Impfpflicht gegen Masern seit 1. März: So gehen die Schulen und Kitas in Haltern damit um

hzMasern-Impfpflicht

Die Bundesregierung hat entschieden, dass Eltern seit dem 1. März eine Masernimpfung ihrer Kinder nachweisen müssen. Wir haben uns umgehört, wie Halterner Schulen und Kitas damit umgehen.

Haltern

, 01.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 1. März gilt die Impfpflicht gegen Masern. Eltern müssen dann auch in Halterner Schulen und Kitas nachweisen, dass sie ihr Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr haben impfen lassen. Das hat die Bundesregierung in einem Gesetz festgelegt. Eltern, deren Kinder schon in eine Kita oder Schule gehen, müssen den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen.

Für alle Einrichtungen muss bis zu den Fristen einer dieser drei Punkte nachgewiesen werden:

  • Die erfolgte Impfung
  • Ein nachweislich ausreichender Immunschutz
  • Eine Unverträglichkeit oder gesundheitliche Gründe, die eine Impfung unmöglich machen

In der Alexander-Lebenstein-Realschule sind Lehrkräfte, Hausmeister, Sozialarbeiter, Referendare, Praktikanten und Schüler gleichermaßen von der Impfpflicht betroffen. Ähnlich sieht es am Joseph-König-Gymnasium aus. In beiden Schulen müsse man nun auf nähere Anweisungen des Schulministeriums warten, wie man weiter verfahre, so die Schulleiter Frank Cremer und Ulrich Wessel. Denn natürlich gelte für alle Kinder die Schulpflicht, sagt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage.

So gehen die Kitas mit dem Masernschutzgesetz um

In den katholischen Kitas wurden Mitarbeiter und Eltern gleichermaßen per Infoschreiben durch die Verbundsleitung der Kitas informiert. Die Eltern der AWO-Kita an der Lohausstraße bekommen zunächst ein Info-Schreiben zur Gesetzeslage und Vorgehensweise. Die Kita-Leitung registriert dann den Impfstatus des Kindes. Kinder, die die Impfung aus Gesundheitsgründen nachweislich nicht bekommen können, werden dazu in den Kitas nicht verpflichtet.

In den städtischen Kitas muss bei neuen Kindern neben den Vorsorgeheften auch der Impfausweis vorgelegt werden. Impfausweise werden wie bisher auch für die Platzvergabe für den Sommer 2020 in den DRK-Kitas angefordert. „Nach dem 31.07.2021 kann das Gesundheitsamt im Einzelfall entscheiden, ob Tätigkeits- oder Betreuungsverbote ausgesprochen werden“, sagt Stadtsprecher Georg Bockey.

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Kinder, die zum 1. März neu in die Kita kommen und keinen Nachweis erbringen, können hier nicht betreut werden, so AWO-Pressesprecherin Sandra Schubert. Gleiches gilt in den katholischen und städtischen Kitas in Haltern.

„Wir bitten seit Jahren die Eltern, bei der Anmeldung Ihres Kindes an unserer Schule, eine Kopie des Impfpasses abzugeben“, erklärt Silverberschulleiterin Veronika Beher. „Da bei uns Schulpflicht herrscht, darf ich natürlich keine Schulanmeldung verweigern. Es kommt ein Vermerk in unsere Schülerakte und mit dem Ausbruch einer Erkrankung werden die Kinder dem Gesetz entsprechend zu Hause bleiben müssen.“ Die gleiche Vorgehensweise würde ich mit dem gesamten, in unserer Schule befindlichem Personal durchgeführt.

Susanne Ploner, Schulleiterin der Marienschule, teilte mit, dass man sich mit Inkrafttreten des Masernschutzgesetzes so verhalten werde, wie es us das Ministerium vorschreibe.

Impf-Muffel müssen an das Gesundheitsamt gemeldet werden

Generell müssen die Einrichtungen Eltern und Kinder unverzüglich an das Gesundheitsamt des Kreises melden, die ihre Kinder auch nach den entsprechenden Fristen nicht haben impfen lassen. Dabei werden personenbezogene Daten an das Amt weitergegeben.

Wer der Nachweispflicht „innerhalb einer angemessenen Frist“ nicht nachkommt, dem drohen Geldbußen, so Cordula Borgsmüller, Verbundsleiterin der katholischen Kitas in Haltern. Laut Masernschutzgesetz können das bis zu 2500 Euro sein.

Wie auch in den Schulen müssen sich auch in den Kitas die Mitarbeiter impfen lassen. In den DRK- und städtischen Kitas müssen Mitarbeiter entweder eine Impfung oder eine Immunität bis ins kommende Jahr nachweisen. Wer neu in einer DRK-Kita angestellt wird, wird zu einem Nachweis vertraglich verpflichtet. Genauso verfährt auch die AWO-Kita. Per Gesetz sind Mitarbeiter zur Impfung verpflichtet, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren wurden.

Wie die evangelischen Kitas in Haltern mit der Impfpflicht verfahren, ist noch unklar. Pfarrerin Merle Vokkert erklärte gegenüber der Redaktion am Dienstag (25. Februar), dass die Gemeinde derzeit noch überlege, wie sie mit der Impfpflicht umgingen.

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