Zweifelhafte Anrufe: In Haltern enden die ersten günstigen Glasfaser-Verträge

hzDeutsche Glasfaser

Zwei Jahre gelten günstige Tarife, dann erhöht die Deutsche Glasfaser automatisch die Gebühren. Scheinbar nutzen Betrüger diese Tatsache für Telefongeschäfte. Ein Sythener wehrte sich.

Sythen

, 28.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Deutsche Glasfaser, eine Unternehmensgruppe aus Borken, schloss im September 2019 den Glasfaser-Ausbau in Haltern ab: Innerhalb von 24 Monaten wurden 5500 Privathaushalte und Unternehmen ans Netz angeschlossen. Sythener waren die ersten, die in die digitale Zukunft starteten. Das ist jetzt zwei Jahre her, die ersten Hauseigentümer wechseln nun automatisch von günstigen zu höheren Tarifen. Es sei denn, sie kündigen ihre Verträge. Unseriöse Anbieter scheint das auf eine Idee zu bringen. Bei einem Sythener konnten sie allerdings mit ihrer Masche nicht landen.

Die Deutsche Glasfaser baute in Haltern wie überall ein offenes Netz, das auch von anderen Anbietern angemietet werden kann. Deshalb können sich Kunden nach zwei Jahren von dem Unternehmen trennen und sich für einen anderen Anbieter entscheiden. Auch bei Bernhard Unland ist bald Schluss mit den Vorzügen. Wie alle Halterner stieg er günstig ein, jetzt erhöhen sich die Gebühren. Bis zum 7. März könnte er den Vertrag kündigen, noch hat er das nicht getan.

Ein merkwürdiger Anruf aus Essen

Diese Tatsache scheinen Betrüger für eine Telefonmasche zu missbrauchen. Bernhard Unland wurde kürzlich aus Essen angerufen. Ihm wurde ein neuer Vertrag der Deutschen Glasfaser inklusive Router zu günstigen Konditionen angeboten. Ein Vertragsabschluss sei allerdings nur telefonisch möglich. Bernhard Unland machte das stutzig.

Als er darum bat, ihm den Vertrag zunächst schriftlich vorzulegen, wurde ihm gesagt, dass das nicht gehe. Der Vertragswechsel könne nur telefonisch abgewickelt werden. Bernhard Unland lehnte ab, daraufhin war das Gespräch schnell beendet. Der Sythener blieb nicht untätig. Er rief die Deutsche Glasfaser in Borken an.

Glasfaser hat kein Fremdunternehmen beauftragt

Das Unternehmen betonte ausdrücklich, dass niemand in ihrem Namen für neue Vertragsabschlüsse werbe. „Der Anrufer klang seriös, die guten Konditionen hörten sich verlockend an“, warnt Bernhard Unland vor Gutgläubigkeit. Merkwürdig findet er, dass der Anrufer genau über die Laufzeit und Konditionen seines Vertrages mit der Deutschen Glasfaser informiert war.

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Der Sythener vermutet stark, dass der Anrufer in erster Linie an seine Bankdaten kommen wollte. Sein Nachbar sei ebenfalls angerufen worden. Der habe allerdings aufgelegt, weil er die Rufnummer nicht kannte.

Dennis Slobodian, Sprecher der Deutschen Glasfaser aus Borken, betont, kein Kunde werde unangekündigt aktiv wegen seines Vertrages kontaktiert. „Ein Vertrag mit uns läuft generell nicht aus, vielmehr verlängert er sich, wenn der Kunde nicht vorab kündigt“, bekräftigt er auf Nachfrage der Halterner Zeitung. Erst wenn jemand kündige, rufe das Service-Center an, um sich nach den Beweggründen zu erkundigen und um den Kunden zu halten. Betrugsanrufe wie in Sythen seien dem Unternehmen bekannt.

Die richtigen Fragen an den Anrufer

Das Geschäft mit aggressiven Verkaufsmaschen am Telefon blüht, sagt die Verbraucherberatung. Solche Anrufe könnten ärgerliche Folgen haben: Betroffene erhielten Rechnungen oder es werde Geld vom Konto abgebucht. Wer einen unerwünschten Anruf bekomme, sollte laut Verbraucherberatung folgende Fragen stellen: Mit wem spreche ich? Wie ist Ihr Name? Für welches Unternehmen rufen Sie an? Was ist der Grund Ihres Anrufes?

Darüber hinaus sollte der Anrufer darauf hingewiesen werden, dass sämtliche Daten zu löschen seien und man künftig nicht mehr angerufen werden wolle. Beim Unterschieben eines Vertrages besteht zwar ein Widerrufsrecht innerhalb von vierzehn Tagen. Doch grundsätzlich ist Telefonwerbung ohne Einverständnis des Verbrauchers nicht erlaubt.

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