Meinung

Impfaktion in Haltern: Mal wieder kommt es auf die Eigeninitiative an

Die Politik hat in der Corona-Pandemie erneut versagt. Wie schon Anfang des Jahres ist der Ansturm auf Impfangebote enorm. In Haltern schaffen Ärzte, Kirchenvertreter und Behörden Fakten.
Blitzschnell waren die Impftermine in Haltern am See ausgebucht. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Insgesamt 1400 Impftermine hat die Stadt in ihrem Buchungsportal für zwei Impfaktionen in der Seestadthalle freigeschaltet. Sie waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. In den Haus- und Facharztpraxen laufen derweil die Anfragen weiter.

Das zeigt: Die Nachfrage nach Booster-Impfungen ist riesig. Wahrscheinlich hätten die Organisatoren das Doppelte an Terminen vergeben können. Es ist der Initiative von Frau Dr. Trogemann und weiteren Ärzten zu verdanken, dass mit so einem Termin möglichst viele Menschen in Haltern ein Impfangebot bekommen. Auch Dr. Heufers in Lippramsdorf hat eine Impfaktion für seine Patienten in einer Kirche (!) organisiert.

So lobenswert das ist, ist es doch eigentlich ein Skandal. Die Politik lässt die Patienten – und auch die Ärzte – im Stich. Statt Impfzentren zu aktivieren, schickt NRW-Gesundheitsminister Laumann auch noch dumme Kommentare in Richtung Ärzteschaft. So kann man das eigene Versagen natürlich auch kaschieren.

Wo sind denn die mobilen Impfteams? Die festen Impfstellen, die die Impfzentren ersetzen sollten? Ich habe noch keine gesehen. Und warum bekommt nicht jeder Erwachsene Post mit einem Impftermin? So läuft es nämlich in Nachbarländern wie Spanien und Italien. Nicht überraschend, dass da die Impfquoten höher sind und auch die Corona-Fälle geringer. Stattdessen müssen die Impfwilligen ihrem Termin wieder einmal hinterherlaufen.

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