Kita Lohausstraße startet wegen Personalmangel vermutlich mit einem Handicap

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Stadt und Arbeiterwohlfahrt gehen davon aus, dass der neue Kindergarten an der Lohausstraße in Haltern im Mai eröffnet. Doch es gibt nicht nur Grund zur Freude.

Haltern

, 22.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kindergarten an der Lohausstraße ist zwar noch nicht fertig, doch im Mai soll nach einigen Verzögerungen definitiv Eröffnung sein. Stadt und Arbeiterwohlfahrt bauen fest darauf. Denn 85 Kinder warten auf ihre Betreuungsplätze, ihre Eltern noch viel mehr. Doch die Arbeiterwohlfahrt, Träger der neuen Fünf-Gruppen-Einrichtung, hat Probleme: Eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren kann bislang wegen fehlender Fachkräfte nicht besetzt werden. „Wir suchen eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte“, bestätigte Kerstin Schäfer von der Arbeiterwohlfahrt auf Nachfrage.

Eingewöhnung

Direkt am Anfang falle das nicht unbedingt ins Gewicht. Denn zunächst beginne die Kita-Arbeit mit einer Eingewöhnungsphase, in der nicht alle Kinder gleichzeitig betreut würden. Doch danach bliebe der AWO im Falle einer Nichtbesetzung keine andere Wahl, als zwei Gruppen zusammen zu legen. Kerstin Schäfer hofft, dass das nicht passiert. Denn sie rechnet mit dem Unverständnis der Eltern.

Die Stellen sind ausgeschrieben, aber es ist entweder kein Personal auf dem Markt oder die Bewerber passen nicht ins Team und zum Kita-Konzept. Der Personalmangel sei ein rießengroßes Problem. Kerstin Schäfer berichtet in diesem Zusammenhang von einer Resolution beispielsweise des Kreises Borken an das Land NRW.

Ausbildung mit Geld

Darin wird dazu aufgefordert, dem drohenden Fachkräftemangel in den Tageseinrichtungen für Kinder entgegenzuwirken. Dazu sollte beispielsweise die Ausbildung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher finanziell besser ausgestaltet und Seiteneinsteigern der Zugang erleichtert werden. Der Kreis Borken beabsichtigt zudem, zum Schuljahr 2019/2020 am kreiseigenen Berufskolleg Lise Meitner die praxisorientierte Ausbildung (PIA) für Erzieherinnen und Erzieher anzubieten. Bei dieser Form der Ausbildung gibt es schon im ersten Ausbildungsjahr eine Vergütung. Bislang wird erst im Anerkennungsjahr Geld gezahlt.

„Grundsätzlich ist das eine gute Entscheidung“, sagt Kerstin Schäfer. Allerdings löse ein verstärkter Ausbildungswille nicht die aktuellen Probleme. „Eine Ausbildung dauert drei Jahre, kurzfristig können wir die akute Situation nicht entschärfen.“

Umweltgedanke

Die Arbeiterwohlfahrt, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen mit vielen Festen und Veranstaltungen feiert, hat die Trägerschaft des neuen Kindergartens an der Lohausstraße übernommen. In fünf Gruppen, so ist geplant, werden 85 Kinder das Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot nutzen.

Die Leitung des neuen Hauses übernimmt Julia Slawinjak, die zuvor Leiterin einer AWO-Kita in Herten war. Auf einem ersten Elternabend der Kita Lohausstraße im Alten Rathaus konnten die zukünftigen Eltern bereits die Mitarbeiter sowie das Konzept der Kita kennenlernen. Die Erzieher stellten die Grundlagen der pädagogischen und strukturellen Arbeit vor. Viel Zustimmung fand im Besonderen der pädagogische Schwerpunkt der AWO Kita Lohausstraße: Ökologische Verantwortlichkeit soll in vielen Bereichen umgesetzt und die Kinder sollen zum nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen dieser Welt sensibilisiert werden.

An den weiteren gruppeninternen Elternabenden wurden und werden die strukturellen Rahmenbedingungen wie die Betreuungszeiten, der Tagesablauf oder die Essensverpflegung angesprochen. Auch können sich die Eltern über individuelle Anliegen mit den Erziehern austauschen. Die Eltern haben dazu Einladungen erhalten.

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