Wer sich einen Hund anschafft, muss das Tier innerhalb von zwei Wochen bei der Stadt anmelden. 3742 Hunde sind in Haltern offiziell erfasst, auch einige „Gefährliche Hunde“ sind registriert.

Haltern

, 03.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer in NRW einen Hund hält oder Hunde auf öffentlichen Wegen ausführt, hat verschiedene rechtliche Vorgaben des Landeshundegesetzes (LHundG) NRW zu beachten. Mit diesen Grundregeln sollen mögliche Gefahren für Leben, Gesundheit und Eigentum anderer deutlich verringert werden. An die Haltung potenziell gefährlicher Hunde werden besondere Anforderungen gestellt.

Die Höhe der Steuern liegt im Verantwortungsbereich der Städte und Gemeinden. Für gefährliche Hunde fällt die Besteuerung in vielen Fällen deutlich höher aus, teilweise bis zu 1500 Euro jährlich. Eine erhöhte Hundesteuer für „Gefährliche Hunde“ sieht die Hundesteuersatzung der Stadt Haltern nicht vor. Hier zahlen Hundehalter jährlich 96 Euro, werden zwei Hunde gehalten, fallen 108 Euro je Hund an. Ab drei Hunden beträgt die jährliche zu entrichtende Hundesteuer 120 Euro je Hund.

? Was regelt das Landeshundegesetz?

Es regelt zunächst für den Umgang mit allen Hunden allgemeine Grundpflichten. Für alle Hunde, unabhängig von Größe oder Rasse, gilt:

  • ein allgemeines Rücksichtnahmegebot (Grundpflicht zu Gefahr vermeidendem Umgang mit Hunden)
  • Anleinpflicht in Örtlichkeiten und Situationen mit typischerweise erhöhtem Publikumsverkehr
  • Verbot von Aggressionsausbildung, -zucht und -kreuzung.

Durch diese Grundregeln soll der Unberechenbarkeit des tierischen Verhaltens und der dadurch möglichen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter Rechnung getragen und das Risiko einer Gefährdung oder eines Schadenseintritts deutlich verringert werden.

Darüber hinaus sieht das Landeshundegesetz (LHundG NRW) für die Haltung „Gefährlicher Hund“, „Hunde bestimmter Rassen“ und „Großer Hunde“ besondere Pflichten und für den Umgang mit diesen Hunden bestimmte Verhaltensanforderungen vor. Der Gesetzgeber erhofft sich hierdurch einen Rückgang der Beißvorfälle und bei den Hundehalterinnen und Hundehaltern einen verantwortungsvolleren Umgang mit ihren Hunden.

? Was ist eigentlich ein Kampfhund?

Der Begriff Kampfhund wird umgangssprachlich häufig genutzt, wenn ein Hund auf einen Menschen losgeht. Das ist aber falsch. Ein Kampfhund ist ein für den Kampf gezüchteter und abgerichteter Hund. Seit dem 19. Jahrhundert sind Hundekämpfe weltweit zum größten Teil verboten. In NRW werden drei Kategorien von Hunden benannt, denen per Gesetz besonderer Beachtung zukommt: „Gefährliche Hunde“, „Hunde bestimmter Rassen“ und „Große Hunde“.

? Was ist ein „Gefährlicher Hund“?

Zu den gefährlichen Hunden gelten per Gesetz folgende Hunderassen:

Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier und deren Kreuzungen untereinander sowie deren Kreuzungen mit anderen Hunden. Als gefährliche Hunde im Sinne des Gesetzes können auch Hunde gelten, deren Gefährlichkeit im Einzelfall festgestellt worden ist. Laut Gesetz ist diesen Hunden „ein das Beißen verhindernder Maulkorb oder eine in der Wirkung gleichstehende Vorrichtung anzulegen“. Die zuständige Behörde kann eine Befreiung dieser Verpflichtung erteilen, wenn der Halter nachweist, dass „eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist“, wie es im Gesetzestext heißt.

? Was sind „Hunde bestimmter Rassen“?

Zu den „Hunden bestimmter Rassen“ zählen in NRW: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu. Auch hier gelten Kreuzungen aus den aufgelisteten Rassen mit anderen Hunden als Hunde bestimmter Rassen.

? Wann gilt ein Hund als „Großer Hund“?

Ein Tier gilt als großer Hund, wenn er ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 Zentimetern oder ein Gewicht von mindestens 20 Kilogramm erreicht, darunter fallen also beispielsweise auch Familienhunde wie Retriever oder ein Schäferhund.

? Welche Vorgaben gelten für Hundehalter in Haltern?

Jeder Hundehalter hat seinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme anzumelden. „Offiziell haben wir in Haltern aktuell 3742 Hunde erfasst“, sagt Helmut Lampe, Halterns Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales. Darunter gibt es 1700 „große Hunde“, 23 „Hunde bestimmter Rassen“ und 16 „Gefährliche Hunde“. Sie werden ordnungsbehördlich gesondert erfasst. Besitzer dieser Hunde müssen einen Sachkundenachweis erbringen. Der Hund darf zudem nur dann gehalten werden, wenn er mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist und für den Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde.

Helmut Lampe ist bei der Stadt Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales.

Helmut Lampe ist bei der Stadt Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales. © Foto: Daniel Winkelkotte

? Was bedeutet Sachkundenachweis?

„Dabei wird zum Beispiel Wissen über Verhaltensweisen von Hunden abgefragt“, erklärt Helmut Lampe. Innerhalb einer Frist von zwei Wochen muss der Sachkundenachweis beim Ordnungsamt vorgelegt werden. Für Besitzer von „gefährlichen Hunden“ gelten dabei strengere Vorgaben. „Sie können den Test beispielsweise nicht beim Tierarzt ablegen, sondern müssen beim zuständigen Amtsveterinär vorstellig werden. Passiert das nicht, kann der Hund auch beschlagnahmt werden“, so Lampe.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt