Ein Bild mit Seltenheitswert: Der zugefrorene Stausee im Februar 1991. © Archiv Backmann
Historische Fotos und Video

Hunderte Besucher auf dem zugefrorenen Halterner Stausee

Bei eisigen Temperaturen war der Halterner Stausee in diesem Winter stellenweise zugefroren. Eine geschlossene Eisfläche wie so oft vor Jahren gab es aber nicht. Ein Blick in die Vergangenheit.

Segelboote drohten festzufrieren: Die zweistelligen Minustemperaturen hatten vergangene Woche auf dem Halterner Stausee vor allem in den Uferbereichen zu ersten Eisschichten geführt. Inzwischen taut es wieder kräftig – die Wetterlage hat sich gedreht. Zufrieren wird der See also in dieser Saison wohl nicht mehr. Dabei gab es auf dem Halterner Stausee bereits mehrmals dicke Eisschichten – so dick, dass die Menschen sich mit allerlei Kuriositäten auf den See wagten.

Mit Kinderwagen, Schlittschuhen, Schlitten und der ganzen Familie zog es die Bürger aus Haltern und Umgebung im Februar vor 30 Jahren auf den Halterner Stausee. Das berichtete die Halterner Zeitung am 11. Februar 1991.

Weit hinaus auf den See zog es die schnee-, eis- und wintersportbegeisterten Kinder und Erwachsenen – warm eingepackt in dicke Mäntel, Jacken und Hosen und ausgerüstet mit Handschuhen, Schals und festem Schuhwerk. „Nicht nur im Sommer ist der Stausee ein beliebtes Ausflugsziel“, hieß es damals. „Hunderte Menschen wagten sich aufs Glatteis.“

1986: Damals war der See lange zugefroren, vorher wurde die Wiese hinter dem Hallenbad geflutet. Wolfgang Rieck war mit seiner Frau und den Kindern dort.
1986: Damals war der See lange zugefroren, vorher wurde die Wiese hinter dem Hallenbad geflutet. Wolfgang Rieck war mit seiner Frau und den Kindern dort. © privat © privat

Fünf Jahre zuvor, im Winter 1986, war der See ebenfalls zugefroren. Leser Wolfgang Rieck ließ uns einige farbige Fotos von einem spannenden Winterausflug zukommen.

Wolfgang Rieck mit seinem Sohn im Jahr 1986. © privat © privat
Schlittschuhe anziehen und ab auf den Stausee: 1986 mache es Familie Rieck so.
Schlittschuhe anziehen und ab auf den Stausee: 1986 mache es Familie Rieck so. © privat © privat

Zusammen mit seinen Kindern und der Ehefrau besuchte er damals den zugefrorenen Stausee in Haltern. Rieck kann sich noch gut erinnern, dass die Wiese hinter dem Hallenbad zuvor geflutet worden war.

Zuletzt ließ uns Dieter Böhmer das folgende Bild zukommen.

Ein Bild vom 20. Januar 1980 – auch damals bedeckte den Stausee eine dicke Eisschicht. © Dieter Böhmer © Dieter Böhmer

Es stammt vom 20. Januar 1980. Böhmer „schoss“ das Bild selbst. „Im übrigen konnten wir jetzt bei den großen Schneeverwehungen acht Tage kein Fernsehen empfangen“, schreibt er. Das Auge der SAT-Schüssel sei total zugeweht und gefroren gewesen. Böhmer: „So kam man mal wieder zu längeren Gesprächen und Gesellschaftsspielen.“

Auch im Januar 1970 war der Stausee zugefroren. Am Steg herrschte wieder reges Treiben. © Archiv Backmann © Archiv Backmann

Und auch im Winter des Jahres 1970 herrschte wieder reges Treiben am Steg des Halterner Gewässers.

„Der Halterner Stausee war früher oft zugefroren“, weiß Uli Backmann. Der Halterner Heimatforscher beobachtete schon als Neunjähriger im Jahr 1959, wie ein Panzerfahrzeug der Briten auf dem See gefahren sei. Vier Jahre zuvor, im Jahr 1955, drehte demnach ein DKW 36 dort seine Runden.

Den Stausee bedeckts 2017 eine nahezu geschlossene Eisdecke. Das Betreten ist aber lebensgefährlich. Und außerdem verboten. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

In den 80er-Jahren dann nahm offenbar auch mancher Halterner sein Moped mit aufs Eis. Wie die Gelsenwasser AG berichtet, waren die 80er- und 90er-Jahre wohl auch die Jahre mit den „eisigsten Ereignissen“ und dem größten Besucherandrang auf dem Halterner Stausee. Danach sei es nie wieder so kalt geworden, hieß es.

1986: Auch Wolfgang Riecks Ehefrau und Kinder genossen das Eis auf dem See in Haltern. © pivat © pivat

Der Spaß auf dem Eis wäre heute nicht mehr möglich. „Das Betreten des zugefrorenen Stausees ist längst verboten“, macht Gelsenwasser deutlich. Nicht nur, weil der Stausee der Trinkwassergewinnung dient. Auch aus Gründen der Sicherheit.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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