Kirche und Polizei in Haltern rätseln über den Verbleib der gestohlenen Opfergaben

Sixtus-Kirche

Am 13. November brachen Unbekannte eine Vitrine im Seitenschiff der Sixtus-Kirche auf und ließen daraus Silberplaketten mitgehen. Die Beute ist bis heute verschwunden.

Haltern

, 18.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kirche und Polizei in Haltern rätseln über den Verbleib der gestohlenen Opfergaben

In dieser Vitrine seitlich des Altars der Sixtus-Kirche werden die Votivgaben ausgestellt. Nach dem Einbruch wurde sie zunächst leer geräumt. © Silvia Wiethoff

Die Pfarrgemeinde St. Sixtus besitzt seit dem 18. Jahrhundert zahlreiche Silberplaketten und Silbertafeln, die Gläubige für das Halterner Kreuz gestiftet haben. Mit diesen so genannten Votivgaben wird das Kreuz alljährlich zum Fest der Kreuzerhöhung geschmückt. Einige dieser Zeugnisse tiefen Gottesglaubens sind neben dem Kreuz in einer Vitrine ausgestellt.

Am 13. November meldete die Küsterin von St. Sixtus einen Diebstahl: Unbekannte hatten in der Kirche die mit zwei Schlössern gesicherte Vitrine aufgebrochen und zwei Votivgaben daraus entwendet. Dieser Diebstahl ist bis heute nicht aufgeklärt. Für Karl-Heinz Gerritsen, Leiter der Zentralrendantur, ist er völlig unverständlich. Die Votivgaben besitzen eher ideellen als großen materiellen Wert.

Mit jeder Tafel ist ein Versprechen verbunden

Denn mit jeder Tafel ist ein Versprechen oder Gelöbnis verbunden, das Katholiken aus Haltern und umliegenden Städten nach einem erlittenen menschlichen Leid oder aus Dankbarkeit für erlangte Hilfe gegeben haben. Sie sind Ausdruck intensiver Volksfrömmigkeit. Auch heute noch pilgern Christen mit besonderen persönlichen Anliegen zum Kreuz, das seit Jahrhunderten verehrt wird. Immer in der Hoffnung auf ein Wunder oder zumindest eine seelische Stärkung.

Die Pfarrgemeinde hat die Sammlung in der Vitrine inzwischen um andere Votivgaben aus dem Archiv ergänzt. Auch nach dem Diebstahl hält sie das Gotteshaus inmitten der Stadt von 8 bis 18 Uhr offen. In dem Vertrauen, dass Menschen das nicht als falsche Einladung verstehen.

Die Kriminalpolizei in Recklinghausen hat den Fall noch nicht abgeschlossen. Sie wartet noch auf die Beuteauflistung, um die sie die Pfarrei gebeten hatte.

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