Knapp sieben Monate nach Brand: Neue Pläne für Unglückshaus an der Münsterstraße

hzVerheerender Brand

Monatelang hatte sich nichts in dem Mehrfamilienhaus an der Münsterstraße getan, in dem im Mai bei einem verheerenden Brand ein Bewohner ums Leben gekommen war. Jetzt gibt es neue Pläne.

Haltern

, 02.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch immer versperren Gitter den Zugang zu dem Drei-Parteien-Haus an der Münsterstraße. Hier war am 8. Mai in der Dachgeschosswohnung ein Feuer ausgebrochen. Der 63 Jahre alte Bewohner überlebte den Brand nicht. Er starb an einer Rauchvergiftung. Seine Wohnung wurde komplett zerstört. Die beiden darunter liegenden Eigentumswohnungen hielten dem Löschwasser nicht stand. Sie waren nicht mehr bewohnbar. Nach den Absicherungs- und Aufräumarbeiten stand das Mehrfamilienhaus dann monatelang leer. Jetzt zeichnet sich eine neue Entwicklung an der Münsterstraße ab.

Das Bauunternehmen Mertmann (Lippramsdorf) hat die 1905 erbaute, sanierungsbedürftige Immobilie gekauft. Das bestätigte Werner Mertmann auf Anfrage. Das Haus werde abgerissen, erklärte der Seniorchef. Noch in dieser Woche werde eine Entscheidung gefällt, was danach an der Stelle entstehen soll, ließ Mertmann wissen. Es ist davon auszugehen, dass dort ein neues Mehrfamilienhaus gebaut wird.

„Ich will die Münsterstraße vergessen“

Die verbliebenen ehemaligen Bewohner des Unglückshauses wollen auf keinen Fall wieder an die Münsterstraße zurück. „Ich will die Münsterstraße vergessen“, sagt Helga Grabowski. Die 66-Jährige, die in der Parterre-Wohnung lebte, wohnt inzwischen wie auch das Eigentümer-Ehepaar aus dem ersten Stock des Hauses in einer Mietwohnung. Beide Parteien hatten mehr als 30 Jahre an der Münsterstraße gelebt.

Sanierung war für ehemalige Hausbewohner ausgeschlossen

Ein Vertreter der Gebäudeversicherung habe den Wohnungseigentümern zunächst auch angeboten, das stark in Mitleidenschaft gezogene Gebäude zu sanieren, erklärt Helga Grabowski. „Wir waren uns aber einig, dass das für uns nicht mehr infrage kommt.“

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Die Gebäudeversicherung habe den Schaden inzwischen abgewickelt. Finanziell also müssen die Geschädigten sich keine Sorgen machen. Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen, weil der 63-jährige Eigentümer der Dachgeschosswohnung, in der der Brand entstanden war, laut Grabowski nicht versichert gewesen sei. Zudem hatte die Polizei keine Brandursache ermitteln können.

„Die Angst begleitet mich immer noch“

„Natürlich ist es wichtig, dass der materielle Schaden erstattet wird“, sagt Helga Grabowski. Wochenlang habe man um die Schadensregulierung gezittert. Mit den durch den Brand ausgelösten gesundheitlichen Beeinträchtigungen aber wird die Halternerin weiterhin leben müssen. „Die Angst begleitet mich immer noch. Wenn ich offenes Feuer sehe oder das Martinshorn der Feuerwehr höre, bekomme ich Beklemmungen.“ Regelmäßig konsultiert Helga Grabowski einen Arzt. „Ich möchte endlich wieder nach vorne schauen können.“

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