Karnevalistische Frauenpower

HAMM-BOSSENDORF Draußen tobte das Unwetter, drinnen die Frauenpower. Auf Einladung der kfd feierten die weiblichen Jecken in „Ha-Bo“ zünftig Karneval.

von Von Elke Rüdiger

, 01.02.2008, 10:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sprachunterricht einmal anders

Sprachunterricht einmal anders

Männer hatten bis auf den seelsorgerischen Beistand keinen Zutritt. Eine Ausnahme: Zum krönenden Abschluss des Abends fanden sich drei Schützen im Pfarrheim ein.Sie zeigten, dass auch Männer mal müssen, sogar solche in Uniform. Der „grüne Besuch“ offenbarte dem närrischen Volk einen Blick hinter die Kulissen. Dabei zeigte sich, wie schwierig es selbst für hartgesottene Schützen ist, alles gleichzeitig schaffen zu wollen: Rauchen, Trinken und „Müssen“. Aber echte Probleme hatten sie nicht, sie halfen sich eben gegenseitig aus. Gisela Saalmann, Andrea Seland und Doro Appelhoff wurden mit tosendem Applaus belohnt.

Drei Stunden Programm

Drei Stunden lang reihte sich in Hamm-Bossendorf ein Lacherfolg an den nächsten, zwischendurch spielte Ilse Steiner (Keyboard) und lud zum Schunkeln und Mitsingen ein. Dann konnte sich das Zwerchfell etwas erholen. Die Stimmung war grandios. Ob Pfarrer Gerd Baumann mit seiner Geschichte über seine Bahnfahrt von Haltern nach Essen oder Andrea Seland und Hanna Sieber bei der „Zimmerbestellung“, die Frauen feuerten eine Rakete nach der anderen für die aktiven Narren ab.

An diesem Nachmittag konnten die Frauen viel lernen, Doro Appelhoff als Japanesisch-Lehrerin dokumentierte die Erfolge ihres Sprachunterrichts. Dieb heißt Langfing, Polizei Langfing-Fang und Polizeihund Langfing-Gang-Wau. Beim „Geblauch von velschiedenen Sachen“ ging es um Tlinken (Glucki-Glucki), Gesangvelein (Singsang-Glucki-Glucki) sowie um Kilchenchol (Heiland- Singsang-Glucki-Glucki). Fazit: So schwer ist Japanesisch gar nicht. Ladenschluss kennen die Japaner übrigens auch: „Watt?-Schon-zu?“

Gotteslob

Aus dem Nähkästchen plauderten die zwei Kirchgängerinnen Jette und Ciska. Die ganze Nachbarschaft zogen sie durch den Kakao. Nicht ohne nach jeder bescholtenen Person Abbitte mit einer Leseeinheit „Schuld und Sühne“ im Gotteslob, Seite 17, zu leisten. So hat sich bei Schulzes jetzt das Sechste eingestellt. Jette und Ciska können sich noch sehr genau erinnern, dass damals Pfarrer Baumann extra nach Lourdes gepilgert ist, um eine Kerze anzuzünden, „weil das bei Schulzes mit dem Kinderkriegen nicht so klappte“.

Mutter und Kind sind wohlauf in der Klinik, während der Nachbar die fünf Geschwister hütet. Wieso nicht der Vater? Der ist unterwegs nach Lourdes, um die Kerze auszupusten... Auch an Ernas neuem Liebhaber ließ das Duo kein gutes Haar, zumal der mit seinen 80 Jahren eher aussieht wie ein „Rockkokko-Tisch“ – krumme Beine und ne runde Platte.  

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