Im unteren Bereich der Stever ist der Fischbestand wahrscheinlich vernichtet

Fischsterben

In den letzten Tagen wurden im Bereich der Unterstever keine toten Fische mehr gefunden. Das bedeutet aber wahrscheinlich, dass dort auch kein Fischbestand existiert.

Haltern

, 20.08.2019, 10:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im unteren Bereich der Stever ist der Fischbestand wahrscheinlich vernichtet

Der idyllische Eindruck täuscht. Fische gibt es im unteren Bereich der Stever höchstwahrscheinlich nicht mehr. © Jürgen Wolter

„Man muss leider davon ausgehen, dass der Fischbestand in der Stever etwa ab dem Ende der Ferienhäuser bis zum Wehr am Halterner Stausee vernichtet ist“, sagt Stephan Brathe, der Vorsitzende des Angelsportvereins „Petri Heil“ in Haltern.

Als Angelrevier kann der Bereich vorläufig nicht mehr genutzt werden. „Natürlich ist das auch für uns ein Schaden, dort will niemand mehr einen Angelschein erwerben. Aber das ist angesichts des Fischsterbens natürlich das kleinere Problem“, so Brathe.

Schlimmer als von zwei Jahren

Das Fischsterben sei diesmal noch schlimmer gewesen als vor zwei Jahren, findet der Vereinsvorsitzende, denn es seien nicht nur kleine, sondern auch größere Fische betroffen gewesen. „Wir haben alles gefunden – vom Barsch über Schlei bis zu Zander und Hecht“, sagt Stephan Brathe. „Und nicht alle sind an die Oberfläche geschwemmt worden. Vermutlich liegen auch unten zwischen den Wasserpflanzen noch tote Fische.“

Brathe rechnet damit, dass es im Bereich der Zwischenstever auch in Zukunft immer wieder zu Problemen kommen wird. „Der Klimawandel macht sich bemerkbar. Die niedrigen Wasserstände in den Stauseen, der mangelnde Durchfluss, die Erwärmung des Wassers, das Wachsen der Wasserpflanzen, das alles hängt zusammen.“

Im Unterlauf ist die Stever sehr flach

Die Angler könnten sich mögliche Gegenmaßnahme vorstellen, etwa das Aussetzen von Fischen oder auch die Vertiefung der Stever im unteren Bereich. „Gerade am Lakeside Inn ist die Stever inzwischen sehr versandet und flach“, sagt Stephan Brathe.

Aber das würde Geld kosten. „Ein Kilo Fisch einzusetzen würde etwa 10 Euro kosten“, so der Angler. „1200 Kilo Fisch sind verendet, das würde teuer.“

Die Angler sitzen inzwischen regelmäßig mit Vertretern der Oberen und Unteren Fischereibehörde, des Fischereiverbandes und der Gelsenwasser AG am runden Tisch zusammen, um Probleme und mögliche Maßnahmen zu besprechen. „Die Zusammenarbeit hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert“, sagt Stephan Brathe.

Gelsenwasser plant keinen Fischbesatz

Das bestätigt auch Heidrun Becker, Pressesprecherin der Gelsenwasser AG. Sie hofft, dass ein neuer Fischbesatz nicht notwendig wird. „Es ist davon auszugehen, dass die Fische aus dem oberen Bereich der Stever und vor allem aus dem Hullerner Stausee auch wieder in den unteren Bereich wandern, wenn im Herbst der Stausee wieder voll ist und mehr Wasser von dort in die Stever fließt“, so Becker.

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