In diesem (ersten) Komplex der Katharinenhöfe wird der neue Kindergarten eingerichtet. © Architekturbüro SCHMIDTplanung
Kindergärten

Kita in den Halterner Katharinenhöfen: Ausschuss fühlt sich überfahren

Grundsätzlich begrüßt der Ausschuss Generationen und Soziales einen Kindergarten in den Katharinenhöfen. Aber er fühlte sich bei der Vergabe der Trägerschaft von der Stadt überrumpelt.

In drei Abschnitten wird das ehemalige Betriebsgelände Dickerhoff mit einem neuen Quartier bebaut: Im Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe ist auch Platz für einen Kindergarten eingeplant.

Die Drei-Gruppen-Kita mit 55 Plätzen entsteht im ersten und größten Haus entlang der Recklinghäuser Straße. Grundsteinlegung soll Anfang des kommenden Jahres sein. Der Ausschuss Generationen und Soziales begrüßte dieses Projekt in seiner Sitzung am 26. November. Dem Beschlussentwurf der Verwaltung zur Trägerschaft verweigerte er sich jedoch.

Kritik bringt Verwaltung in Verlegenheit

Sowohl das Deutsche Rote Kreuz als auch die Evangelische Kirchengemeinde hatten sich beworben, der Ausschuss sollte für das Rote Kreuz stimmen. Karl-Heinz Berse (Die Grünen) wunderte sich über dieses Vorgehen: „Erstmalig baut ein Investor einen Kindergarten in Haltern. Erstmalig bestimmt er mit der Stadt darüber, welche Kooperation er eingeht.“ Es hätte ihn schon interessiert, wie eine Kita in eine dichte Bebauung integriert und mit welchem Konzept gearbeitet werde, sagte Berse.

Der Ausschuss Generationen und Soziales wählte Ursula Feldmann (CDU) einstimmig zu seiner Vorsitzenden.
Der Ausschuss Generationen und Soziales wählte Ursula Feldmann (CDU) einstimmig zu seiner Vorsitzenden. Diese dankte für das große Vertrauen und wünschte sich konstruktive Diskussionen und ein faires Miteinander. © Elisabeth Schrief © Elisabeth Schrief

Auch die SPD äußerte ihren Unmut. Anne Feldmann: „Die Art des Verfahrens gefällt uns nicht. Es ist üblich, dass sich Bewerber um eine Trägerschaft in diesem Ausschuss vorstellen und wir dann als fachkompetentes Gremium eine Entscheidung treffen.“ Diese Kritik brachte die Verwaltung in Verlegenheit.

Bürgermeister Andreas Stegemann gestand ein, dass er der Verwaltung ein solches Vorgehen ankreiden müsse. Und versprach, dass sich so etwas nicht wiederholen werde. Nach einer von Hiltrud Schlierkamp (CDU) beantragten Sitzungsunterbrechung folgte der Ausschuss einem Vorschlag des Bürgermeisters: Um die Umsetzung des Bauvorhabens nicht zu gefährden, stimmt der Ausschuss dem Kindergarten-Bau zu, über die Trägerschaft wird in einer Sondersitzung im Januar entschieden. Dazu werden beide Bewerber eingeladen.

Zum Kindergartenjahr 2022/2023 soll die neue Kita in Hamm-Bossendorf fertig sein. Die Eröffnung hänge allerdings davon ab, wie sich die Rahmenbedingungen unter anderem wegen Corona weiter entwickeln, sagte Jugendamtsleiter Gisbert Drees. Er äußerte sich auch zur Trägerschaft.

Beide Bewerber seien grundsätzlich geeignet

Aus Sicht der Verwaltung seien beide Bewerber grundsätzlich geeignet, die Kita zu führen. „Sie sind seit langen Jahren für uns gute und verlässliche Partner.“ Mit dem Bau einer Kindertageseinrichtung durch einen Investor und anschließender Anmietung der Einrichtung betrete die Stadt Neuland. Für die Kita Katharinenhöfe sei dieses Modell besonders reizvoll, da geeignete Grundstücke nur sehr begrenzt bis gar nicht zur Verfügung stünden und die Integration einer Kindertageseinrichtung in einen großen Komplex städtebaulich sehr interessant sei.

Investor Michael Hiesgen verfüge, so Gisbert Dress, über langjährige Erfahrungen als Investor für Kindertageseinrichtungen. Daher habe die Verwaltung auch

hinsichtlich der Trägerauswahl großen Wert auf die Einschätzung des Investors gelegt. Und der favorisiert das DRK, schließt aber einen weiteren Kindergartenbau in Haltern nicht aus. Dann kann er sich eine Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde vorstellen.

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Elisabeth Schrief

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