IT-Spezialist sorgt sich um die Sicherheit des Glasfasernetzes in Haltern

hzDeutsche Glasfaser

Ulrich Puschmann (SPD Ratsherr) befasst sich beruflich mit Fragen des Netzwerkbetriebs. Der großflächige Ausfall des Glasfasernetzes Ende August in Haltern wirft bei ihm einige Fragen auf.

Haltern

, 28.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seitdem am 29. August in Haltern das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser großflächig ausgefallen ist, sorgt sich Ulrich Puschmann um die Sicherheit der Netzinfrastruktur in der Stadt. Bei einer derartigen Störung reichten Handys für die Kommunikation einfach nicht aus, erläuterte der Halterner, der sich als Inhaber des Unternehmens P&W Netzwerk beruflich mit Fragen zum System- und Netzwerkmanagement befasst.

Der Gesetzgeber gebe vor, dass ein Ausfall wie er sich Ende August in Haltern ereignet habe, ausgeschlossen werden müsse. So begründet Ulrich Puschmann seine Kritik. Wie die Halterner Zeitung berichtete, hatte ein Schaden an einem größeren Versorgungskabel zwischen Gronau und Ahaus zu den Systemstörungen geführt.

Ausfall des Glasfasernetzes kann Menschen gefährden

Besonders ältere Menschen seien bei einem solchen Fall in den Blick zu nehmen, argumentiert Ulrich Puschmann. Sie verfügten womöglich nicht über ein Handy und seien bei einem Notfall von der Kommunikation abgeschnitten. Der IT-Spezialist fragt sich deshalb, ob die Stadt Haltern beziehungsweise ihr Bürgermeister Bodo Klimpel als Katstrophenbeauftragter tätig geworden ist und bei der Deutschen Glasfaser eine Nachbesserung gefordert habe.

Die Verwaltung allerdings fühlt sich für das Problem nicht zuständig. Das ergab eine Nachfrage der Redaktion. „Wir sind als Stadt nicht mit im Boot“, erklärte Stadtsprecher Thomas Gerlach. Betroffen seien lediglich privatrechtliche Verträge. „Für uns ist es keine Katastrophe, wenn das Telefonnetz für einige Stunden ausfällt“, teilte er die Sicht der Verwaltung mit.

Die Stadt Haltern sieht sich nicht zuständig

Um die öffentliche Daseinsvorsorge und damit die Zuständigkeit der Verwaltung gehe es lediglich, wenn das gesamte Stromnetz oder die Wasserversorgung ausfallen würden.

Die Deutsche Glasfaser teilte auf Anfrage mit, dass sie sich sehr wohl um die Sicherheit der Netzinfrastruktur kümmere. Zwar habe zunächst der sehr schnelle Ausbau des Glasfasernetzes im Vordergrund gestanden (wie von Urlich Puschmann befürchtet). Mittlerweile aber sei rund um Haltern ein ringförmig angeordnetes Netz angelegt, das für Reserven (sogenannte Redunzen) bei Einzelausfällen und eine doppelte Sicherheit sorge.

Die Abteilung Netzüberwachung bei Glasfaser teilte auch mit, dass Ende August das angemietete Kabel eines Dienstleisters beschädigt worden sei. Es sei vermutlich bei Tiefbauarbeiten durchtrennt worden.

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