Hunde dürfen zum Friseur – Halternerin macht das glücklich

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Susanne Werner-Saracevic ist Hundefriseurin in Haltern.
Susanne Werner-Saracevic ist Hundefriseurin in Haltern. © Privat
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Im Gegensatz zu normalen Friseuren dürfen Hundefriseure öffnen, laut eines aktuellen Beschlusses des Verwaltungsgerichts Münster. Das entschied das Gericht am 11. Januar (Montag), nachdem eine Hundefriseurin aus Emsdetten im Dezember einen entsprechenden Antrag eingereicht hatte.

„Soweit in der Coronaschutzverordnung exemplarisch aufgeführt ist, dass Friseurdienstleistungen untersagt seien, beziehe sich dies allein auf Friseurdienstleistungen, die an Menschen erbracht wurden“, teilte das Verwaltungsgericht Münster in einer Pressemitteilung mit.

Den Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden einzuhalten, ist als Hundefriseur möglich. Mit einem entsprechenden Konzept dürfen diese deshalb öffnen. Ganz zur Freude der Halterner Hundefriseurin Susanne Werner-Saracevic, Inhaberin von Sanne‘s Fell-Salon. „Ich bin sehr glücklich darüber, nicht schließen zu müssen“, sagt sie. Eine angenehme Situation sei es damit aber noch lange nicht, fügt sie hinzu.

Nur unter gewissen Auflagen darf sie geöffnet haben. „Die Halter der Hunde, die zur Pflege kommen, dürfen den Laden nicht betreten“, erklärt Susanne Werner-Saracevic. Das führe manchmal zu Diskussionen. „Die Kunden müssen das aber akzeptieren.“

Negativ-Erlebnisse verhindern

Doch nicht nur für die Halter ist die Situation schwierig, auch ihren Hunden fällt es manchmal schwer, sich von Herrchen oder Frauchen zu trennen. „Manche Hunde jaulen und piepsen. Sie sind nur schwer ruhig zu bekommen“, sagt die Halterner Hundefriseurin. Sie müsse vorsichtig mit den Vierbeinern umgehen.

„Ich biete den Kunden in solchen Fällen an, nur das Nötigste zu machen“, erklärt sie. Der Hund solle sich langsam an die Hundefriseurin gewöhnen. Das Wichtigste sei, die Hunde nicht zu stressen. „Sie sollen gerne wiederkommen wollen. Für sie darf das Pflege-Erlebnis nicht negativ werden.“

Nicht überall dürfen Hundefriseure in Deutschland arbeiten

Mit Kunden, deren Hunde überhaupt nicht ohne ihre Halter können, verschiebe sie die Termine. „Den Hunden soll es bei mir nicht schlecht gehen.“ Die Situation, dass die Halter draußen bleiben müssen, finde sie „nicht schön“ – habe dafür aber Verständnis. Und immerhin darf Susanne Werner-Saracevic überhaupt öffnen. Nicht in allen Bundesländern in Deutschland ist das der Fall. In Bayern beispielsweise müssen Hundefriseursalons geschlossen bleiben.

„Das kann ich nicht verstehen“, sagt sie. Schließlich gehe es bei Hundefriseuren nicht darum, dass die Hunde gut aussehen. Vielmehr gehe es darum, beispielsweise Verfilzungen zu entfernen. „Es gibt Hunde, die sind auf regelmäßige Pflege angewiesen“, sagt Susanne Werner-Saracevic.

Nicht jeder Halter könne diese Pflege leisten. Wenn diese Vierbeiner nicht regelmäßig gepflegt werden, könne dies schwerwiegende Folgen für ihre Gesundheit haben.

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