Mit Video: Innenstadt in Haltern wird wieder mehr besucht

hzHalterner Innenstadt

Viele Geschäfte dürfen wieder öffnen, die Halterner Innenstadt wirkt wieder lebendiger. Einer, dessen Geschäfte weiter geschlossen bleiben müssen, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen.

Haltern

, 20.04.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Reaktionen auf den Beschluss, dass viele Läden ab Montag, 20. April, wieder öffnen dürfen, waren gemischt. Einige sahen die Lockerung der bisherigen Corona-Regeln als zu früh an, andere kritisierten, dass nur Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Fläche wieder öffnen dürfen. Die meisten Läden sind nun aber wieder geöffnet. Wie war die Lage am Montag in der Halterner Innenstadt?

Der große Ansturm blieb zwar aus, doch die Innenstadt war schon am Montagmittag spürbar voller als in den vergangenen Wochen. Mehr Menschen bummelten durch die Straßen, viele Geschäfte hatten wieder Waren vor ihren Türen ausgestellt. Die Halterner Innenstadt wirkt wieder lebendiger.

„Wir werden nicht überrannt“

„Das Schlimmste war die Totenstille hier“, sagte Christoph Kleinefeld, Geschäftsführer von Kindermoden Kleinefeld, über die Zeit seit der Schließung zur Eindämmung des Coronavirus. Für Eltern, die in den vergangenen Wochen durchgehend mit ihren Kleinsten zuhause waren, könne das sicher irgendwann auch mal anstrengend gewesen sein, „aber wir haben das total vermisst“.

Video
Wiedereröffnung: Viele Geschäfte dürfen wieder öffnen

Mit den ersten Stunden nach der Wiedereröffnung sei er zufrieden. „Wir werden nicht überrannt“, erklärte Kleinefeld, „aber das ist auch gut so“. Die Kunden seien alle sehr vorsichtig und würden bislang gut die Corona-Regeln einhalten.

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Eine Einschätzung, die auch Günter van Buer vom Modehaus van Buer und dem daneben liegenden Geschäft „mittendrin“ teilt. „Alle sind sehr umsichtig“, sagte er. Das Geschäft laufe bislang „überraschend gut“. Vor allem am Montagmorgen sei sehr viel zu tun gewesen in seinen beiden Modeläden. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass heute Morgen direkt so gut zu tun ist“, sagte er.

Gutscheinverkauf und Kundengespräche vor dem Geschäft

Eines der wenigen Geschäfte, die auch weiterhin geschlossen bleiben müssen, ist das Modehaus Heckmann. Dort hat sich Inhaber Peter Heckmann allerdings etwas Besonderes ausgedacht. Vor der Tür haben Kunden die Möglichkeit, Gutscheine zu erwerben. „Das ist einfach, damit wir mit den Kunden in Kontakt kommen“, erklärte er. Viele in der Innenstadt würden fragen, warum das Modehaus Heckmann sowie das Modewerk von Peter Heckmann noch immer nicht öffnen dürfen.

Beim Modehaus Heckmann erklärten Ilka Schiller und andere Mitarbeiter Kunden, warum das Geschäft von Peter Heckmann weiterhin nicht öffnen darf.

Beim Modehaus Heckmann erklärten Ilka Schiller und andere Mitarbeiter Kunden, warum das Geschäft von Peter Heckmann weiterhin nicht öffnen darf. Zudem verkauften sie Gutscheine. © Pascal Albert

Im Gespräch vor dem Modehaus würden er und sein Team Interessierten dann erklären, warum. „Und wir bieten nun außerhalb unseres Ladens Gutscheine an“, erklärte Peter Heckmann, „wenn Kunden uns solidarisch unterstützen wollen.“

„Ich bin froh, dass wir wieder Kunden hier haben können“, sagte derweil Petra Eikelschulte vom Schuhhaus Eikelschulte. Im Vorfeld habe auch sie sich gefragt, „kommen sie jetzt oder kommen sie nicht?“ Doch ihre Sorge war am Montag schnell verflogen. „Es läuft bei uns sehr gut“, erzählte sie. In den vergangenen Wochen konnte sie Schuhe nur per Lieferdienst verkaufen. Die Zeit habe sie teilweise auch genutzt, um den Laden umzuräumen und alles für eine Wiedereröffnung vorzubereiten.

Petra Eikelschulte ist zufrieden mit dem ersten Tag in ihrem Schuhgeschäft nach der Corona-bedingten Zwangspause.

Petra Eikelschulte ist zufrieden mit dem ersten Tag in ihrem Schuhgeschäft nach der Corona-bedingten Zwangspause. © Pascal Albert

Bei Deko und Accessoires Brosthaus war das hingegen nicht möglich. „Wir haben nichts verändert, wir waren gerade fertig mit einem Umbau“, sagte Inhaberin Martina Brosthaus. Einen Ansturm haben auch sie und ihre Kolleginnen nicht erlebt. Sie schätzt, dass es am ersten Tag ein bisschen weniger Kunden als an früheren Montagen waren. Sie sei nun aber erst mal froh, überhaupt wieder öffnen zu dürfen.

Einen guten ersten Tag erlebte auch die „Pro Büro & Kopier GmbH“. Vor allem Spielsachen seien sehr gefragt gewesen, sagte Michaela Schäfers. „Ich denke, viele Kinder haben ein bisschen Ostergeld bekommen, das muss jetzt natürlich ausgegeben werden.“ Auch Schulsachen standen bei einigen ganz oben auf der Liste.

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