Insolvenzverfahren - Gerry Weber schließt Modegeschäft an der Rekumer Straße

hzHalterner Filiale

Die Modekette Gerry Weber steckt in der Krise. In diesem Jahr musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. 150 Läden sollen geschlossen werden. Auch die Filiale in Haltern ist davon betroffen.

Haltern

, 21.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerry Weber ist seit 2016 an der Rekumer Straße mit einem eigenen Store in Haltern vertreten. Eine starke Innenstadtlage und der hohe Tourismusanteil waren ausschlaggebende Gründe, an die Rekumer Straße 37 zu ziehen, hieß es damals.

Wie Gerry Weber am 20. Dezember (Freitag) auf Anfrage mitteilte, wird das Geschäft kaum drei Jahre nach Eröffnung wieder geschlossen. Der letzte Verkaufstag wird der 25. Januar (Samstag) sein.

Wie viele Mitarbeiter von der Schließung betroffen sind und was mit ihnen passiert, dazu äußerte sich der Konzern nicht. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu unseren Mitarbeitern grundsätzlich keine Angaben machen“, heißt es aus der Pressestelle. Vor dem Hintergrund der damit einhergehenden Umstrukturierung sehe der Insolvenzplan die Schließung von rund 150 Filialen vor, heißt es von dort weiter.

Im April hatte es noch geheißen, dass Gerry Weber 120 Filialen schließen wolle. Weitere Filialen seien auf Wirtschaftlichkeit hin überprüft worden, sagte Kristina Schütze, Leiterin der Presseabteilung von Gerry Weber, am Freitag auf Nachfrage.

Ladenlokal wurde aufwendig umgebaut

Das Ladenlokal, in dem Gerry Weber 2016 einzog, wurde 2015 aufwendig zu einer 196 Quadratmeter großen Verkaufsfläche umgebaut. Vorher hatten sich zwei Modeanbieter die Fläche geteilt. Ursprünglich war bis 1945 in dem Haus eine Gaststätte untergebracht, die die Familie Reismann führte.

Das Modeimperium steckt seit Jahren in der Krise. Der Konzern litt zuletzt nicht nur unter dem Rückgang der Kundenfrequenzen in den Innenstädten und dem Siegeszug des Onlinehandels. Auch eigene Fehler, vor allem hohe Investitionen in ein eigenes Ladennetz, machten dem Unternehmen schwer zu schaffen.

Ende Januar musste der Konzern Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Dieses Verfahren laufe voraussichtlich noch bis Ende des Jahres, teilte die Pressestelle des Unternehmens in Halle/Westfalen am Freitag mit.

Durch den Einstieg der Finanzinvestoren Robus Capital und Whitebox hofft das Unternehmen auf eine Sanierung. Die Investoren stellen Gerry Weber bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll sowohl zur Fortführung des Betriebes als auch zur Entschädigung der Gläubiger dienen.

Ursprünglich hatten wir in diesem Artikel berichtet, dass der letzte Verkaufstag schon der 31. Dezember 2019 sei. Eine Unternehmenssprecherin korrigierte den Termin am 23. Dezember und entschuldigte sich für die falsche Auskunft gegenüber unserer Redaktion.

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