Im Jahr 2019 entsteht bei Hullern das bislang größte Windrad der Stadt

hzBauprojekt gestartet

Mit 230 Metern Höhe wird das größte Halterner Windrad im kommenden Jahr etwa zwei Kilometer vom Hullerner Ortskern entfernt Strom erzeugen. Die Geschäftsführer stellen das Projekt vor.

Haltern

, 04.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Das bislang größte Windrad Halterns wird schon bald zwischen dem Hof Sebbel an der Westruper Straße und Hullern entstehen. Philipp Sebbel und Bernhard Dahlhaus stellten die Pläne am Montag der Öffentlichkeit vor. Die beiden Geschäftsführer zeigten sich hocherfreut über den Baubeginn für das mehr als fünf Millionen Euro teure Projekt, mit dessen Planung bereits 2011 begonnen worden war. Jetzt wurden mit dem symbolischen Spatenstich auf einem Feld, das Seniorchef Karl-Ernst Sebbel zur Verfügung gestellt hat, ein Weg und eine Kranstellfläche eingerichtet. „Endlich“, kommentierte Juniorchef Philipp Sebbel. Nur 900 Meter entfernt vom Hof soll der Windgenerator stehen. Wenn alles klappt, drehen sich die Rotorblätter im dritten Quartal des kommenden Jahres zum ersten Mal.

30 Meter höher als die anderen Windräder in Haltern

230 Meter hoch wird das Windrad - 30 Meter höher als die bislang höchsten Windräder in Lippramsdorf. Der Rotordurchmesser beträgt 140 Meter. Rund 110 Tonnen wiegt der gesamte Rotor, der sich deutlich langsamer als die älteren Exemplare dreht - neuneinhalb mal pro Minute. „Mit diesem Stromerzeuger ernten wir circa 10 Millionen Kilowatt im Jahr“, erklärte Bernhard Dahlhaus. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowatt pro Haushalt und Jahr könnten mit dem Hullerner Windrad rund 2500 Haushalte versorgt werden.

Ein Projekt mit 16 Gesellschaftern

Insgesamt 16 Gesellschafter - Privatleute aus Haltern und dem Kreis Recklinghausen - sind an dem Projekt beteiligt. Die Sebbel GmbH und Co. KG profitiert dabei auch vom Knowhow des Geschäftsführers Dahlhaus: Der Dorstener ist bereits an mehreren Windrädern in Dorsten-Lembeck und Haltern beteiligt. Auch der Energiegenossenschaft Haltern solle eine Beteiligung angeboten werden, hieß es.

Wertschöpfung vor Ort

Großen Wert legen Sebbel und Dahlhaus auf die Wertschöpfung vor Ort. „Der Strom wird hier direkt wieder verbraucht“, erklärte Philipp Sebbel. Er werde über eine vier Kilometer lange Stromtrasse in Hullern ins Umspannwerk der Stadtwerke Haltern eingepeist. „Wir brauchen keine Hunderte von Kilometern lange Nord-Süd-Stromtrasse.“ Mit 6,30 Cent werde die Kilowattstunde über einen Zeitraum von 20 Jahren vergütet. „Das ist die einzige Sicherheit, die wir haben“, meinte Dahlhaus. Auch die Frage der Finanzierung werde vor Ort geklärt - mit Hilfe regionaler Banken, hieß es weiter. Und die Gewerbesteuer schließlich bleibe auch in Haltern, wurde gescherzt.

Die Planung des Hullerner Windrads wurde von der „Bäuerlichen Bürgerwind-Projektberatungsgesellschaft in Münster unterstützt. Die BBWind hat seit 2012 bereits 100 solcher Projekte umgesetzt. Insgesamt 16 Windräder gibt es derzeit in Haltern. Wie Stadtsprecher Thomas Gerlach mitteilte, lägen keine Bauanträge für weitere Anlagen vor.

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