsitzender Hubert Vornholt lässt keinen Zweifel daran, dass das Franz Sales Haus an seinem Projekt in Haltern festhält: „Das Interesse und der Wille, das Hotelprojekt in Haltern am See umzusetzen, ist nach wie vor unverändert.“ Gründe für die Verzögerung gebe es leider gleich mehrere.

Pandemie hat viel Energie und Zeit gebunden

Eine Unternehmenssprecherin sagt dazu: „Durch Corona hatten wir als Behinderteneinrichtung in den letzten beiden Jahren natürlich wegen der sich ständig ändernden Vorgaben, der unternehmensweiten Umsetzung von Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen sowie der bestmöglichen Regelung von Kontakten mit Angehörigen, rechtlichen Betreuern und Besuchern viel zusätzliche Arbeit.“ Das habe eine Menge Energie und Zeit gebunden.

So sahen die ersten Pläne des neuen Hotels aus. Inzwischen fand ein Architektenwechsel statt. © Privat

Dadurch haben sich für das Franz Sales Haus die Prioritäten verschoben. „Wir sind allerdings auch von den explodierenden Baukosten nicht verschont geblieben“, bedauert Hubert Vornholt. Die gemeinnützige Einrichtung habe sämtliche Pläne auf den Prüfstand stellen und die Wirtschaftlichkeit neu berechnen müssen. „Wir wollen natürlich keine Abstriche in der Qualität machen, deshalb haben wir geschaut, wie wir durch kleine konzeptionelle und räumliche Veränderungen unnötige Kosten minimieren können“, erklärt Hubert Vornholt auf Nachfrage.

Franz Sales Haus möchte 2022 den Bauantrag stellen

Ein weiterer Faktor, der die Pläne ebenfalls verzögert hat, ist der Wechsel des Architekturbüros. „Bei dem Bau unseres neuen Gesundheitszentrums, das wir Ende 2020 eröffnen konnten, haben wir mit einem Architekturbüro so gute Erfahrungen gemacht, dass wir mit diesem Team gerne auch das Hotel in Haltern realisieren würden“, heißt es aus Essen.

Aktuell prüfen diese Architekten die Planungsoptimierungen. Natürlich stehe das Franz Sales Haus weiterhin im Austausch mit der Stadt Haltern. „Deshalb sind wir guter Dinge, dass wir uns im nächsten Schritt über den Grundstücksankauf verständigen und dann hoffentlich in diesem Jahr den Bauantrag stellen können“, so Hubert Vornholt.

Nach wie vor ist ein Inklusionshotel geplant, das heißt: Etwa 50 Mitarbeiter werden sich um das Wohl der Gäste kümmern, darunter 25 Menschen mit Behinderungen. Der soziale Dienstleister aus Essen machte seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Betrieb eines solchen Hauses.

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Elisabeth Schrief

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