Jugendherberge Haltern bleibt bis März 2021 geschlossen

hzJugendherberge

Nach dem erneuten Lockdown fürchten Jugendherbergen eine zweite Stornierungswelle. In Haltern schließt die Herberge sogar bis zum März 2021.

Haltern

, 10.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Verbot von touristischen Übernachtungen musste erneut der Großteil der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe schließen. In Haltern steht jetzt schon fest, dass die Jugendherberge erst zum 1. März wieder öffnen wird.

Normalerweise sorgten die Einnahmen der guten Sommermonate dafür, dass die Halterner Jugendherberge auch in den Wintermonaten offen gehalten werden konnte. „Die sind aber in diesem Jahr ausgefallen“, sagt Michael Falkenreck, der Leiter der Halterner Jugendherberge. Da die Einrichtung noch immer nicht an schnelles Internet angeschlossen ist - darauf wartet sie inzwischen seit Jahren - kommt sie als Tagungsstätte für Firmen und Institutionen nicht in Frage.

Keine Tagungsbuchungen

„Das ist der Grund, warum wir in den Wintermonaten keine Tagungsbuchungen bekommen“, so Falkenreck. Deshalb bleibt die Einrichtung jetzt erstmal dicht, und das, obwohl das Sicherheitskonzept im Sommer bei allen Besuchern auf sehr positive Resonanz gestoßen ist. „Unsere Mitarbeiter haben einen tollen Job gemacht, auch die Gäste haben sich an unser Konzept gehalten, besser als ich gedacht hatte“, so Michael Falkenreck.

Michael Falkenreck leitet die Jugendherberge Haltern.

Michael Falkenreck leitet die Jugendherberge Haltern. © Jürgen Wolter

Was die Jugendherbergen insgesamt mit Sorge erfüllt, ist, dass sie einen zweite Stornierungswelle befürchten. „Wir haben durchaus Verständnis für den beschlossenen Lockdown und leisten unseren Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie“, teilt Guido Kaltenbach, Geschäftsführer des DJH Landesverbands Westfalen-Lippe, mit.

Wirtschaftlicher Schaden ist immens

Der durch die Corona-Pandemie entstandene wirtschaftliche Schaden für die Jugendherbergen sei bereits immens. „Die erneute Schließung unserer Häuser verschlechtert diese Situation nochmals“, berichtet Guido Kaltenbach. „Da der November zu den belegungsschwächeren Monaten zählt, trifft uns der Lockdown aber nicht ganz so hart wie im Frühjahr.“

Sorge bereitet Kaltenbach mehr der Blick ins neue Jahr. Bisher sahen die Vorbuchungen für 2021 verhältnismäßig gut aus. „Seit Bekanntgabe des „Lockdowns-Light“ stellen wir nun leider auch wieder ein vermehrtes Stornoaufkommen von Schulklassen und Gruppen für das erste Halbjahr 2021 fest.“

Das bestätigt auch Michael Falkenreck für Haltern. „Wir führen viele Gespräche mit den Schulen, aber häufig sind es die Eltern, die sich gegen eine Klassenfahrt ihrer Kinder aussprechen.“

Die Entwicklung gehe den Jugendherbergen an die Substanz – hier sei ein klares Gegensteuern unter anderem der Schul- und Kultusministerien nötig, so Guido Kaltenbach. „Wir würden es etwa sehr begrüßen, wenn die zuständigen Ministerien in der Kommunikation mit den Schulen darauf hinweisen, dass Buchungen von Schulfahrten grundsätzlich möglich und Stornierungen von Klassenfahrten mit Aufenthalten im Frühjahr 2021 oder später jetzt noch nicht notwendig sind.“

Stornobedingungen wurden angepasst

Es sei völlig klar, dass Schulfahrten nur dann stattfinden können und sollen, wenn es das Infektionsgeschehen zulasse. „Die Gesundheit steht an erster Stelle“, betont der Geschäftsführer. „Unsere Stornobedingungen haben wir aber insbesondere für Schulen so angepasst, dass ,Corona-bedingt‘ auch erst kurz vor der Anreise kostenlos storniert werden kann.“

13 der 29 Jugendherbergen im Landesverband hatten in den Sommermonaten geöffnet, darunter auch Haltern, weil hier die räumlichen Bedingungen - unter anderem eigene Toiletten auf allen Zimmern - und das weitläufige Gelände optimal sind. Trotzdem haben die Jugendherbergen mit insgesamt rund 70 Prozent Einnahmeverlusten zu kämpfen. Auch 2021 sei deshalb ein Rettungsschirm für die Einrichtungen notwendig, fordert der Landesverband.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt